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Der Maibaum. Eine Geschichte zu Pfingsten

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Bald feiern wir Pfingsten und freuen uns über den „Wonnemonat Mai“. Ein bekannter Brauch zu Pfingsten ist das Maibaum-Aufstellen. Eine Geschichte für Senioren

Der Maibaum

Josef und Leni saßen auf der Bank im Park in der Sonne. Es war Anfang Mai und alles um sie herum blühte und duftete: der Flieder, der Kirschbaum und auch die Pfingstrose öffnete zaghaft ihre dicken Knollenknospen.

„Weißt du noch damals?“, Josef schaute zu Leni. „Das würde ich doch nie vergessen.“ Leni lächelte Josef an. Vor langer Zeit hatte Josef Leni einen Pfingstbaum vor die Tür gestellt. Das war damals so Brauch. Die jungen Burschen schlugen die jungen Birken, entfernten die Äste und Zweige, so dass nur der glatte Stamm übrigblieb. Dann wurden bunte Bänder um den Stamm geflochten und ein Herz aus Holz mit dem Namen der Liebsten befestigt. Am Samstag vor Pfingsten gingen dann die jungen Männer mit ihren bunten Maibäumchen zu den Höfen und Häusern, in denen die Angebeteten wohnten und stellten die Birken vor die Tür.



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Josef hatte das damals auch so gemacht. Er mochte Leni schon lange – seit er denken konnte. Sie hatte lange blonde Zöpfe und blaue Augen. Sie war fleißig und klug, aber auch lustig und gesellig. Er war ganz aufgeregt als er den Maibaum zu Lenis Elternhaus brachte. Manche von den Burschen machten sich ja nur ein Spaß daraus, aber Josef war es vollkommen ernst. Am Pfingstsonntag nach dem Kirchgang kam Leni zu ihm und bedankte sich für den Maibaum. Sie lächelte ihn an und fragte, ob sie nicht zusammen am nächsten Tag mit den Rädern ins Nachbardorf fahren wollten. Dort gäbe es eine Tanzveranstaltung. Josef spürte, dass er ganz rot wurde, aber er freute sich sehr.

Seit dem Tag „gingen“ sie miteinander und im Jahr darauf – auch am Pfingstsamstag – heirateten sie.
„Ach Josef, das ist jetzt schon siebzig Jahre her und ich habe dich immer noch so lieb.“, Leni nahm seine Hand. Josef drückte sie, „Ich dich auch.“ Er wurde ganz rot bei diesen Worten.



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Monika

© by Monika Kaiser

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