Vatertag vs. Christi Himmelfahrt. Ein Artikel zu den Bräuchen

Am Himmelfahrtstag feiern nicht nur die Christen, sondern auch die Männer den Vatertag. Das Thema eignet sich jeden Frühling wieder neu als Grundlage für jahreszeitlich passende Aktivierungs- und Beschäftigungsideen. Lesen Sie zu diesen Traditionen unseren Artikel zu den Bräuchen.

Vatertag vs. Christi Himmelfahrt

Ursprünglich stammt der Vatertag, wie auch der Muttertag, aus den USA. Er wird dort seit 1910 gefeiert. In Deutschland findet der Vatertag immer am christlichen Feiertag „Christi Himmelfahrt“ statt. In Nord- und Ostdeutschland wird der Vatertag auch Herren- oder Männertag genannt.

Anders als beim Muttertag, an dem sich die Mütter verwöhnen lassen dürfen und beschenkt werden, feiern sich am Vatertag die Männer selbst. Und oft sind die meist jungen Burschen noch gar keine Väter, die den Vatertag feiern.

Bierselige Horden singender Männer, ein ganzes Volk Männer, nur Männer fahren ins Grüne. Männer aus allen sozialen Schichten, Männer, nur Männer wollen unter sich sein! Ledig der Röcke und Lockenwickler, wollen nur weg von der Brust, frei vom Strickstrumpf, dem Abwasch, dem Haar in der Suppe, wollen außer sich sein und ins Grüne, mit Flaschen und Stullen, Kuhglocken und Trompeten wollen sie die ganz große Sau rauslassen, herrlich, selbstherrlich und abgenabelt von Muttern sein.
So treffend beschreibt Günter Grass den Vatertag in seinem 1977 erschienenen Roman „Der Butt“.

Junge Burschen ziehen mit Bollerwagen und Bier los, Kutschen fahren von Treckern gezogen alkoholselige Männergruppen durch Wald und Flur, der Freundeskreis trifft sich zur Kneipentour oder zum Grillfest im Garten. Frauen sind unerwünscht, dürfen aber gerne den Kartoffelsalat bereitstellen. Die Herren möchten unter sich bleiben. Der Alkohol fließt reichlich. So bleibt es nicht aus, dass statistisch gesehen dreimal so viele Unfälle aufgrund von Alkoholkonsum an diesem Tag stattfinden.

Ein Stöhnen ging durch die Männerwelt, als Frau von der Leyen, damals noch Familienministerin, anregte, diesen Festtag doch mehr mit den Kindern zu verbringen.

Was hat aber nun der Vatertag mit Christi Himmelfahrt zu tun?
Der Vatertag hat seinen Ursprung auch in diesem christlichen Feiertag. Früher war es üblich, dass am Himmelfahrtstag Flurumgänge stattfanden. Dieser Brauch beruht wiederum auf den Gang der elf Jünger zum Ölberg zum Zweck ihrer Aussendung. Auch führte Papst Leo III. im 9. Jahrhundert eine Bittprozession ein. Bei den Wanderpartien am Herrentag merkt man allerdings nicht mehr viel von dessen christlichen Wurzeln.

Christi Himmelfahrt ist ein gesetzlicher Feiertag und findet immer 40 Tage nach Ostersonntag und zehn Tage vor Pfingsten statt. Der Himmelfahrtstag ist immer ein Donnerstag. Alle Christen feiern an diesem Tag die Rückkehr Jesus Christus zu seinem Vater in den Himmel. Der Tag wird mit Gottesdiensten und Prozessionen begangen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn sich die feiernden Väter und die Betenden zwischen Wiesen und Wäldern begegnen würden.

Quellen: vivat.de; Brauchwiki.de;

 


Monika

© by Monika Kaiser. Buchhändlerin, Betreuungskraft, Autorin bei Mal-alt-werden.de

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