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Was ist eigentlich “das Alter” und wann fängt es an?


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Während es lange Zeit üblich war, Alter mit dem Austritt aus dem Erwerbsleben zu definieren, scheint diese Definition nicht immer zu greifen. Dies ist einerseits bedingt durch die Schwankungen im tatsächlichen Verrentungsalter und andererseits durch den Teil der Bevölkerung, der nicht am Erwerbssektor beteiligt ist. In der Demografie wird meist das 65. oder manchmal 60. Lebensjahr als Beginn des Alters festgelegt. Mediziner hingegen sprechen oft vom biologischen Lebensalter, beziehen sich also auf den Zustand des Körpers, welcher für bestimmte Altersgruppen typisch ist. Verschiedene Einteilungen sind in der Soziologie zu finden. Ein Beispiel hierfür ist die Einteilung in junge Alte (60-75jährigen), Alte (75-90jährige), Hochbetagte (90-100jährige) und Langlebige (über 100jährige). Wenn man diese Einteilung wählt, wird man sicherlich andere Schwerpunkte der Problematiken bei den jungen Alten (z.B. Ausscheiden aus dem Erwerbsleben) als bei den Hochbetagten (z.B. Multimorbidität und Pflegebedürftigkeit) finden.

“Altern”

Alter als Strukturkategorie „das Alter“ enthält dabei auch eine dynamische Prozesskategorie „das Altern“. Auf der Ebene des Individuums beinhaltet die Prozesskategorie die permanenten Sozialisationsvorgänge und Erfahrungen, die einen Menschen in bestimmten Lebensphasen beeinflussen. Eine heute 90jährige hat sowohl die Weimarer Republik als auch das Dritte Reich und die heutige Bundesrepublik erlebt, wobei die Gesellschaftsmuster und Sozialisationsstile stark differieren. Aus dem Blickwinkel der Gesellschaft gibt es sich ständig wandelnde Altersbilder und demografisch betrachtet geht es um die Relation zwischen den verschiedenen Altersgruppen und deren Verschiebung.



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Altersgrenzen

Die Willkür von festgelegten Altersgrenzen wird auch daran deutlich, dass fast ausschließlich in zehn oder fünf Jahresschritten vorgegangen wird, was wohl eher ein Zugeständnis an die einfachere Verarbeitung von Daten als logisch begründbar ist. Doch so individuell alt werden und sein auch ist, unabhängig davon, wie schwierig und sinnlos es ist, eine Altersgrenze festzulegen, um „das Alter“ zu definieren, dass sich gewisse Lebensumstände, Bedingungen, Erkrankungen, Erfahrungen in bestimmten Lebensphasen häufen, ist nicht umstritten.

Quelle:

Prahl, Hans-Werner/ Schroeter, Klaus (1996): Soziologie des Alterns. Paderborn: Schöningh.

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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts “Alternde Gesellschaften”. Autorin der Bücher Das große Praxisbuch – Gedächtnistraining für Senioren*, Gedächtnistraining nach Jahreszeiten für Senioren: Das große Praxisbuch*, Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck* und Maibowle und Winzerfest: Lücken-Geschichten in Reimen*.

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