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Krammmarkt. Eine Alltagsgeschichte

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Der Besuch des Krammarktes war immer etwas Besonderes, denn auf dem Krammarkt wurden Waren angeboten, die man in den Läden der Stadt oder des Dorfes nicht bekam. Eine Alltagsgeschichte für Senioren

Krammarkt

Krammärkte oder Kramermärkte gibt es schon seit dem Mittelalter. Sie sind entstanden, damit die Bauern ihre Waren anbieten konnten und auch Waren kaufen konnten, die sie dringend benötigten, aber nicht selber herstellen konnten. Fahrende Händler machten sich dieses zu Nutzen und boten ihre Waren oder Dienstleistungen an. Auch Viehmärkte fanden zeitgleich mit den Krammärkten statt und da früher der Besuch des Krammarktes etwas Außergewöhnliches war, die Bauern sich den ganzen Tag Zeit dafür nahmen, sich schick anzogen und auch mal ihre Nachbarn trafen, etwas Neues aus der Welt erfuhren und Frau und Kinder mitnahmen, entwickelte sich daraus die Kirmes. Erst mit Gauklern und später mit Karussells und Attraktionen für Groß und Klein.

Ich fand es immer toll, mit meiner Oma auf den Krammarkt zu gehen. Er fand immer montags während der Kirmestage statt und war gut besucht. Die Händler boten laut rufend ihre Waren an und waren auch bereit zu handeln oder etwas günstiger zu verkaufen, wenn es gegen Abend ging und der Besuchsstrom nach ließ. Es gab Stände mit Unterwäsche, Lederwaren, Strick- und Kurzwaren, Tischdecken, Reinigungsmitteln und Süßigkeiten. Besonders mochte ich den Stand mit den Gewürzen. Es duftete herrlich nach exotischen Gewürzen wie Koriander und Kreuzkümmel, aber auch süß nach Vanille und Zimt. Meine Oma kaufte Hosengummis und Knöpfe, Reinigungsmittel und Fensterleder, Gewürze und Kräuterbonbons, Unterhemden mit langem Arm für meinen Opa und Unterhosen mit Zwickel für sich. Wir brauchten immer ewig um einmal über den Krammarkt zu gehen, denn meine Oma traf viele Bekannte, die sie lange nicht gesehen hatte und mit denen sie ein Schwätzchen halten musste. Eine Weile fand ich es interessant, über was die Erwachsenen sich unterhielten, aber wenn das Schwätzchen allzu lange dauerte, wurde mir doch langweilig. Zum Glück konnte man so viele Sachen und Leute bestaunen.



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Besonders spannend war es immer, wenn meine Oma ein neues Huhn für unseren Hühnerstall aussuchte, denn Hühner konnte man früher auch auf dem Krammarkt kaufen. Wir hatten immer braune Hühner und dann musste es natürlich auch wieder ein braunes Huhn sein. Wichtig war auch, ob es viele Eier legen würde, aber das konnte man beim Kauf nur hoffen.

Zum Abschluss des Besuches des Krammarktes bekam ich immer noch etwas Süßes: Zuckerwatte, gebrannte Mandeln oder einen Paradiesapfel. Es war immer ein schöner Tag!



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Monika

© by Monika Kaiser

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