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„Trost 45“


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Ein Interview zum Ausstellungsprojekt ‚Kriegsende vor 70 Jahren‘ mit Laura Lis

Laura Lis

 

Hallo Frau Lis, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

Hallo, mein Name ist Laura Lis und ich bin 19 Jahre alt. Nachdem ich letztes Jahr mein Abitur erfolgreich abgeschlossen habe, unterstütze ich seit Oktober, im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes, das Team der Zukunftswerkstatt therapie kreativ.

 

Am 4. Mai fand die Vernissage zur Ausstellung „Trost 45“ statt. Was begegnet uns in dieser Ausstellung?

In dieser Ausstellung sehen Sie Bilder, Texte und Objekte, die von Zeitzeugen zum Thema „Was tröstet mich? Was hat getröstet?“ gestaltet wurden. Sie zeigen die Erlebnisse und Geschichten der Menschen, die das Kriegsende erlebt haben und machen deutlich, was ihnen in dieser schweren Zeit bedeutenden Halt gegeben hat.

 

Wie kam es zu diesem Projekt?

Dem 70ten Jahrestag des Kriegsendes wollten wir besondere Aufmerksamkeit schenken. Dabei wollten wir den bereits bestehenden Schreckensbildern keine Neuen hinzufügen und so entwickelte sich die Idee den Trost in den Vordergrund zu stellen und die Kriegsthematik aus der Perspektive, der stärkenden Momente, zu betrachten.

 

Wo und wie lange kann man die Ausstellung noch besuchen?

Ab der offiziellen Eröffnung am 04.05.15 ist die Ausstellung noch zwei Monate lang im Semnos-Zentrum der Zukunftswerkstatt in Duisburg zu sehen.
Semnos-Zentrum
Blumenstr. 54 a
47057 Duisburg

Jeden Montag von 15 bis 18 Uhr ist die Ausstellung im Rahmen des Semnos-Cafés geöffnet.
Dienstag bis Freitag nach Absprache unter der Telefonnummer 0203 363 526 83.

Danach geht die Ausstellung innerhalb eines Jahres durch verschiedene Städte Deutschlands, unter anderem: Berlin, Bielefeld und Monheim.

 

Wie haben Sie die Menschen gefunden, die Ihnen ihre Fotos, Bilder und Texte zur Verfügung gestellt haben? Wie verlief die Kontaktaufnahme?

Hauptsächlich unterstützen uns die Kooperationspartner des Projekts „Alter & Trauma“, das IGP Institut für Gerontopsychiatrie und das Institut für soziale Innovationen ISI e.V. Die Kontaktaufnahme mit verbündeten Heimleiterinnen und freiwilligen Mitarbeitern verlief durch den E-Mail Verkehr.
Einige Bilder und Texte wurden bei uns persönlich von den Mitarbeitern der Pflegeheime eingereicht. Begleitend dazu gab es selbstverständlich interessante Berichte und Geschichten rund um die Entstehung der Arbeiten.

 

Was fühlen Sie, wenn Sie durch diese Ausstellung gehen?

Ich bin wirklich sehr dankbar, dass so viele Menschen bereit waren, ihre Geschichten, Projekte und Bilder mit uns zu teilen. Gleichzeitig bin ich immer wieder sehr berührt von all´ den Arbeiten, weil mir durch sie verstärkt bewusst wird, wie vielfältig Trost sein kann und insbesondere, wie bedeutend er zu dieser Zeit war.

 

Würden Sie uns vielleicht eine kleine Geschichte aus der Ausstellung erzählen, die Ihnen besonders nahe gegangen ist?

Jede Geschichte ist wirklich sehr besonders und einzigartig.
Besonders bewegend ist jedoch das Werk einer 89 Jährigen Frau H., die in der Kriegszeit sehr viel Leid erlebt hat. Für die Trost-Ausstellung hat sie das Bild mit dem Titel „Hoffnung auf Frieden“ angefertigt. In der Kriegszeit lebte sie in voller Angst und war ganz alleine auf sich gestellt. Trotzdem begleiteten sie ständig der tröstende Gedanke und die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende. Bis heute ist es ihre größte Hoffnung „…dass, es nie wieder Krieg gibt und alle Völker in Frieden miteinander leben.“.
Die Tatsache, dass Frau H. für die Vernissage Monate vorher das Treppensteigen geübt hat, um ihr Kunstwerk persönlich betrachten zu können, ist mir ebenfalls sehr ans Herz gegangen.

 

Was wünschen Sie sich von der Zukunft?

Ich wünsche mir, dass der Begriff des Tröstens, in Verbindung mit der Erinnerung an die Kriegsgeschehnisse, nicht vergessen wird und die Menschen sich immer wieder bewusst die Zeit für den Trost nehmen.
Es wäre schön, wenn Projekte, die in Zukunft in ähnlicher Form initiiert werden Anerkennung bei den Betrachtern finden könnten.

 



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Herzlichen Dank, Frau Lis!!!

Zur Internetseite: www.soziale-innovationen.de



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*

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