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Der Pfingstochse. Eine Brauchtumsgeschichte. Kostenlos

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Bald feiern wir Pfingsten und mit ihm manche Brauchtümer. Hier eine Geschichte dazu für Senioren.

Der Pfingstochse

Hedwig und Traudl blieben noch gemeinsam am Kaffeetisch im Aufenthaltsraum sitzen, sprachen von früher und wie schön es doch immer im Frühjahr war. „Hedwig, da fällt mir gerade eine Geschichte ein, die ich als junges Mädchen erlebt habe. Die muss ich dir erzählen.“ Traudl schmunzelte schon bei der Erinnerung.

„Ich bin ja in Bayern aufgewachsen und dort ist es noch Brauch, dass ein Pfingstochse geschmückt wird und die Herde durch das Dorf auf die Alm getrieben wird. Wir haben schon Tage vorher Blumen gepflückt und mit Bändern zu Kränzen geflochten. Dann haben wir die Rinder richtig sauber gemacht – gewaschen und gebürstet bis das Fell glänzte. In dem einen Jahr hatte meine Familie den schönsten Ochsen und der sollte der Pfingstochse werden und die Herde anführen. Mein Bruder, der Jupp, hat ihn besonders gut geputzt. Der Ochse sollte nur so strahlen. Den ganzen Samstag hat er gewienert und war ganz stolz auf das Tier.



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Abends dann haben wir noch gefeiert und die jungen Burschen haben es mal wieder übertrieben. Auf jeden Fall ist mein Bruder nachts nochmal in den Stall gegangen, um nach dem Ochsen zu sehen. Aber er muss wohl vergessen haben, das Tor zu schließen.
Als wir am Sonntagmorgen in den Stall kamen, um den Ochsen zu schmücken, war der nicht mehr da. Das Tor stand offen und der Ochse war weg. Wir haben ihn gesucht, aber konnten ihn nicht finden. Und mein Bruder lag im Bett und schlief seinen Rausch aus.

Da kamen dann die anderen Burschen auf die Idee, dass der Jupp den Pfingstochsen geben müsse. Sie holten einen Bollerwagen und den Blumenkranz, der eigentlich für den Ochsen bestimmt war und weckten meinen Bruder. Sie setzten ihn in den Bollerwagen und schmückten ihn. Jupp wusste gar nicht wie ihm geschah. Und dann fuhren sie ihn anstelle des Pfingstochsen durch das Dorf. So einen Spaß hatten wir selten und die Leute haben so gelacht.“



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Monika

© by Monika Kaiser

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