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Auf der grünen Wiese – Eine Tastgeschichte für den Frühling

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Lesen Sie die Geschichte langsam vor. An den gekennzeichneten Stellen halten Sie einen kurzen Moment inne, damit die Zuhörer sich die beschriebenen Spürinformationen vorstellen können.

Rosi und ich gingen als Kinder im Frühling immer gerne wandern. Wir liefen durch die Felder, kletterten im Wald über abgsägte Baumstämme und liegen gebliebene Äste und sprangen über kleine Bäche. Wir mochten die frische Frühlingsluft.
Das Schönste an unseren Ausflügen war die Pause, die wir immer an dem gleichen Ort machten. Wir hatten irgendwann mal auf einer Wanderung eine große, grüne Wiese hinter dem Wald mit herrlich weichem, frischen Gras gefunden. Von da an kamen wir regelmäßig hierher.
Wir zogen unsere Schuhe aus und gingen ganz vorsichtig über die Grashalme, um sie nicht zu sehr zu verknicken. Das Gras war ganz weich, nur die Spitzen der einzelnen Grashalme piksten ein wenig unter unseren Fußsohlen. Unsere Eltern hätten wahrscheinlich gesagt, wir sollten sofort wieder unsere Schuhe anziehen, es sei ja Frühling und kein Sommer. Doch wir mochten das kühle Gras unter unseren Füßen. Und genossen das Gefühl, mit den nackten Füßen durch das weiche, kühle leicht picksende Gras zu laufen. Nach ein paar Minuten falteten wir unsere Picknickdecke auseinander und legten sie vorsichtig auf die Wiese. Wir setzten uns und packten eine Flasche Wasser und unsere Brote aus, die wir uns zuhause geschmiert hatten. Wir setzten uns immer genau so auf die Decke, dass wir, wenn wir uns nach hinten lehnten, uns mit unseren Händen im Gras abstützen konnten. Wir strichen ganz langsam und sanft über die zarten Grashalme. Es fühlte sich an, als ob wir jemanden streicheln würden. Und auch mit den Händen spürten wir die herrlich, kühle Frische der Wiese.
Wir aßen und tranken und streichelten mit unseren Händen über die Wiese. Ansonsten saßen wir ganz still da, belauschten die Vögel, sahen den Eichhörnchen beim Toben in den Baumwipfeln zu und sahen auch ab und an mal ein Reh. Sie waren herrlich, unsere Frühlingsausflüge.
Nach unserer Pause, die eigentlich immer viel zu lange dauerte, machten wir uns auf den Heimweg. Wir liefen wieder durch das frische, kühle, weiche Gras und zogen uns am Rand der Wiese unsere Schuhe wieder an. Wir kletterten im Wald über abgesägte Baumstämme und liegen gebliebene Äste und liefen durch die Felder zurück in unser Dorf.
Daheim angekommen wuschen wir als erstes schnell unsere Füße, damit Rosi und mein kleines Geheimnis auch unser kleines Geheimnis blieb…

Ideen für Sinnesaktivierungen im Anschluss an die Geschichte
– Bringen Sie ein Stück frischen Rasen mit und lassen die Teilnehmer mit ihren Händen durch das Gras streichen. Alternativ sähen Sie Gräsermischungen in leichte, flache Pflanzschalen und bringen sie mit, das bedarf ein wenig mehr Vorbereitung, ist aber langlebiger und sie haben hinterher noch Rasen in Ihrem Garten ;-))
– Gehen Sie mit den Senioren raus auf die Wiese. Laufen Sie erst mit den Schuhen darüber und dann nur mit Socken (nur wer kann). Wer gesunde Füße hat (z.B. keine offenen Wunden) und gut laufen kann kann es auch mal Barfuß probieren.
– Sähen Sie mit den Bewohnern zusammen „kleine grüne Wiesen“ in Blumentöpfe ein, von denen jeder seinen eigenen mitnehmen darf. Nach ein paar Wochen haben sie ihre eigenen grünen Wiesen zum darüber streichen und als Andenken an die Geschichte



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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