4 Dinge über die Biografiearbeit in der Altenpflege, die meistens verschwiegen werden

Biografiearbeit gehört zur Altenpflege wie das Amen zur Kirche. Die Biografiearbeit ist eine wichtige Grundlage für die Arbeit in der Altenpflege. In Vorträgen und Fortbildungen, wird die Wichtigkeit oft durch einfache Beispiele unterstrichen. Es werden kleine Geschichten erzählt, bei denen das Verhalten von Menschen mit Demenz durch biografische Informationen besser verstanden werden kann. Es gibt zum Beispiel die Geschichte von Herrn Müller:

“Herr Müller wird beim Waschen des Gesichtes mit einem Waschlappen laut und schlägt um sich. Die Pflegekräfte erfahren anschließend von der Ehefrau, dass Herr Müller sich immer nur die privateren Stellen mit einem Waschlappen gewaschen hat. Für das Gesicht nahm er nur seine Hände.”

Diese Beispiele sind gut und richtig. Diese einfachen Fälle gibt es auch. Doch nicht immer ist der Zusammenhang zwischen biografischer Information und aktuellem Verhalten so einfach und nachvollziehbar. Wir haben hier vier Gründe dafür zusammen getragen:

 
Zusatztermine 2021
alle anderen Veranstaltungen mit Natali Mallek, Gründerin von Mal-alt-werden.de, sind 2021 ausgebucht: Für Interessierte oder als Pflichtfortbildung für zusätzliche Betreuungskräfte. Buchen Sie beide Fortbildungen um die 16 Unterrichtseinheiten zu erreichen.


8.12.2021. Online Fortbildung. Mit Leichtigkeit und tausend Ideen. Gedächtnistraining für Senioren und Menschen mit Demenz


15.12.2021. Online Fortbildung. Flügel der Fantasie. Gedächtnistraining, das Kreativität fördert


  1. Menschen können sich ändern. Ich erinnere mich an eine Dame, die im Pflegeheim jede Kegelrunde gewonnen hat und jedes Mal betonte “Dass ich einmal Kegeln gehe…. das hätte ich NIE gedacht!” Ich sehe außerdem einen Mann mit Demenz in meinem Gedächtnis, der im Alter zum eifrigen Bastler wurde, so lange das Gebastelte die Farben seines Lieblingsfußballvereins hatte.
  2. Hat jemand etwas GERNE oder nur OFT gemacht? Die Hausfrau, die ihr Leben lang Kartoffeln geschält hat, hat dies nicht unbedingt immer mit Freude und Hingabe gemacht. Für manche war es auch eine lästige Pflicht und eine ermüdende Aufgabe. Im Altenheim schallt einem dann manchmal ein: “Ich habe mein Leben lang Kartoffeln geschält, jetzt habe ich keine Lust mehr!” entgegen.
  3. Die Biografie ist komplex. Ein Biografiebogen ersetzt kein Psychologiestudium. Wissen Sie immer warum Sie etwas mögen oder auch nicht? Wahrscheinlich nicht. Für Außenstehende ist es noch schwieriger.
  4. Angehörige wissen oft sehr wenig! Wissen meine Kinder, dass ich Kissen auf Stühlen nicht ausstehen kann? Dass ich Stille genieße und Radiogedudel im Hintergrund fürchterlich finde? Dass ich Marmelade mag aber Gelee eklig finde? Manchmal gehen wichtige Informationen verloren, weil Angehörige sie nicht kennen!

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*Biografiearbeit*

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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin, Master of Arts "Alternde Gesellschaften", Gründerin von Mal-alt-werden.de. Bücher von Natali Mallek finden Sie hier. Fortbildungen mit Natali Mallek finden Sie hier.

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