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Die verschwundenen Geschenkanhänger. Eine lustige Weihnachtsgeschichte


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“Die verschwunden Geschenkanhänger” ist eine lustige Weihnachtsgeschichte aus unserer Rubrik Geschichten zum Vorlesen für Beschäftigungsangebote mit Senioren in der Advents- und Weihnachtszeit. Diese lustige Weihnachtsgeschichte kann manch einen zum Schmunzeln verleiten. Vielleicht gibt es jemanden, der auch schonmal so eine lustige Weihnachtsgeschichte selbst erlebt hat.
Geschichten und persönliche Erlebnisse sind nach dieser Vorlesegeschichte herzlich willkommen!



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Die verschwundenen Geschenkanhänger. Eine lustige Weihnachtsgeschichte

Lisa und ihre Mutter hatten sich in diesem Jahr eine ganz besondere Idee für ihre Geschenkverpackungen an Weihnachten ausgedacht. Lisa war schon in der Schule und wusste seit einem Jahr, dass die Sache mit dem Christkind zwar eine ganz nett ausgedachte Geschichte war, aber nicht ganz der Wahrheit entsprach. Wenn Lisa nicht immer so viel im Haus herumgschnüffeln würde, dann hätte sie vielleicht auch noch ein bis zwei Jahre länger an das Christkind geglaubt. Lisa war aber nun mal ein neugieriges Kind.
Im vorletzten Jahr, als Lisa einen ganzen Stapel Weihnachtsgeschenke im Keller gefunden hatte, hatte sich ihre Mutter noch mit der Ausrede aus der Bredouille gezogen, sie sei ein Helfer des Christkindes, da es am Heiligen Abend ja nicht so schwer tragen könne. Lisa war kurz misstrauisch, sah das Dilemma des Christkindes aber ein. Im letzten Jahr war es aber dann vorbei mit dem Glauben an das Christkind. Als sie im Auto ihres Vaters eine Tüte eines Spielzeugladens fand, in dem augenscheinlich der größte Wunsch ihres kleinen Bruders lag, musste sie noch nicht einmal eins und eins zusammenzählen, um zu begreifen, was dort vor sich ging. Ihre Mutter gab auf und dachte sich auch keine neue Ausrede mehr aus. Sie schaute ihren Mann streng an und dann musste Lisa ihr hoch und heilig versprechen, ihrem kleinen Bruder nichts von der Geschichte mit dem Christkind zu erzählen. Lisa versprach es.
Zurück zu der Idee mit den Geschenkverpackungen. Lisa brachte aus der Schule die Idee mit, die Geschenkanhänger für die Weihnachtsgeschenke selbst aus Plätzchenteig zu backen und hübsch zu verzieren. Ihre Mutter fand die Idee toll! Lisa würde die Geschenkanhänger backen und ihre Mutter die Anhänger an die richtigen Geschenke hängen. Gesagt getan.
Lisa gab sich wirklich viel Mühe. Die kleinen Glocken, Tannenbäume Engel und Herzen waren wunderschön geworden. Alle waren mit Perlen, Schokolade oder Zuckerguss verziert. Nach dem Trocknen zogen die Beiden noch goldene Bänder durch die Plätzchen und legten sie in eine Dose.
Zwei Tage später war der Heilige Abend da. Es war Tradition, dass Lisa und ihre Mutter gemeinsam den Baum schmückten. Lisas Vater und ihr kleiner Bruder hatten noch einen Laib Brot besorgt und tranken in der Küche eine Tasse Tee und sangen Weihnachtslieder.
Als der Weihnachtsbaum fertig geschmückt war wurde das Weihnachtszimmer verschlossen.
Die Kinder und der Vater zogen sich für die Kirche um. Lisas Mutter legte heimlich, still und leise die Geschenke unter den Baum und holte die Dose mit den Geschenkanhängern. Sie war leer! Lisas Mutter schaute in allen anderen Dosen nach, suchte die Plätzchen im Keller, auf dem Dachboden, ja sogar im Badezimmer – sie waren nicht mehr aufzufinden.
Es blieb ihr nichts anderes, als die Geschenke ohne Anhäger unter den Baum zu legen, sie mussten ja schließlich los, um nicht zu spät in die Kirche zu kommen. In ihren Gedanken breiteten sich die wildesten Vorstellungen über das chaotischste Weihnachtsfest überhaupt aus.
Um Lisas kleinem Bruder den Glauben an das Christkind nicht zu nehmen, wurden die Geschenke an diesem Weihnachtsfest so verteilt, wie sie einem in die Hände fielen…
Es wurde nicht chaotisch, dafür aber sehr lustig! Lisas Mutter bekam eine Bohrmaschine, Lisa einen Traktor, Lisas Vater eine Kette und passende Ohrringe, und Lisas kleiner Bruder Buntstifte, die glitzerten. Mit Verlaub – sie gefielen ihm! Auch an den folgenden Tagen blieb es unterhaltsam, Lisas Oma bekam ein Oberhemd mit Krawatte, die Tante neue Tennissocken und ihr Opa eine Porzellanterrine.
Erst an dem Zeitpunkt, an dem Lisas Vater ihrer Mutter ein Lob für die leckeren Plätzchen am Heiligen Abend aussprach, die er mit Lisas kleinem Bruder in der Küche zum Tee verzehrt hatte, wurde es kurz still im Raum…

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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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