“Dom-Umweg” Eine Geschichte zum Kölner Dom

Den Kölner Dom ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Diese Geschichte für Senioren handelt von einer überraschenden Reise zu dieser bedeutenden Kathedrale.

Der Dom-Umweg

Heinrich hatte sich fest vorgenommen, seine Enkelkinder in Düsseldorf zu besuchen. Der Rentner wohnte in Aachen, fühlte sich noch sehr rüstig trotz seines hohen Alters und war auch immer noch recht unternehmenslustig. Seine Sehkraft ließ ein wenig nach und manchmal spielte ihm auch sein Gedächtnis Streiche. Doch Heinrich war immer gerne mit dem Zug gefahren und hatte diese angenehme Art des Reisens auch dieses Mal geplant. So kam es, dass Heinrich an diesem sonnigen Morgen am Aachener Hauptbahnhof stand und sich auf den Weg nach Düsseldorf machen wollte. Sein Vertrauen in die Deutsche Bahn war groß, aber das Schicksal hatte an diesem Tag andere Pläne für ihn.

Heinrich wartete auf dem Bahnsteig, der Zug rollte auf dem Gleis ein und der alte Herr stieg ein. Der Zug rollte aus dem Bahnhof und sauste durch die malerische Landschaft. Heinrich machte es sich in seinem Abteil bequem, holte den spannenden Krimi aus der Tasche und vertiefte sich in sein Buch. Nach einer Weile hob Heinrich den Kopf und als er aus dem Fenster schaute, erblickte er etwas Ungewöhnliches – der Kölner Dom ragte majestätisch zwischen den Häusern empor. Heinrich schaute auf sein Ticket und stutzte: „Das kann doch nicht sein!“
In Gedanken versunken und von der Lektüre abgelenkt, war Heinrich tatsächlich in den falschen Zug gestiegen. Statt nach Düsseldorf zu fahren, kam er nun in Köln am Bahnhof an. Doch als er die imposante Kirche erblickte, beschloss er kurzerhand, das Beste aus der Situation zu machen.

Heinrich sagte zu sich selbst: „Nun gut, Düsseldorf kann warten, aber den Kölner Dom lasse ich mir nicht entgehen!“ So schlenderte er fröhlich vom Bahnhof aus durch die Altstadt bis zur Domplatte. Er bewunderte die gotische Architektur und erfreute sich an der lebendigen Atmosphäre der größten Stadt am Rhein. Nach einer ausgiebigen Dombesichtigung stärkte sich Heinrich mit köstlichen Reibeplätzchen und Apfelmus an einem Imbissstand. Dann wurde es langsam Zeit, doch noch den richtigen Zug nach Düsseldorf zu erwischen. Heinrich, immer noch gut gelaunt, ging zum Bahnhof und achtete nun besonders darauf, in den richtigen Zug einzusteigen. Seine Enkelkinder wunderten sich, dass ihr Opa so spät bei ihnen eintraf. Heinrich erzählte mit einem Augenzwinkern von seinem unerwarteten Ausflug nach Köln und was dieser Tag für ein unvergessliches Abenteuer für ihn bereitgehalten hatte. Seine Enkelkinder schlugen vor, doch das nächste Mal mit ihrem Opa zu verreisen und das fand Heinrich eine sehr gute Idee.

Monika

© by Monika Kaiser. Buchhändlerin, Betreuungskraft, Autorin bei Mal-alt-werden.de

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