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Der Drachen. Eine Hoffnungsgeschichte

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Im Herbst lässt man die Drachen steigen. Eine Hoffnungsgeschichte nicht nur für Senioren

Der Drachen

An einem stürmischen Herbstnachmittag, als sie den selbstgebastelten Drachen von Tom nicht steigen lassen konnten, erzählte der Opa seinem Enkel die Geschichte von seinem eigenen selbstgebastelten Drachen.

„Hab ich dir eigentlich schon einmal von meinem Drachen erzählt? In der Schule im Kunstunterricht haben wir auch einmal einen Drachen gebastelt. Meiner war der schönste und ich habe ein „sehr gut“ dafür bekommen. Ich habe dünne Holzleisten verwendet. Die Leisten habe ich zu einem Kreuz gelegt und die Verbindung ganz fest mit einer Schnur umwickelt. An dieser Schnur habe ich dann eine andere befestigt, die ich dann auf ein Stück Holz gewickelt habe. Das wurde dann meine Rückholleine.“

„Und wie sah dein Drachen aus?“, wollte Tom wissen.
„Oh, der sah toll aus. Ich habe auf dünnem Butterbrotpapier ein lachendes Clownsgesicht gemalt und dann das Papier auf die Holzleisten geklebt. Buntes Krepppapier habe ich fächerförmig gefalten und dann um eine Schnur gebunden. Das wurde dann der Schwanz. Ich war sehr stolz auf meinen Drachen, der sah wirklich gut aus.“

„Konnte dein Drachen denn auch fliegen?“, wollte Tom wissen.

„Na und ob der fliegen konnte. Der konnte sogar sehr gut fliegen. Mit meinem Freund dem Paul hab ich den Drachen steigen lassen. Schon beim aller ersten Versuch stieg er hoch in die Luft. Er stieg höher und höher und meine Schnur rollte nur so ab. Und dann war keine Schnur mehr da – ich hatte nur noch das Holzstück in der Hand. Ich hab noch versucht, das Ende der Leine zu packen, aber der Drachen war schon zu hoch. Er segelte immer weiter in den Himmel hinauf und Paul und ich konnten nur hinterher schauen.“

„Ach wie schade, Opa! Warst du da nicht traurig?“, Tom schaute den Opa mitleidig an.



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„Traurig war ich und vor allen Dingen wütend auf mich selber, dass ich nicht besser aufgepasst habe. Als wir den Drachen nicht mehr sehen konnten, sind Paul und ich nach Hause getrottet. Meine Mutter meinte, ich könne mir ja einen neuen Drachen bauen, aber dazu hatte ich gar keine Lust.“

„Armer Opa“, meinte Tom und nahm seinen Großvater in den Arm.

„Aber jetzt kommt ja erst das Wunderbare der Geschichte, Tom. Am nächsten Tag in der Schule habe ich den Franz getroffen. Seine Eltern haben einen Bauernhof im Nachbardorf. Franz hat mich gefragt, ob ich nicht meinen Drachen vermisse. Es wäre nämlich gestern Abend ein Drachen mit einem Clownsgesicht mitten auf ihrem Misthaufen gelandet. Der würde zwar ein wenig stinken, wäre aber bei der Bruchlandung nicht kaputt gegangen.“

„Super, Opa, da hattest du ja deinen Drachen wieder!“, freute sich Tom.

„Ja, da hatte ich ihn wieder und ich war sehr froh!“



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Monika

© by Monika Kaiser

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