Unsere Adventskalendergeschichte 2022: 1. Dezember – Die Vorbereitungen beginnen

Weit hinter Feldern und Wiesen, hinter Bergen und Tälern, hinter Bächen und Flüssen, liegt ein kleines Dorf. Dieses Dorf müsst ihr euch ziemlich weit weg vorstellen. Es ist auf keiner Landkarte verzeichnet und es führen keine Straßen dorthin. Lediglich zwei schmale Wege schlängeln sich durch friedvolle Landschaften zu diesem ruhigen und geheimnisvollen Ort. Der eine kommt aus dem in der Nähe liegenden Wald, der andere Weg aus Richtung des Meeres.

In dem Dorf stehen 24 kleine Häuschen. Sie stehen in einem großen Kreis, sodass man von jeder Haustür aus auch die anderen 23 sehen kann. In der Mitte dieser Häuschen ist ein großer Platz mit einem Brunnen. Es ist ganz ruhig und friedlich. Man hört das Wasser in dem Brunnen leise vor sich hin gluckern und in einem der Ställe hinter den Häusern raschelt es im Stroh.

Ihr möchtet bestimmt wissen, wer in diesem kleinen Dorf hinter Feldern und Wiesen, Bergen und Tälern, Bächen und Flüssen wohnt? Nun, das Dorf ist das Zuhause von 24 Engeln. Jeder dieser Engel wohnt in einem der kleinen Häuser, die um den Brunnen herumstehen. Dann gibt es dort noch ein paar Tiere, eine Bäckerei, eine Werkstatt und …

Eines frühen Morgens öffnet sich die Tür mit der Nummer Eins. Das ist Emils Tür. Der kleine Engel schaut vorsichtig durch den Türspalt, um zu gucken, ob schon eine der anderen Türen offensteht. Doch die anderen Türen sind alle noch geschlossen. Er tritt hinaus und schaut sich um. Es ist alles noch ruhig um ihn herum. Nervös tritt er von einem Bein auf das andere, geht wieder ins Haus, guckt auf seinen Kalender und kommt wieder nach draußen. Dieselbe Prozedur macht er drei weitere Male, bis er schließlich bei Elise an die Tür klopft. Elise wohnt in dem Haus mit der Nummer 7. Emil klopft erst zaghaft, dann etwas kräftiger an ihre Tür. Verschlafen öffnet sie und schaut durch den Türspalt. „Ja?“, schaut sie ihn fragend an, „Bist du aus dem Bett gefallen?“
„Nein,“, antwortet Emil kurz „aber kannst du mal bitte in deinen Kalender sehen und mir sagen, welcher Tag heute ist?“ Elise sieht ihn verwundert an und Emil scheint zu ahnen, was sie fragen möchte: “Nein, mein Kalender ist noch da. Ich möchte nur wissen, ob deiner den gleichen Tag anzeigt. Elise schlurft in ihre Küche. Es dauert drei Sekunden, bis sie in Windeseile wieder an der Tür ist. „Es ist der 1. Dezember!“ ruft sie „Und wir haben noch nichts geschmückt!“ Emil nickt. Nun schon wieder etwas ruhiger als noch vor zwei Minuten. Er scheint den ersten Schreck schon verdaut zu haben. „Was machen wir denn jetzt?!“, Elises Stimme wird immer höher. „Die anderen wecken?“, schlägt Emil nervös, aber nicht beunruhigt vor. „Gute Idee!“ Noch mit ihrem Nachthemd bekleidet rennt sie von einer Tür zur nächsten und weckt die anderen Engel. Nach kurzer Zeit herrscht reges Treiben in dem kleinen Dorf. Niemand, aber auch niemand hatte daran gedacht, dass heute der 1. Dezember ist und dass das kleine Dorf noch gar nicht adventlich geschmückt ist. „Dass das aber auch jedes Jahr das gleiche sein muss …“, murmelt Elise auf dem Weg ins Haus, um sich anzuziehen. Im Nachthemd ist es viel zu kalt draußen.
Und plötzlich muss sie lächeln … Ja, irgendwie ist diese Hektik am 1. Dezember schon fast zur Tradition im Engeldorf geworden. Und immer ist auch alles am Ende des Tages fertig geworden. Weil alle zusammen angepackt, sich geholfen und sich unterstützt haben.
Und so ist es auch heute. Am frühen Abend ist das Engeldorf in einen Lichterglanz gehüllt, der schöner nicht hätte sein können. Zufrieden stehend die 24 Helferlein in der Mitte ihres adventlich geschmückten Dorfes, halten warmen Tee in ihren Händen und bewundern, was sie zusammen in der kurzen Zeit geschaffen haben …

 

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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin, Chefredakteurin von Mal-alt-werden.de. Bücher von Annika Schneider finden Sie hier.

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