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Material für eine „aktivierende Umgebungsgestaltung“ gesucht

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Grüß Gott, ich bin Pfleger in einer Demenzstation, wo Bewohner mit den verschiedensten Stadien Demenz leben. Mein Problem ist die Beschäftigung dieser Bewohner, natürlich gibt es Animationsprogramme, doch einen großen Teil des Tages müssen die Bewohner ohne dies auskommen. Als Pfleger kann ich nur reduziert auf die Beschäftigungsbedürfnisse der BW eingehen, da ich sehr viele pflegerische Tätigkeiten durchzuführen habe und so ein Zeitmangel für die Beschäftigung der BW vorherrscht. So habe ich mir gedacht eine animierende Umgebung wäre etwas tolles. Die BW könnten sich einen großen Teil des Tages auch selbst beschäftigen und miteinander interagieren. Auf hauswirtschaftliche Tätigkeiten und Babypuppen sprechen die BW z.B. sehr gut an und beschäftigen sich so teilweise selber. Haben Sie vielleicht weitere gute Ideen, ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir zurückschreiben würden oder mir irgendeinen Kontakt vermitteln könnten, von jemanden der in solchen Sachen ein Experte ist. Liebe Grüße

 

 

Meine Antwort:

Meiner Erfahrung nach, gibt es wenig Material mit dem sich Menschen mit Demenz selbst beschäftigen. Zumindest, wenn das Stadium der Demenz fortgeschritten ist. Aber da sie geschrieben haben, dass Sie mit einigen Dingen schon „Erfolg“ haben, scheint es bei Ihren Bewohnern ja noch möglich zu sein. Das A und O bei der Suche nach Beschäftigungsmaterial ist bei Menschen mit Demenz natürlich immer die Biografie. Die Klassiker sind wahrscheinlich das Falten von Servietten und das Abwischen von Tischen.

Grundsätzlich gilt: Tätigkeiten, die die Menschen früher gerne ausgeübt haben, haben bessere Chancen auch im Verlauf einer demenziellen Erkrankung ihr Interesse zu wecken. Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit Dingen gemacht, die die Menschen „Sortieren und Ordnen“ können. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Knöpfe, Schrauben, Stifte, Wäscheklammmern (zum Beispiel nach Farbe), Tücher (können auch gleichzeitig gefaltet werden), und, und, und. Auch das Abtrockenen von Geschirr (je nach Möglichkeiten auch Plastikbecher) kann auch noch sehr lange ausgeführt werden und funktioniert auch am Tisch im Sitzen.



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Bei Menschen mit einer fortgeschritteneren Demenz, stößt man mit diesen Aktivitäten allerdings schnell an Grenzen. Sehr postive Effekte konnte ich bei dieser Zielgruppe durch den Einsatz von Nesteldecken (siehe auch dieser Beitrag) erzielen. Teilweise kann ich mir auch den Einsatz folgender Materialien vorstellen: SingLiesel (weitere Infos hier), Filme für Menschen mit Demenz (weitere Infos hier).

Vielleicht haben ja einige Leser noch weitere Ideen….

 

 



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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren*, Gedächtnistraining nach Jahreszeiten für Senioren: Das große Praxisbuch*, Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck* und Maibowle und Winzerfest: Lücken-Geschichten in Reimen*.

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