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Einwecken. Eine Alltagsgeschichte

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Wer früher einen großen Obst- und Gemüsegarten hatte, der musste natürlich die Lebensmittel auch haltbar machen – sie wurden eingeweckt. Eine Alltagsgeschichte für Senioren

Einwecken

Das Wort „Einwecken“ kommt von den Gläsern der Firma Weck, die speziell zum Einkochen und Einmachen hergestellt wurden. Wir hatten davon unzählige, manche waren groß und lang andere kurz und breit, dazu gab es passende Deckel und natürlich die dicken Einmachgummis. Die Gläser und Gummis wurden vor dem Einkochen gespült und noch einmal heiß ausgewaschen und überprüft, ob sie alle in Ordnung waren.

Das Einwecken war immer eine mühselige Arbeit. Je nachdem welches Obst oder welches Gemüse gerade reif war, musste es erst einmal geerntet werden. Dann wurde es sauber gemacht und evtl. kleingeschnitten oder entsteint. Dann wurde das Gemüse entweder kurz gekocht und noch heiß in die sauberen Weckgläser gefüllt oder es wurde kalt in die Einkochgläser gefüllt und in einem großen Topf im Wasserbad auf dem Herd gekocht. Es gab auch extra einen elektrischen Einkochtopf von Weck, bei dem man die Temperaturen und Zeiten für die einzelnen Lebensmittel einstellen konnte. Denn die verschiedenen Lebensmittel brauchten ja auch verschiedene Einkochzeiten. Wichtig war, dass man auf darauf achtete, dass alles sauber war, so wurde der Tisch mit sauberen Geschirrtüchern abgedeckt und darauf kamen dann die gespülten Gläser. Und auch die zu verarbeitenden Lebensmittel durften nicht schimmelig, angefault oder wurmstichig sein, sondern mussten topp in Ordnung sein, damit das Einmachgut auch bekömmlich blieb.



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Wenn das Obst oder Gemüse fertig gekocht war, wurde es in die Gläser gefüllt, dabei musste man darauf achten, dass noch ein Rand von 1 bis 2 cm übrig blieb, denn sonst konnten die Gläser platzen. Die Ränder mussten auch sauber sein und wurden nochmals abgewischt, bevor das Gummi und der Glasdeckel darüber gelegt wurden. Durch die Hitze entstand ein Vakuum und die Gläser schlossen luftdicht ab. Das war auch wichtig, weil sonst die Lebensmittel verdarben. Wenn die Gläser abgekühlt waren, wurden sie in die Vorratsregale in den Keller gestellt. So ein eingewecktes Obst oder Gemüse hielt sich jahrelang.
Im Sommer war das Einkochen eine schweißtreibende Arbeit. Ich kann mich noch gut erinnern, dass meine Mutter dann am liebsten abends bei weit geöffnetem Fenster gearbeitet hat.

Schön war es, wenn man in den Keller geschickt wurde und ein Glas Bohnen hochholen musste und dann vor einem mit Weckgläsern prallgefülltem Regal stand. Dann hatte sich die Arbeit gelohnt.



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Monika

© by Monika Kaiser

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