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Unser täglich Brot- eine Anekdote und biografische Fragen

Hasenbütterken

„Wenn mein Vater früher von der Arbeit kam, hatte er immer „Hasenbütterken“ für uns Kinder dabei. „Hasenbütterken“ das waren seine übrig gebliebenen Pausenbrote- für uns gab es nichts Besseres.“

Erzählerin Jahrgang 1922

Biografische Fragen:

Kennen Sie Hasenbrote?

Welches Brot essen Sie am liebsten?

Was ist Ihr Lieblings-Brotbelag?

Haben Sie schon einmal Brot selbst gebacken?

Mögen Sie die Kruste vom
Brot gerne?

Wissen Sie noch wie viel ein Brötchen früher gekostet hat?

Mögen Sie Brötchen lieber hell oder lieber dunkel?

 

 

 

Die Anekdote und die biografischen Fragen gehören ursprünglich zu der Aktivierungsstunde „Unser täglich Brot…„.



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Beruf und Ausbildung- Geschichten von Senioren

Träume die Träume blieben

Ich habe eine Ausbildung in einem Feinkostgeschäft gemacht. Eigentlich wäre ich gerne zur Polizei gegangen. Es waren aber schwierige Zeiten und man musste froh sein, wenn man überhaupt eine Stelle bekam.

Erzählerin Jahrgang 1922

 

Ich wollte immer gerne studieren und als Biologin arbeiten. Leider ist mein Vater sehr früh gestorben. Das Geld war knapp und meine Mutter und ich froh, als ich eine Ausbildungsstelle in einem Büro bekam.

Erzählerin Jahrgang 1945

Unter Tage

Als Wettermann war mein Großvater dafür zuständig die Grube mit der Wetterlampe auszuleuchten und nach austretendem Methangas Ausschau zu halten. Das Leben von vielen Bergleuten hing davon ab, dass er seine Arbeit sehr korrekt ausführte.

Erzähler Jahrgang 1934

 

Jeden Montag gingen wir Bergleute mit einem „Puck“ zur Arbeit. Der Puck war das, natürlich saubere und faltenfreie, Arbeitszeug, das auf ein Handtuch gelegt wurde. Das Handtuch wurde dann an den Enden zusammen geknotet. So vorbereitet konnte die Schicht beginnen.

Erzähler 1934

Kriegszeiten

Im Krieg wurden wir dazu verpflichtet zu arbeiten. Ich wurde in einer Munitionsfabrik eingesetzt. Das war keine schöne Zeit.

Erzählerin Jahrgang 1920

Wir Frauen wurden im Krieg, wenn wir keine Kinder hatten, dienstverpflichtet. Ich musste in dem Werk arbeiten, in dem vorher auch mein Mann war. Da waren wir Frauen plötzlich gut genug zum arbeiten- vorher durften das nur die Männer.

Erzählerin Jahrgang 1915

Im Geschäft

Ich habe eine Lehre in einem Lebensmittelgeschäft gemacht. Meine Chefin war eine richig Hexe- ehrlich. Die hat uns Lehrmädchen (wir waren zu dritt) behandelt, als wären wir ihre Putzfrauen. Putzen konnte ich eigentlich schon vorher, aber das war das einzige was ich von ihr hätte lernen können.

Erzählerin Jahrgang 1925

In dem Feinkostgeschäft, in dem ich gearbeitet habe, hatte ich einen sehr netten Chef. Der hat uns immer alles probieren lassen. Er hat immer gesagt, dass wir wenn wir etwas verkaufen wollen auch wissen müssen wie es schmeckt.

Erzählerin Jahrgang 1922


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Tiergeschichten

Ein Herz für Tiere

In einem Winter verirrte sich ein kleiner Igel in unserem Garten. Es war sehr kalt, es lag Schnee und er sah nicht gut genährt aus. Um ihn über den Winter zu bringen, bauten wir ihm ein zu Hause in einem Schuhkarton, der in unserem Badezimmer stand. Leider hatte der Igel immer fürchterliche Blähungen, aber süß war er trotzdem. Als der Winter vorbei war, haben wir ihn wieder in die Freiheit entlassen.

Erzähler Jahrgang 1948

Missgeschicke und Streiche

Eine Freundin meiner Mutter hat einmal einen Kuchen gebacken, den Sie zum Abkühlen unter das Bett stellte. Die Freundin meiner Mutter hatte auch einen Hund. Dieser roch den leckeren Kuchen und ließ nicht eher locker bis er es geschafft hatte die Tür zu öffnen. Im Schlafzimmer lief er einmal quer über den Kuchen und hinterließ seine Pfotenabdrücke. Um bei dem anstehenden Kaffeekränzchen nicht ohne Kuchen da zu stehen, deckte die Freundin meiner Mutter den Schlamasel mit viel Puderzucker ab.

Erzähler Jahrgang 1934

Die Kohle wurde bei uns auf der Zeche mit einem Pferd und einem Wagen abgeholt. Der Kollege, der dafür zuständig war, machte jedesmal eine Pause in einer auf dem Weg liegenden Kneipe. Eines Tages wurde ihm ein Streich gespielt. Während der Kollege in der Kneipe war, zückten andere schwarze Wasserfarbe und bemalten den Schimmel mit schwarzen Streifen. Das Pferd sah dadurch aus wie ein Zebra. Im ersten Moment hat der Kollege sein Pferd gar nicht wieder erkannt.

Erzähler Jahrgang 1934

 

Tierfeindschaften

Wir hatten auf unserem Gehöft in Ostpreußen eine rote Kuh. Die Rote Kuh war ein Bulle und immer sehr bösartig. Einmal ist die rote Kuh auf mich losgegangen und wollte mich auf die Hörner nehmen. Zum Glück konnte ich gerade noch entwischen.

Erzähler Jahrgang 1920

Wir hatten ein Schaf, das wir auch regelmäßig gemolken haben. Ich glaube ich habe ihm einmal beim Melken aus Versehen weh getan. Danach ließ mich das Schaf nicht mehr in seine Nähe. Sobald ich kam, senkte es den Kopf und schaute mich grimmig an.

Erzählerin Jahrgang 1922


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Klogeschichten

Missgeschicke

Als ich klein war, habe ich gerne mit meinem Opa die Zeitung ausgetragen. Die Zeitung war von der SPD. Einmal habe ich sie aus Versehen vor der falschen Tür abgelegt. Dort wohnte ein Kommunist. Der hat die Zeitung zerrissen und zum Hintern abputzen auf die Toilette gehängt. Das gab ein heilloses Theater.

Erzählerin Jahrgang 1922

Mein Großvater ging eines Abends leicht „bierselig“ hinaus zum Plumpsklo. Da er keine Lust hatte bis zum Plumpsklo zu gehen, wollte er seine Notdurft direkt über der Jauchegrube verrichten, in der das Plumpsklo endete. Leider war er nicht mehr ganz standfest und verlor das Gleichgewicht. Nicht sehr begeistert, rief er seine Frau zu Hilfe, die ihn gründlich abschrubbte.

Erzähler Jahrgang 1934

Unter Tage gab es früher natürlich keine Toilette. Wenn Jemand mal musste, dann hat er seine Notdurft in Kübeln verrichtet. Diese Kübel wurden von einem so genannten „Kübelmajor“ zu Tage gebracht. Eines Tages haben einige Scherzkekse dem Kübelmajor einen Streich gespielt. Sie lockten ihn von den Kübeln fort und banden das Gefährt, auf dem sich die Kübel befanden, an den Schienen fest. Als der Kübelmajor anschließend versuchte das Gefährt zu bewegen, tropfte ihm der Schweiß von der Stirn. Man hörte ihn noch lange stöhnen : „Scheiße ist schwer, Scheiße ist schwer“.

Erzähler Jahrgang 1934

 

Ungeziefer

Als ich ein Kind war, hatten wir unser Klo im Stall. Das war so ein Holzklo. Meine Mutter hat neben unserer Ziege auch Meerschweinchen in dem Stall gehalten. Die Meerschweinchen sollten die Ratten verscheuchen.

Erzählerin Jahrgang 1922

In unserem Plumpsklo, welches sich bei uns im Garten befand, waren immer Würmer. Ich fand das als junge Frau unheimlich eklig. Eines Tages habe ich ein Pulver gekauft, mit dem man Würmer töten konnte. Nachdem ich das Pulver benutzt hatte, fing das Klo plötzlich an zu qualmen. Ich dachte das ganze Klo fliegt in die Luft. Am Ende standen alle Nachbarn um das Klo herum und dachten es würde explodieren. Es hörte dann aber doch noch auf zu qualmen.

Erzählerin Jahrgang 1922


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Waschen, Trocknen, Schleudern wie es früher war…

Waschtag

Bei uns im Haus gab es eine Waschküche. Wir konnten die Waschküche alle vierzehn Tage benutzen und deshalb wurde auch nur alle vierzehn Tage gewaschen.

Erzählerin Jahrgang 1942

Die erste Waschmaschine

Unsere erste Wachmaschine stand im Flur. Die Wäsche wurde erst mit Lauge gewaschen, dann in eine seperate Schleuder getan, dann wurde die Wäsche von Hand gespült und dann noch einmal geschleudert. Das war sehr aufwendig, aber gegenüber dem Waschen mit einem Waschbrett schon eine große Erleichterung.

Erzählerin Jahrgang 1933

Die erste vollautomatische Waschmaschine haben meine Eltern 1963 bekommen. Einmal habe ich einen Nagel in der Tasche vergessen. Die Waschmaschine ging kaputt. Ich erinnere mich daran, dass ich die Waschmaschine mit meinem Vater repariert habe. Damals konnte man noch die ganze Waschtrommel aus dem Gerät ausbauen. Danach lief die Waschmaschine noch viele Jahre einwandfrei.

Erzähler Jahrgang 1944

Waschbrett

Ganz früher haben wir noch auf einem Waschbrett gewaschen. Das war eine sehr anstregende Arbeit. Das Wasser wurde in einem Kessel auf dem Ofen warm gemacht. Waschmittel hatten wir noch keins, wir haben mit Kernseife gewaschen.

Erzählerin Jahrgang 1931

 

Wir haben die Wäsche immer draußen getrocknet. Im Winter war sie dann häufig so steif gefroren, dass man sie hätte durchbrechen können.

Erzählerin Jahrgang 1933

Bei uns war über dem Ofen eine Vorrichtung mit Löchern. In diese Löcher konnte man Stäbe stecken und auf diesen Stäben haben wir im Winter unsere Wäsche getrocknet.

Erzählerin Jahrgang 1933

Trocknen

Wir hatten ein Gerät mit dem man die Wäsche auswringen konnte. Das Gerät sah aus wie zwei Nudelhölzer die sich wenn man an einer Kurbel drehte gegenläufig bewegten. Die Wäsche damit auszuwringen war schwere Arbeit.

Erzählerin Jahrgang 1951

Wir hatten eine Ziege die an einer Kette im Garten graste. An einem Waschtag hat sie sich losgerissen und alle Schlüpfer auf der Leine angeknabbert. Meine Mutter fand das gar nicht lustig (wir Kinder schon).

Erzählerin Jahrgang 1922

Bleichen

Wenn wir weiße Wäsche hatten, wurde diese zum bleichen auf die Wiese gelegt. Man musste die Wäsche zwischendurch immer wieder nass machen und umdrehen.

Erzählerin Jahrgang 1931

Ostern wie es früher war…

Ostereier färben

Ostereier wurden bei uns zu Hause immer Karfreitagabends gefärbt. Erst gingen alle Baden (wie jeden Freitag) und dann versammelten wir uns in der Küche zum Ostereier färben. Meine Mutter hat damals immer erzählt, wir müssten dem Osterhasen helfen (zum verstecken hat er dann wieder selbst die Zeit gefunden). Die Ostereier wurden in Bechern mit Farbtabletten gefärbt, die Farben waren damals noch richtig schon kräftig. Damit die Eier schön glänzten, wurden Sie im Anschluss mit einer Speckschwarte eingerieben.

Erzählerin Jahrgang 1951

Als ich noch klein war, haben meine Eltern die Ostereier mit Zwiebelschalen und Gras gefärbt. Wie das genau funktioniert hat, weiß ich nicht mehr. Als ich dann größer wurde, haben meine Cousinen, mein Bruder und ich die Eier mit Malstiften bemalt. Daraus ist immer ein regelrechter Wettstreit entstanden: Wer bemalt das schönste Osterei?

Erzählerin Jahrgang 1922

Essen

Natürlich gab es Ostern viele Eier. Zu Essen gab es das, was es auch an Sonntagen meistens gab: frische Suppe gefolgt von Nackenbraten und Kartoffeln mit Soße. Den Braten mochte ich nie besonders. Ich habe mir die Kartoffeln immer mit schön viel Soße begossen und alles zerquetscht und vermischt (so mag ich Kartoffeln bis heute am liebsten).

Erzählerin Jahrgang 1951

 

Ostereier suchen

Ostereier wurden bei uns immer im Garten gesucht. In einem Jahr, ich weiß noch das weiße und rote Rosenbüsche blühten, fand ich im Gebüsch ein Nest mit weißen Eiern. Ich war ganz enttäuscht und fragte meine Mutter, ob der Osterhase so viel zu tun hätte, dass er keine Zeit gefunden hat die Eier zu färben. Was mir nicht bewusst war: wir hatten Hühner und die Hühner legten Ihre Eier nicht immer schön ordentlich im Hühnerhaus, sondern an verschiedenen Stellen im Garten.

Erzählerin Jahrgang 1922

Wir hatten keinen Garten und deshalb wurden die Ostereier bei uns immer in der Wohnung versteckt. Es gab immer den Punkt, an dem meine Mutter gesagt hat: jetzt habt ihr alle gefunden. Ich habe ihr nie geglaubt und heimlich weiter gesucht. Woher sollte sie schließlich wissen, wie viele Eier der Osterhase tatsächlich versteckt hat.

Erzählerin Jahrgang 1945

Lämmer

Wir hatten als ich noch ein Kind war einige Tiere. Das besondere an der Osterzeit war, dass die kleinen Lämmer geboren wurden. Die waren so niedlich. Die kleinen weißen Fellknäuel waren für uns Kinder einfach das Größte.

Erzählerin Jahrgang 1922


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