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Grünkohlessen. Eine Alltagsgeschichte für die kalte Jahreszeit

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Ist der erste Frost des Jahres da, kann man den Grünkohl ernten. In Norddeutschland ist es Brauch, aus diesem Grünkohlessen eine Fest zu machen. Eine Alltagsgeschichte für Senioren  zum Vorlesen und Erinnern.

Grünkohlessen

Sobald der Grünkohl den ersten Frost abbekommen hat, kann er geerntet und dann gegessen werden. Die Bitterstoffe, die in der Pflanze enthalten sind, werden durch den Frost neutralisiert und der Kohl ist genießbar. Mittlerweile werden aber schon Sorten gezüchtet, die keine Bitterstoffe enthalten und bereits im September geerntet werden können. Die Grünkohlsaison geht dann bis zum Gründonnerstag vor Ostern.

In Norddeutschland ist das Grünkohlessen Tradition und es wird oft ein Fest daraus gemacht, bei dem sogar ein Kohlkönig gewählt wird. Aber bevor der Grünkohl gegessen wird, geht der Feier eine Grünkohlwanderung voraus. Die Freunde treffen sich und wandern zum Gasthof. Weil es jahreszeitlich bedingt kalt ist, wärmt man sich am besten auf dieser Wanderung mit alkoholischen Getränken, die in einem Bollerwagen mitgeführt werden. Zur Unterhaltung wird unterwegs geboßelt. Beim Boßeln wird eine Kugel mit möglichst wenig Würfen eine vorgegebene Strecke lang geworfen. Diese Sportart eignet sich hervorragend für eine Wanderung auf flachem Gelände. Am Gasthof angekommen, beginnt das Grünkohlessen.

Der Grünkohl kann unterschiedlich zubereitet werden: Entweder wird der gekochte Grünkohl mit Buchweizengrütze oder Haferflocken angedickt. Dazu werden Bratkartoffeln oder Salzkartoffeln gereicht. Die Einlage für den Grünkohl ist je nach Region unterschiedlich: es gibt Pinkel, Bregenwurst, Kassler, Kohlwurst, frische Mettwurst, geräucherte Mettenden, Speck oder Schweinebacke.



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Nachdem sich die Freunde bei diesem leckeren Gericht gestärkt haben, wird der Kohlkönig gewählt. Entweder wird derjenige König, der am meisten gegessen hat oder das meiste Gewicht beim Essen zugelegt hat – dafür muss dann jeder vor und nach dem Essen gewogen werden – oder es wird der König, der beim Boßeln am besten abgeschnitten hat oder der als letzter vom Tisch aufsteht.

Der neu gewählte Kohlkönig organisiert dann die Grünkohlfahrt im neuen Jahr. Diesen Brauch des Grünkohlessens gibt es schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts und macht auch heute noch viel Spaß. Auch muss man ja nicht gleich Boßel-Weltmeister werden, um sich beim Genießen des ersten Grünkohls wie ein Kohlkönig zu fühlen.



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Monika

© by Monika Kaiser

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