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Der Mond ist aufgegangen -Abendlied


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Der Mond ist aufgegangen

Die goldnen Sternlein prangen

Am Himmel hell und klar

Der Wald steht schwarz und schweiget

Und aus der Wiese steiget

Der weiße Nebel wunderbar

 

Wie ist die Welt so stille

Und in der Dämmrung Hülle

So traulich und so hold

Als eine stille Kammer

Wo ihr des Tages Jammer

Verschlafen und vergessen sollt

 

Seht ihr den Mond dort stehen

Er ist nur halb zu sehen

Und ist doch rund und schön

So sind wohl manche Sachen

Die wir getrost belachen

Weil unsre Augen sie nicht sehn

 

Wir stolzen Menschenkinder

Sind eitle arme Sünder

Und wissen garnicht viel

Wir spinnen Luftgespinste



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Und suchen viele Künste

Und kommen weiter vor dem Ziel

 

Gott lass dein Heil uns schauen

auf nichts Vergänglichs trauen

Nicht Eitelkeit uns freun

Lass uns einfältig werden

Und vor dir auf der Erden

Wie Kinder fromm und fröhlich sein

 

Wollst endlich sonder Grämen

Aus dieser Welt uns nehmen

Durch einen sanften Tod

Und wenn du uns genommen

Lass uns in’ Himmel kommen

Du unser Herr und unser Gott

 

So legt euch denn ihr Brüder

In Gottes Namen nieder

Kalt ist der Abendhauch

Verschon uns Gott mit Strafen

Und lass uns ruhig schlafen

Und unsern kranken Nachbarn auch

 

Text: Matthias Claudius (1740-1815), Melodie: Johann A. Schulz (1747-1800)

 

Text von “Der Mond ist aufgegangen” als Großdruck-Liedblatt

Der Mond ist aufgegangen als MP3-Download



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