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Was kann ich bei Wachkomapatienten dokumentieren?

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Mich hat eine E-Mail mit der oben genannten Frage erreicht:

Was kann ich bei Wachkomapatienten dokumentieren?

Grundsätzlich gilt bei der Dokumentation der Begleitung von Menschen im Wachkoma das gleiche, wie bei allen anderen Menschen, die Sie betreuen auch. Wie oft und wie ausführlich dokumentiert wird, ist von Einrichtung zu Einrichtung sehr unterschiedlich. Je nachdem welche Erfahrungen die Leitungskräfte gemacht haben unterscheiden sich die einrichtungs- oder trägerinternen Vorgaben. Immer gleich ist allerdings, dass das Dokumentierte auf den eigenen Beobachtungen basieren soll und neutrale Formulierungen zu wählen sind. Sie beschreiben die Maßnahme, die Sie durchgeführt haben, und dann die Reaktion des Bewohners.
Was habe ich wirklich gesehen? Haben Sie gesehen, dass der Mensch zufrieden ist? Wahrscheinlich nicht.Vielerorts wird dann der einfache Trick verwendet

„Der Bewohner schien zufrieden“
oder
„Der Bewohner machte einen zufriedenen Eindruck“
zu schreiben.

Das ist allerdings mehr Neutralfärberei als eine wirkliche Beobachtung. Die Beobachtung könnte sein, dass der Bewohner gelächelt hat. Das sollte dann auch genau so in die Dokumentation geschrieben werden:

„Der Bewohner hat gelächelt.“



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Woher kommen jetzt die Unsicherheiten in der Dokumentation von Betreuungsaktivitäten bei Wachkomapatienten? Man kann so wenig beobachten. Vor der Dokumentation steht die Achtsamkeit, die Aufmerksamkeit bei der Betreuung. Was kann ich wirklich bei dem Patienten, den ich betreue sehen? Was kann ich wirklich wahrnehmen? Wie ist die Atmung des Patienten? Wie entwickelt sich die Atmung während des Angebots? Gab es kleine Bewegungen? Gab es eine Veränderung des Muskeltonus? Haben sich die Augen bewegt? Ja? Schreiben Sie das:

Die Atmung war gleichmäßig.
Die Atmung beschleunigte sich.
Die Muskeln waren angespannt.

Schreiben Sie genau das, was Sie sehen. Wenn Sie nichts sehen, nichts beobachten können, dann schreiben Sie genau das.

Der Bewohner zeigte keine sichtbare Reaktion.

Sie können mit Sicherheit jeder Zeit fachlich begründen, warum Sie das Angebot durchführen und die Angebote werden regelmäßig evaluiert.



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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren*, Gedächtnistraining nach Jahreszeiten für Senioren: Das große Praxisbuch*, Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck* und Maibowle und Winzerfest: Lücken-Geschichten in Reimen*.

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