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Gedächtnis


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Das Geächtnis und sein Aufbau im Alter.

Unser Gedächtnis begleitet uns unser Leben lang. Ohne unser Gedächtnis wären wir nicht in der Lage selbstständig zu leben. Es gibt unterschiedliche Betrachtungsweisen unserer Gedächtnissysteme. Im Mittelpunkt steht aber immer das Behalten, Memorieren und Abrufen von Informationen.



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Zeitlich betrachtet…

unterscheiden wir zwischen dem Langzeit, dem Kurzzeit- oder Arbeitsgedächtnis und dem Ultrakurzzeitgedächtnis bzw. dem sensorischen Speicher. Es handelt sich dabei um ein Mehrspeichermodell. Empirische Befunde scheinen zu belegen, dass Mehrspeichermodelle den Einspeichermodellen vorzuziehen sind.

Sensorischer Speicher

Der sensorische Speicher ist die erste Station unseres Gedächtnisses. Hier landen die Informationen, die wir mit Hilfe unserer Sinnesorgane (Augen, Haut, Ohren, Nase und Zunge) aufnehmen. Die Speicherdauer des sensorischen Speichers ist sehr kurz, sie bewegt sich im Sekundenbereich. Auch wenn die Aufnahmekapazität begrenzt ist, gelangen in jedem Augenblick unseres Lebens Millionen von Informationen in unseren sensorischen Speicher. Hier kommt dann das limbische System ins Spiel. Es entscheidet in Bruchteilen von Sekunden darüber, ob eine Information verworfen oder an unser Kurzzeitgedächtnis weitergeleitet wird.

Kurzzeitgedächtnis

Wissenschaftlich betrachtet ist die Dauer, welche Informationen in unserem Kurzzeitgedächtnis verweilen, viel kürzer, als wir in unserem Alltagsverständnis annehmen. Es handelt sich nur um wenige Sekunden. Auch die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses ist stark begrenzt. Die Informationen werden dabei in so genannten „chunks“ verarbeitet. Von diesen „chunks“ oder auch Bündeln können 7 bearbeitet werden. Wie groß diese Bündel sind, ist dabei komischerweise irrelevant (es können sowohl sieben Sätze, als auch sieben Zahlen sein). Die Informationen werden aus dem sensorischen Speicher aufgenommen und eventuell an das Langzeitgedächtnis weitergegeben. Das Speichern von einmal präsentierten Information bezeichnet man auch als „Primärgedächtnis“. In diesem Bereich gibt es Altersunterschiede, die allerdings nicht sehr stark ausgeprägt sind. Der Begriff „Arbeitsspeicher“ basiert auf der Tatsache, dass es auch aktiviert wird, wenn wir Erinnerungen benötigen um Handlungen auszuführen oder zu planen. Das Arbeitsgedächtnis ist auch für das gleichzeitige Behalten und Verarbeiten von Informationen zuständig. Hier kommst es zu deutlichen altersbedingten Verschlechterungen.

Langzeitgedächtnis

Die Aufnahmekapazität unseres Langzeitgedächtnisses scheint unbegrenzt zu sein. Informationen werden gesammelt, geordnet und abgespeichert. Während wir uns viele Informationen für eine Stunden oder Tage einprägen können, schaffen es wenige Informationen für den Rest des Lebens abgespeichert zu werden.

Inhaltlich…

Lässt sich die retrospektive und die prospektive Gedächtnisleistung unterscheiden. Mit der retrospektiven Gedächtnisleistung ist die klassische Gedächtnisleistung gemeint, also die Fähigkeit Informationen und Erinnerungen aus der Vergangenheit abzurufen bzw. zu verarbeiten Bei dem prospektiven Gedächtnis steht im Mittelpunkt Absichten und Planungen, die einmal gefasst wurden, in der Zukunft umzusetzen.

Retrospektives Gedächtnis

Innerhalb des retrospektiven Gedächtnisses lassen sich deklarative und nicht-deklarative Gedächtnissysteme unterscheiden. Die Inhalte der deklerativen Gedächtnissystem können dabei meist eindeutig mittels der Sprache wiedergegeben werden. Die Inhalte der nicht-deklarativen Gedächtnissystem lassen sich hingegen meist nicht so einfach in Worte fassen.

Deklarative Gedächtnissysteme…

Episodisches Gedächtnis

Im episodischen Gedächtnis werden Erinnerungen gespeichert, die sich mit erlebten Erinnerungen befassen. Innerhalb des episodischen Gedächtnisses ist das autobiografische Gedächtnis angesiedelt. Es befasst sich mit Erinnerungen, die mit der persönlichen Geschichte zusammenhängen, wie zum Beispiel der eigenen Hochzeit. Im Rahmen des autobiografischen Gedächtnisses lassen sich keine großen Unterschiede in der Gedächtnisleistung von alten und jungen Personen feststellen. Ein Teil des episodischen Gedächtnisses ist das Quellengedächtnis. In ihm wird abgespeichert in welchem Kontext wir eine Information erhalten haben. Ein typisches Beispiel für eine Lücke im Quellengedächtnis ist, dass uns ein Gesicht zwar bekannt vorkommt, wir aber nicht wissen, wo wir die Person kennen gelernt haben. Das Quellengedächtnis lässt mit zunehmenden Alter nach.

Semantisches Gedächtnis:

Das Semantische Gedächtnis umfasst unser Wissen. Hier sind Fakten und Kenntnisse, wie historische Daten, Telefonnummern oder grammatikalische Regeln abgespeichert. Im Alter ändert sich die Leistungsfähigkeit des semantischen Gedächtnisses nicht. In einigen hierzu durchgeführten Untersuchungen waren die älteren Teilnehmer den jüngeren sogar überlegen.

Nicht-deklarative Gedächtnissysteme

Prozedurales Gedächtnis

Auf das Erinnern von Fertig- und Fähigkeiten ist das prozedurale Gedächtnis spezialisiert. Einmal (oft mühsam) erlernt können diese Fertigkeiten automatisch, unbewusst ausgeführt werden. Das beliebteste Beispiel hierfür ist das Fahrrad fahren. Auch in diesem Bereich kommt es zu keinen altersbedingten Veränderungen.

Um das Gedächtnis auch im Alter fit zu halten, lohnt es sich an einem Gedächtnistraining für Senioren teilzunehmen.

Quellen:

Bauer, Ingrid/ Friese, Andrea/ Graef, Henrike/ Halbach, Anne/ Rötzer, Karin (2009): Ganzheitliches Gedächtnistraining. Ausbildungsmappe Grundkurs. 8. Idstein: Bundesverband Gedächtnistraining e.V..
Martin, Mike/ Kliegel, Matthias (2019): Psychologische Grundlagen der Gerontologie. 3. Stuttgart: Kohlhammer.
Markowitsch, Hans Joachim (2002): Dem Gedächtnis auf der Spur. Vom Erinnern und Vergessen. Darmstadt. Primus.
Schöne Ideen für das Gedächtnistraining finden Sie auch in dem Buch:
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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren* und Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck*.

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