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Die 10-Minuten-Aktivierung von Demenzkranken


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Materialien für die 10-Minuten-Aktivierung
In Altenheimen und der Altenpflege im Allgemeinen hat sich das von Ute-Schmidt Hackenberg entwickelte Konzept der 10-Minuten-Aktivierung, zumindest theoretisch, weitgehend durchgesetzt. Es ermöglicht eine Aktivierung der Demenzkranken trotz des allgegenwärtigen Zeitmangels und findet sowohl in Gruppen- als auch in Einzelangeboten seine Anwendung.

Praktische Beispiele und Ideen für die Praxis

Auf Mal-alt-werden.de sind schon für viele Themenbereiche Beispiele für 10-Minuten-Aktivierungen erschienen. Hier eine kleine Themenauswahl:
Frühling, Sommer, Herbst, Winter, Karneval, Ostern, Urlaub, Nikolaus, Advent, Putzen, Kochen, Werkstatt, Märchen, Auto, Berufe. Weitere kostenlose Ideen für Kurzaktivierungen und Aktivierungsstunden finden Sie in der Kategorie Aktivierungen. Wer regelmäßig über neue Aktivierungsideen informiert werden möchte, kann unseren kostenlosen Newsletter bestellen oder/und uns auf unserer Facebook-Seite folgen.

Ausgangsposition für die 10-Minuten-Aktivierung

Während Inhalte des Kurzzeitgedächtnisses immer mehr an Bedeutung verlieren, sind Inhalte aus dem Langzeitgedächtnis den Demenzkranken häufig noch zugänglich. Mit diesen Inhalten zu arbeiten und entsprechende Themen auszuwählen, kann den Demenzkranken Sicherheit vermitteln und ihre Neugier und Motivation wecken. Unser Gehirn verkümmert, wenn wir es nicht benutzen. Außerdem wird eine Demenz durch die Inaktivität des Gehirns noch zusätzlich genährt. Aber auch die Inhalte des Langzeitgedächtnisses verschwinden mit fortschreitender Erkrankung immer mehr im Dunkeln. Um sie aus dem Dunkeln hervorzulocken, werden bei der 10-Minuten-Aktivierung äußere Reize und biografieorientierte Themen eingesetzt. In der Altenpflege, in Altenheimen und der Arbeit mit Demenzkranken im Allgemeinen erfährt man täglich welche Schätze in den Langzeitgedächtnissen der Menschen mit Demenz liegen, man muss ihnen nur helfen sie zu bergen.

Individualität

Die Reize und Themen, die helfen Erinnerungen hervorzurufen, sind von Demenzkranken zu Demenzkranken sehr unterschiedlich. Die Demenzkranke, die ihr ganzes Leben lang Hausfrau und Mutter war, hat zum Beispiel (wahrscheinlich) andere Themen, die sie ansprechen, als die Demenzkranke, welche ihr Leben als wohl behütete Unternehmergattin verbracht hat. Während die eine zum Beispiel aufblüht, wenn in der Aktivierung Themen wie Hausarbeit und Kochen behandelt werden und sich auf diesem Gebiet immer noch kompetent fühlt, weckt man das Interesse und die Lebensfreude der Anderen mit klassischer Musik und Malangeboten. Im Alltag eines Altenheimes muss man aus Zeit und Personalgründen häufig den kleinsten gemeinsamen Nenner der Menschen mit Demenz finden, um mit beiden Damen gleichzeitig eine 10-Minuten-Aktivierung durchzuführen. Ideen hierfür könnten zum Beispiel die Schulzeit sein, oder vielleicht sind beide Damen in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen. Gestalten Sie eine 10-Minuten-Aktivierung möglichst biografieorientiert.



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Umsetzung der 10-Minuten-Aktivierung im Alltag

Kurz und regelmäßig, das sind die beiden Grundregeln für den Einsatz der 10-Minuten-Aktivierung bei Demenzkranken. Wünschenswert ist, dass die 10-Minuten-Aktivierung ein tägliches Angebot bei der Betreuung und Beschäftigung von Demenzkranken und der Altenpflege darstellt. Es ist wissenschaftlich erforscht, dass die ideale Angebotslänge 20 Minuten nicht überschreiten sollte und dass Wiederholung einen positiven Effekt hat. Wiederholungen geben den Demenzkranken Sicherheit, auch wenn es einem langweilig erscheinen mag mehrfach die selbe 10-Minuten-Aktivierung durchzuführen, sollte man nicht von sich selbst auf den Demenzkranken schließen. In Altenheimen aber auch in Tagespflegeeinrichtungen oder bei den Demenzkranken zu Hause ist es sinnvoll Aktivierungskisten einzuführen. In diesen Kisten (zum Beispiel Schuhkartons) wird jeweils das Material für eine 10-Minuten-Aktivierung gelagert. Ideen für die 10-Minuten-Aktivierung mit dem entsprechenden Material werden stichpunktartig aufgeschrieben und der Zettel wird in den Deckel der Kiste geklebt. Im Alltag muss dann nur noch die entsprechende Kiste hervorgeholt werden und die 10-Minuten-Aktivierung kann ohne Vorbereitungszeit zu investieren und ohne dass neue Ideen entwickelt werden müssen durchgeführt werden.

Bücher rund um die 10-Minuten-Aktivierung

Logischer Weise ist das bekannteste und verbreitetste Buch über die 10-Minuten-Aktivierung das Buch “Wahrnehmen und Motivieren” von Ute Schmidt-Hackenberg. Viele tolle Ideen für die “kurze Aktivierung zwischendurch” 😉 findet man auch in den Kurzaktivierungsbüchern von Andrea Friese und die “Aktivierungskarten für die Kitteltasche” haben sich in der Praxis ebenfalls bewährt.

 

Quellen:
Schmidt-Hackenberg, Ute (1996): Schmidt-Hackenberg, Ute (1996): Wahrnehmen und Motivieren. Die 10-Minuten-Aktivierung für die Begleitung Hochbetagter. Hannover: Vincentz*.*

Schmidt, Simone/ Döbele, Martina (2010): Demenzbegleiter. Leitfaden für zusätzliche Betreuungskräfte.Berlin, Heidelberg: Springer*.

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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren* und Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck*.

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Anette
    was mir noch fehlt sind Aktivierungen für stark Seh und schwer Hörbehinderte (Demente)Menschen.”Noch recht fit.”
    Und Anregungen für Bettlägrige Patienten.

    Antworten

  2. Vielen Dank für die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten. Sie erleichtern die Aktivierungs-
    anregungen ungemein.Tolle Ideen. Bitte weiter so! Liebe Grüsse und besten Dank A.Spegel

    Antworten

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