Es gibt kaum Weiterbildungsmöglichkeiten für Alltagsbegleiter für Menschen mit und ohne Demenz

Alltagsbegleiter für Menschen mit DemenzAlltagsbegleiter für Menschen mit und ohne Demenz stehen im Pflegesektor oft “ganz unten”. Siebekommen ein niedriges Gehalt. Sie haben viele Berufsgruppen die  ihnen vorgesetzt sind. Sie haben nur eine sehr kurze Qualifizierung hinter sich.  Als ich Sozialdienstleitung war stand ich vor einem Problem:

Ich hatte eine hochkompetente, leistungsfähige und leitungswillige Alltagsbegleiterin für Menschen mit und ohne Demenz in meinem Team, die eine Möglichkeit gesucht hat sich weiterzubilden. Da ich die Alltagsbegleiterin selbst gerne im normalen Sozialdienstteam gehabt hätte, habe ich mich auf die Suche nach Weiterqualifikationen zur Fachkraft gemacht. Vergebens. Leider gab es zu dem Zeitpunkt keine Möglichkeit eine entsprechende Qualifikation zu erlangen. Zumindest nicht abends oder an Wochenenden.

Für die Mitarbeiterin kam, aus finanziellen Gründen, leider keine Unterbrechung der Arbeit für eine  grundständige Qualifikation in Frage. Zumal wir hier nicht von Wochen, sondern von Jahren sprechen.

Welche Möglichkeiten haben interessierte Alltagsbegleiter?

Nicht viele. Um sich als Fachkraft für die soziale Betreuung zu qualifizieren, gibt es neben dem Beruf nur sehr wenige Möglichkeiten. Einige Institute bieten allerdings die Ausbildung für “Kunsttherapeuten” und “Musiktherapeuten” in Blockform (meistens am Wochenende an). Da Kunst- und Musiktherapeuten (zumindest in NRW) auch als Fachkräfte zugelassen sind, ist dies evtl. eine Möglichkeit für einige Alltagsbegleiter für Menschen mit und ohne Demenz eine entsprechende Qualifikation zu erwerben.

 
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Welchen Möglichkeiten ich mir wünschen würde

Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich finde die Fachkraftregelung gut. Ich finde es auch richtig, dass einem eine Qualifikation zur Fachkraft nicht “hinterher geschmissen” wird. Trotzdem fände ich es fair, für gute Alltagsbegleiter eine Möglichkeit zu schaffen sich weiterzuqualifizieren. Neben dem Beruf.

Neuerdings treffe ich vermehrt auf junge Leute, die die Tätigkeit des Alltagsbegleiters ausüben. Besonders für die Gruppe Alltagsbegleiter, fände ich es sehr schade, wenn die Qualifizierung eine Einbahnstraße bleibt. Ich wünsche mir ein durchlässiges System das auf Qualität achtet und menschenfreundliche Bedingungen schafft. Am Ende würden davon meiner Meinung nach alle profitieren.

 


Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin, Master of Arts "Alternde Gesellschaften", Gründerin von Mal-alt-werden.de. Bücher von Natali Mallek finden Sie hier. Fortbildungen mit Natali Mallek finden Sie hier.

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