Unsere Adventskalendergeschichte 2023: 4. Dezember – Sankt Barbara

4. Dezember – Sankt Barbara

„Papa? Gehen wir heute wieder zum Weihnachtsmarkt? Ich möchte soooo gerne noch mal auf meinem Pony reiten!“ Bärbel schaute ihren Vater mit großen blauen Augen an.

„Nein, Bärbel, heute gehen wir nicht zum Weihnachtsmarkt. Dein Pferdchen muss sich auch mal ausruhen.“ Er hatte schon befürchtet, dass seine Tochter nun jeden Tag mit dem mit schmucken Holzpferden ausgestatteten Kinderkarussell fahren wollen würde. Bärbel liebte Pferde.

„Oh, schade!“, fand Bärbel und hatte fast schon ein Tränchen im Auge.

„Weißt du, was wir nachher machen, wenn ich dich aus dem Kindergarten abhole? Wir spielen zusammen das Pferde-Memory. Und Mama hat heute auch früher frei und kann mitspielen.“

Bärbels Mama war Krankenschwester, hatte Schichtdienst und war deswegen oft nicht zu Hause. Bärbels Papa arbeitete als Steuerfachmann und konnte seine Arbeit von zu Hause aus erledigen.

Bärbel freute sich. Das Kinderkarussell war vergessen und das kleine Mädchen lief fröhlich zu ihren Freundinnen in die Kindergartengruppe.

Am Nachmittag saß Bärbel mit ihrem Papa am Esstisch. Die erste Kerze des Adventskranzes brannte. Die beiden tranken heißen Kakao und spielten Memory.

„Huhu! Ich bin wieder da!“

„Mama!“ Bärbel lief ihrer Mutter entgegen und fiel ihr um den Hals.

„Was für eine schöne Begrüßung“, freute die sich, als sie auch von Peter ein Küsschen bekam.

„Spielst du jetzt mit, Mama? Wir haben auch noch einen Kakao für dich!“

„Ich stell erst die Zweige in die Vase, dann komme ich.“ Bärbels Mutter hatte Kirschzweige geschnitten, die sie jetzt in einer tiefen Bodenvase arrangierte und dann vor die Balkontür stellte.

„Das sind aber blöde Blumen! Die haben ja gar keine Blüten“, fand Bärbel.

„Das sind Barbarazweige. Die nennt man so, weil heute Sankt-Barbara-Tag ist. Die Zweige entwickeln in den nächsten Tagen Knospen und werden dann am 24. Dezember blühen.“

„Oh, das wird aber hübsch“, überlegte Bärbel. „Und die Tante Barbara heißt genau wie ich, denn eigentlich heiße ich ja auch Barbara.“ „Das stimmt, Bärbel. Und weil du heute Namenstag hast, habe ich dir auch etwas mitgebracht.“ Marion holte aus ihrer Tasche ein großes braunes verziertes Herz mit einem rosafarbenen Band heraus. „Das ist ein Lebkuchenherz. Da steht ‚Für meinen Schatz‘ drauf. Ich habe es auf dem Weihnachtsmarkt gekauft. Da gab es eine Bude mit ganz vielen Leckereien: Vanillekipferl, Zimtsterne, Stollen, Printen und vieles mehr. Die Plätzchen habe ich nicht gekauft, die backen wir ja selbst, aber das Lebkuchenherz fand ich so hübsch.“ Marion gab Bärbel einen Kuss und hängte ihr das Lebkuchenherz um. Dann setzten sich alle drei wieder an den Esstisch und spielten Memory und Mensch ärgere Dich nicht, bis es für Bärbel Zeit wurde, ins Bett zu gehen.

 

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Diese Geschichten unseres Adventskalenders 2023 sind bereits erschienen:

  1. Dezember – Endlich wieder Weihnachtsmarkt!
  2. Dezember – Weihnachtslieder
  3. Dezember – Das Kinderkarussell

Monika

© by Monika Kaiser. Buchhändlerin, Betreuungskraft, Autorin bei Mal-alt-werden.de

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