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Alltagsbegleiter für Demenzkranke


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8 Fragen an Simone Küppermann

Dipl. Sozialarbeiterin (FH), Krankenschwester, Entspannungspädagogin, Deeskalationstrainerin.

 

Hallo Frau Küppermann. Stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

 

Ich bin 38 Jahre alt, lebe in Schwerte und habe nach meiner Ausbildung zur Krankenschwester Sozialarbeit an der FH Dortmund studiert. Ich bin seit fast 15 Jahren in stationären Alteneinrichtungen tätig und bin Teamleitung eines Sozialen Dienstes in einer Senioreneinrichtung.

 

Als Leitung im Sozialen Dienst eines Altenheims sind Sie mitverantwortlich für den Einsatz von Alltagsbegleitern. Was genau sind die Aufgaben von Alltagsbegleitern?

 

Die Tätigkeiten der Alltagsbegleiter sind im SGB 11 ziemlich genau beschrieben, – vorlesen, malen, spazieren gehen, etc.. Man könnte im Grunde sagen, es handelt sich bei dieser Tätigkeit um niederschwellige Betreuungsangebote, welche zusätzlich zu den Angeboten von pädagogischen Fachkräften des Sozialen Dienstes durchgeführt werden. Die Bezeichnung Alltagsbegleiter gefällt mir sehr gut, – immerhin ist die Zielgruppe als “Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz” definiert und dort sollte meiner Meinung nach auch angesetzt werden. Man sollte die Alltagskompetenz der Menschen stärken, oder wenn nicht möglich zumindest durch zusätzliche menschliche Zuwendung Geborgenheit vermitteln.

 

Was für persönliche Kompetenzen sollte Jemand, der als Alltagsbegleiter für Demenzkranke arbeiten will, mitbringen ?

 

Geduld und Einfühlungsvermögen sind sehr wichtig, aber auch echtes Interesse an anderen Menschen, Kontaktfreudigkeit, Beziehungsfähigkeit, Fröhlichkeit, psychische Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit an die Kommunikation des demenziell veränderten Menschen. Ich finde es sehr wichtig, dass die Sprache so gut beherrscht wird, dass der Bewohner gut verstanden wird, aber auch den Alltagsbegleiter gut verstehen kann.

 

Wie schätzen Sie die Qualität der Ausbildung zum Alltagsbegleiter ein?

 

Die Qualität der Ausbildung ist sehr unterschiedlich. Es gibt auch gute Ausbildungsinstitute, aber leider ist die Ausbildung bei einigen Trägern sehr pflegelastig und darum geht es in der Praxis eher selten. Viel wichtiger wäre es, die Alltagsbegleiter in Kommunikationstechniken wie zum Beispiel Validation zu schulen, denn das benötigen sie im Alltag dringend. Ebenso fehlt vielfach das Fachwissen bezogen auf Krankheitsbilder. Vor allem die Symptome psychischer Erkrankungen sind im Berufsalltag oft herausfordernd, und um so wichtiger ist es, im professionellen Kontakt mit einem psychisch erkrankten Menschen zu wissen, was gesunde Persönlichkeitsanteile sind, und welches Verhalten auf krankhafte Veränderungen zurückzuführen ist. Ich versuche gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften dieses Wissen zu vermitteln, aber das ist im Tür-und Angelgespräch oft schwierig zu verstehen, für Menschen, die nur einen 3-monatigen Kurs besucht haben.

 

Was würden Sie Jemandem empfehlen, der sich nicht sicher ist, ob die Ausbildung zum Alltagsbegleiter der richtige Weg für seine berufliche Zukunft darstellt ?

 

Ein Praktikum in einem Sozialen Dienst in einer stationären Pflegeeinrichtung wäre hier vermutlich der beste Weg um sich auszuprobieren. Ich nehme gerne Praktikanten und die dürfen vieles ausprobieren und sich einiges anschauen.

 



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Wenn Sie Bewerbungen von Alltagsbegleitern bekommen, worauf achten Sie besonders?

 

Ich achte ehrlich gesagt auf das Foto (aber bei allen Bewerbungen), dann schaue ich, was jemand beruflich vorher gemacht hat, sehe nach, ob der Kurs absolviert ist, oder ob stattdessen etwas anderes den Menschen auszeichnet, zum Beispiel pflegerische Vorerfahrung (nicht zwingend, aber hilfreich), Angehörigenpflege oder sonstiges was für mich transparent macht, dass dieser Mensch wirklich an so einer Aufgabe interessiert ist. Entscheidender sind für mich aber Vorstellungsgespräch und Hospitationstag.

 

Wie kann Jemand Sie in einem Bewerbungsgespräch davon überzeugen, dass er/ sie die richtige Wahl ist?

 

Indem ich das Gefühl habe, dass dieser Mensch folgende Punkte -zumindest in Ansätzen- aus seiner Persönlichkeit heraus erfüllt:

– Akzeptanz und Wertschätzung anderen Menschen gegenüber,

– kongruentes (echtes) Verhalten,

und die Fähigkeit zur Empathie hat, das bedeutet sich in andere Menschen einfühlen zu können.

 

Glauben Sie, dass das Berufsbild des Alltagsbegleiters Zukunft hat?

 

Ja, denn die pflegebedürftigen und demenziell veränderten Menschen werden älter und hilfsbedürftiger. Viele Tätigkeiten im Alltag müssen nicht direkt durch eine pädagogische Fachkraft durchgeführt werden, es reicht meiner Meinung nach, wenn diese anleitet und steuert.

 

Danke, Frau Küppermann !!!

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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren* und Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck*.

Kommentare (8) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich arbeite als Alltagsbegleiter in einem Seniorenheim. Die Arbeit macht mir großen Spass.Von meiner Ausbildung bin ich Steuerfachangestellter, Dipl-Kfm., Personalreferent und habe die Ausbildereignungsprüfung absolviert. Ich habe festgestellt, dass viele ältere arbeitslose Akademiker als Alltagsbegleiter arbeiten.

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  2. Ich Arbeite jetzt seit fast zwei Jahren als Betreuungsassiestentin wie man bei uns sagt, mir macht die Arbeit viel freude, früher warich Verkäuferin und habe als Empfangskraft gearbeitet war aber dann scheinbar zu alt für diese Arbeiten ( fand keinen neuen Job) dann machte ich den Kurs über drei Monate mit und hatte Glück das ich bleiben durfte wo ich Praktikum machte. Was mich nur stört ist das ich keine fest Anstellung bekomme sondern meist nur drei Monats Verträge.Schade

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  3. Ich bin im Moment im Prüfungsstress.Am 25.7.2012 bin ich dann, nach einer 2 jährigen Ausbildung, fertig.(mit staatl.Prüfung. In dieser Ausb.( Schule und Praxis )wird sehr großen Wert auf eine Biographie-orientierte und Ressourcen-gerechte Arbeit, gelegt. Auch sind Kenntnisse über alle Erkrankungen im Alter und der Umgang damit, sehr wichtig.
    Am wichtigsten finde ich jedoch,das man mit dem Herzen dabei ist.
    Schon gleich zu beginn meiner Ausbildung habe ich gemerkt, hier bin ich richtig, hierfür lohnt es sich nochmal die Schulbank zu drücken.
    Im September werde ich 51 Jahre alt und ich freue mich das ich es geschafft habe.

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  4. Ich bin jetzt 36 Jahre alt und arbeite seit drei Jahren als Alltagsbegleiter in einem Pflegeheim. Zu dem Job bin ich als 1 Euro Jobber gekommen. Diese Arbeit absolvierte ich bereits in dem gleichen Heim indem ich heute angestellt bin. Meine Ausbildung habe ich bei Ambet gemacht. Diese Ausbildung zum Alltagsbegleiter kann ich nur weiter empfehlen.

    Am Anfang hätte ich mir nie vorstellen können dass die Arbeit mit alten Leuten mir mal so viel Spass machen könnte. Aber nun gehe ich in diesem Beruf auf. Und habe jeden Tag viel Spass mit den Bewohnern. Natürlich gibt es auch stressige Situationen, aber auch die kann ich mittlerweile ganz gut bewältigen.

    Ich bin froh nach jahrelanger Arbeitslosigkeit endlich einen richtigen Beruf bekommen zu haben und bin noch immer allen dankbar die mir geholfen haben, die mir das ermöglicht haben und die an mich geglaubt haben.

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  5. Ich mache gerade eine Weiterbildung, zur Alltagsbehleitung. Komme aus der Pflege, so ist mir der Umgang mit älteren Menschen vertraut. Ich habe ein sehr gutes Praktikumszeugniss bekommen doch die Pdl in dem Haus nimmt mich nicht ernst. Als Not am Mann war hat sie mich mit Handkuss genommen und ich habe selbständig gearbeitet. Auf die Frage ob ich ihr meine Bewerbung reinreichen kann, antwortete sie nur , als was denn?!! Hätte am liebsten geantwortet als Piercer und Tättoowierer^^ insgesamt war ich 8 Wochen in dem Haus und dann so eine Abfuhr, ich bin sehr enttäuscht.
    Meine Arbeit machte ich sehr gewissenhaft, wahrscheinlich wird das nicht gerne gesehen.
    Habe mich daraufhin bei der Geschäftsleitung beschwert!
    LG

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  6. guten tag,werte frau küppermann. sie wirken kompetent- ich würde mich gerne mit ihnen beraten.
    mein sohn ist hörgeschädigt -kommt mit den hörgeräten jedoch gut klar. er hat die letzten 2 jahre die Ausbildung zum alltagsbegleiter im BBW der paulinenpflege WN gemacht. 6 tage vor der praktischen Prüfung hat er Hausverbot an der praxisstelle erhalten,das schulverbot folgte auf dem fuß -die haben grade noch auf sowas gewartet. er hats nicht einfach,macht schon auch Blödsinn,geht aber nie gegen menschen vor ,sondern gibt gerne selbst das opfer. jedenfalls gabs einen verdacht,eine Seniorin verletzt zu haben, die er nach dem toilettengang gewaschen und auf dem waschhandschuh blut entdeckt hat. dies ist ihm seit märz 3x aufgefallen und er hats jedesmal weitergemeldet. nun kommt es hinterrücks -ER wird verdächtigt,ihr verletzungen zugebracht zu haben. das ist ungeheuerlich- keine Beweisführung möglich,da die frau nicht aussagen kann,geistig behindert und eine spastik hat. Dokumentation nicht geführt.
    nun- Hausverbot,schulverbot. darf die Prüfung als externer ablegen,so er bis nächsten mittwoch eine praxisstelle im bereich winnenden findet,die ihn als Praktikant aufnimmt,begleitet und die prüfungssituation mitvorbereitet. die zu erstellenden Ausarbeitungen sind ja sehr personenbezogen,also braucht er schon ein paar tage zeit zum kennenlernen und beratung von Mitarbeitern. WAS IST ZU TUN ? kann er einen platz finden oder die prüfung solo und abgekoppet von seiner schule machen,mit dem was er an erfahrung mitbringt? ich dreh bald durch. er hat sich so reingehängt und alles gegeben…für nichts? lb grüße,petra ehrmann

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  7. also unlängs ,habe ich mich in einer seniorenresidenz i n ffm vorgestellt aber eigendlich suche ich einen demenzbetreuer §87b job im raum marburg ,wenn jemabd was weiss bitte melden ,016091534248 danke

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  8. Hallo, ich habe bald meine anstehende Praxisprüfung im bereich Seniorenfachkraft / Betreuung für Demenzerkrankte Senioren.
    Leider kenne ich mich in diesem Bereich kaum aus, da wir nur Theorieunterricht haben, aber leider ist der tagesablauf meist von Selbstbeschäftigungstherapie bestimmt, somit habe ich nun gar keine vorstellung wie ich meine insg.45 min. Prüfung bewältigen soll.
    Die Prüfung soll anhand einer passenden Mappe gestaltet werden, woran die entsprechenden Prüfer herauslesen können, welches Lebensbild die Patienten haben , (“Fanasiepatienten”)
    ausserdem soll schriftlich ersichtlich sein,was für Tätigkeiten ich mit meinen Patienten tätigen würde.
    Ich möchte ungern das übliche als Prüfungsthema tätigen ( d.h. gymnastik, memorie oder ähnliches )
    Im schnitt benötige ich drei Beschäftigungsarten, max 15 min.
    wer könnte mir tipps geben

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  9. Ich habe viele Jahre als Examinierte Fachkraft stationär und ambulant mit Senioren gearbeitet und hab dann letztendlich meinen Job an den Nagel gehängt um eine Ausbildung als Alltagsbegleiterin zu machen.
    Ich möchte nicht nur der examinierte Versorger sein, der kaum Zeit findet für ein Gespräch, der immer unter Zeitdruck handelt und letztdendlich immer mit schlechtem Gewissen nach Hause geht.
    Sicher beinhaltet der wechsel von der examinierten zur Pflegehilfskraft ein großes finanzielles Defizit….
    aber ich geh lieber mit einem guten Gefühl nach Hause…( und der Frage, “kommen sie morgen wieder”) als mit einer gefüllten Geldbörse .
    Und bin letztlich innerlich zufrieden und glücklich mit dem was ich an tollen Dingen erlebt habe.

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