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St. Martin. Eine Hoffnungsgeschichte

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St. Martin war ein guter Mann und teilte seinen Mantel mit einem Bettler. Das war im 4. Jahrhundert. Doch gute Menschen gibt es auch heute noch. Eine Hoffnungsgeschichte für Senioren.

St. Martin

Es war ein sonniger, aber kalter Herbsttag Anfang November und Hedwig beschloss ein wenig spazieren zu gehen. Sie hatte tagelang alleine in ihrer kleinen Wohnung gesessen und sie fühlte sich von Tag zu Tag einsamer. Ihre Tochter wohnte weit weg und konnte sie nicht so oft besuchen. Hedwig ging sonst auch einmal zum Treffen des Seniorenvereins, aber das fand wegen Corona nicht statt. Da sie wegen des Coronavirus auch ängstlich war, ging sie nur selten aus dem Haus. Die Einkäufe ließ sie sich sowieso schon vom Lebensmittelladen bringen. Die schweren Taschen konnte sie schon lange nicht mehr die drei Treppen bis zu ihrer Wohnung hoch tragen.

Heute fiel ihr die Decke endgültig auf den Kopf und sie beschloss einen Spaziergang im nahen Stadtwald zu machen. Es war zwar sehr kalt, aber die Sonne schien. Hedwig bewunderte die bunten Blätter an den Bäumen, sie lachte über ein Eichhörnchen, das ganz zutraulich war und sich fast von ihr streicheln ließ und sie freute sich über den strahlend blauen Himmel und die wärmende Sonne.

Sie schritt durch den Stadtwald, genoss ihre Umgebung und hing ihren Gedanken nach. Über ihr krächzte plötzlich eine Elster und Hedwig erschrak. Sie stolperte über eine Baumwurzel und fiel hin. Sie landete zwar einigermaßen weich in einem Blätterhaufen, aber als sie versuchte aufzustehen, schoss ein entsetzlicher Schmerz durch ihren Fuß. Wahrscheinlich hatte sie sich den Knöchel verknackst. Sie versuchte ein paar Mal aufzustehen, aber es gelang ihr nicht.

Oh je, was sollte sie jetzt machen? Sie rief um Hilfe. Erst ein wenig zögerlich und dann richtig laut. Sie konnte nur hoffen, dass jemand sie hörte und ihr helfen würde. Sie wusste noch nicht einmal genau, wo sie hier im Stadtwald war, denn sie war einfach immer weiter gelaufen und hatte den Spaziergang genossen.



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Es wurde kalt auf dem Boden und sie fror. Bestimmt käme zu dem angeknacksten Knöchel auch noch eine Blasenentzündung hinzu. Sie rief und rief, aber niemand schien sie zu hören. Als es anfing zu dämmern und sie schon ganz heiser vom Rufen war, fing sie vor Verzweiflung an zu weinen. Sie schloss die Augen und dachte: „Jetzt ist mein Ende gekommen. So hab ich mir das aber nicht vorgestellt.“

Auf einmal schleckte eine feuchte Hundezunge über ihr Gesicht. „Luna, komm her, was machst du denn da!“, hörte sie einen Mann rufen. „Hilfe! Hilfe! Bitte helfen Sie mir!“, rief Hedwig mit neu erwachten Lebensgeistern. Ein junger Mann beugte sich über sie. „Ja, was machen Sie denn hier? Ich helfe Ihnen auf.“ „Mein Fuß ist wahrscheinlich verstaucht. Ich kann nicht stehen. Es tut so weh. “ „Ich stütze Sie und wir gehen ganz vorsichtig zu meinem Auto. Das ist ganz in der Nähe. Sie sind ja ganz kalt. Ich gebe Ihnen meine Jacke.“ Der junge Mann zog legte Hedwig seine Jacke um und  brachte sie zum Auto und fuhr Hedwig ins Krankenhaus. Dort wurde sie in warme Decken gepackt und der Fuß musste eingegipst werden. Sie sollte erst einmal für ein paar Tage im Krankenhaus bleiben. Zu der Schwester sagte sie: „Ein junger Mann hat mich gefunden und hierher gebracht. Ich würde mich gerne bei meinem Lebensretter bedanken, aber ich weiß gar nicht wie er heißt.“ „Er hat aber mir seinen Namen genannt: Martin. So wie der heilige St. Martin.“

 

 



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Monika

© by Monika Kaiser

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