4. Dezember: Im Winterwald. Barbaratag

In unserer Adventsgeschichte „Im Winterwald“ geht es heute um den Barbaratag. „Im Winterwald“ ist ein Adventskalender zum Vorlesen (oder Selberlesen) für Ihre Senioren.

Im Winterwald. Barbaratag

Es hatte nicht mehr geschneit, aber es war bitterkalt am Morgen des vierten Dezembers. „Hans, heute ist Barbaratag. Ich werde mir ein paar Zweige schneiden gehen.“ Grete räumte den Frühstückstisch ab. „Es wäre doch schön, wenn wir etwas Blühendes an Heilig Abend in der Stube hätten.“ „Ja, und du weißt auch, dass das dann Glück bringt“, antwortete Hans.
Grete zog ihre festen Winterstiefel an, schlüpfte in eine dicke Winterjacke, band sich ein wollenes Tuch um Kopf und Hals und zog die Handschuhe an. Vorher steckte sie sich aber noch ein Messer in die Jackentasche. Sie nahm noch ein paar Sonnenblumenkerne und einen Meisenknödel für die Vögel mit und trat dann vor die Tür. Bello, der alte Hund, begleitete sie.

Die Luft war kalt und klar. Ihr Atem hing wie eine kleine Wolke in der Luft. Der Schnee knirschte unter ihren Füßen als sie zum Futterhäuschen ging. Ein paar Meisen, ein Buchfink und zwei Amseln flogen auf, als Grete neue Körner in das Futterhäuschen legte. Die alte Frau freute sich, dass die Vögel die Futterstelle aufsuchten und dachte bei sich, dass Hans doch ein guter Mann war, dass er so ein hübsches und nützliches Vogelhäuschen gebaut hatte.

Dann stapfte Grete durch den Wald zu der Lichtung, wo mehrere Haselnuss- und Forsythiensträucher standen. Sie dachte bei sich, dass es bestimmt hübsch aussähe, wenn die gedrehten Haselnusszweige mit den Kätzchen daran zusammen mit den gelben Blüten der Forsythie in einem Krug stehen würden. Grete dachte auch an die heilige Barbara. Sie wurde zum Tode verurteilt, weil sie ihrem christlichen Glauben nicht abschwören wollte und war auf dem Weg zum Gefängnis, als sie mit ihrem Gewand an einem Zweig hängenblieb. Die heilige Barbara nahm den Zweig mit und stellte ihn in ein Gefäß mit Wasser. Der Zweig blühte an ihrem Todestag.

Grete schnitt ein paar Äste ab. Ein Bussard kreiste über ihr in der Luft und rief. Auf dem Heimweg bellte der alte Hund laut und sie sah einen Fuchs, der quer über ihren Weg schnürte. Auch diese Tiere werden Hunger leiden, wenn es noch mehr schneit, dachte die alte Frau bei sich. Zurück in der Hütte stellte sie die Zweige in einen Krug mit Wasser. Sie hatte nicht bemerkt, dass ein kleines Mäuschen mit in die warme Hütte geschlüpft war.





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1. Dezember: Im Winterwald. Hans und Grete
2. Dezember: Im Winterwald. Die Vögel
3. Dezember: Im Winterwald. Der Christstollen

 


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Monika

© by Monika Kaiser. Buchhändlerin, Betreuungskraft, Autorin bei Mal-alt-werden.de

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