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Musiktherapie

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Musik

Definition

Die Deutsche musiktherapeutische Gesellschaft, definiert Musiktherapie wie folgt:

 

„Musiktherapie ist der gezielte Einsatz von Musik im Rahmen der therapeutischen Beziehung zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit.
Musiktherapie ist eine praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin, die in enger Wechselwirkung zu verschiedenen Wissenschaftsbereichen steht, insbesondere der Medizin, den Gesellschaftswissenschaften, der Psychologie, der Musikwissenschaft und der Pädagogik.“ (http://musiktherapie.de/index.php?id=18)

 

Auch wenn zum Beispiel Willig und Kammerer (2012) die Unterschiede zwischen Musiktherapie und Musik als Beschäftigungsangebot, wenn es von „Nicht-Therapeuten“ durchgeführt wird betonen, so stellen sie doch den Wert auch dieser musikalischen Angebote und vor allem der musikalischen Begleitung im Alltag heraus:

 

 

„Was Musiktherapeuten brauchen, sind gut ausgebildete Pflegekräfte, die um die Macht der Musik wissen, sie verantwortungsvoll im Pflegealltag einsetzen und mit ihrem Wissen für praxisnahes Erschließen von medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Zusammenhängen im Interesse der zu Pflegenden sorgen.“ (S.9)

Was sagt die Wissenschaft?

Die meisten Forschungsergebnisse, die sich mit der Wirkungsweise von Musik auf Menschen mit Demenz beschäftigen, beschäftigen sich mit Musiktherapie. In einer Meta-Analyse, in der 21 Studien untersucht wurden, die sich mit dem Einsatz von Musiktherapie bei Menschen mit Demenz beschäftigen, kam es zu dem Ergebnis, dass musiktherapeutische Interventionen dazu beitragen können, Agitiertheit zu verringern und Sozialverhalten zu verbessern [Koger/ Chapin & Brotons 1999]. Auf der anderen Seite wird bemängelt, dass die Untersuchungen zu den musiktherapeutischen Effekten nicht empirisch und statistisch relevant sind. Betont wird allerdings auch, dass das Interaktionsgeschehen, das mittels Musik stattfindet gut abgebildet wird [Weymann & Sonntag 2010].

 

Für Menschen mit schwerer Demenz ist Musik als Zugangsmöglichkeit besonders interessant, da verbale Ansätze oftmals an ihre Grenzen stoßen. Willig und Kammerer (2012) geben an, dass Musik bei schwerer Demenz eingesetzt werden kann, um sich „die Atmosphärische Wirkung zu Nutzen zu machen“. Konkret nennen sie „Einhüllen, Atmosphäre schaffen“, „Klangtherapie“ und „Wiederherstelllung von Gefühlen“ (S.47).

 

Musiktherapie kann durch Singen und Hören bekannter Lieder Erinnerungen wachrufen, Vertrautheit hervorrufen und zur aktiven Teilnahme am musikalischen Geschehen führen. Weymann und Sonntag (2010) betonen, dass der Einsatz der gewählten musiktherapeutischen Mittel auf das Stadium der Demenz abgestimmt werden muss. Sie geben an, dass bei einer schweren Demenz vor allem die palliative Ebene zum Einsatz kommt und den Betroffenen Geborgenheit vermitteln kann. Es hat sich zum Beispiel belegen lassen, dass Menschen in einem späten Stadium der Demenz durch den Einsatz von Musik längere Wachphasen zeigten [Clair 1996].

Empfehlungen für die Praxis

Ein Mann singt Musik für Senioren.

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Musik in vielen unterschiedlichen Facetten hat sich in der Arbeit mit Menschen mit Demenz bewährt. Die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse beziehen sich vor allem auf musiktherapeutische Angebote. Welche Ergebnisse sich auf die Arbeit von Nicht-Musiktherapeuten übertragen lassen, lässt sich schwer einschätzen. Gleichwohl hat sich Musik auch in der Arbeit von Nicht-Therapeuten, Pflege- und Betreuungskräften etabliert und bewährt. Musik ist ein Weg, Menschen mit schwerer Demenz zu erreichen und die wissenschaftlichen Ergebnisse legen nahe, dass auch in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Demenz positive Effekt auf den Einsatz von Musik zurückführbar sind.

Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten

Simone Willig, die Autorin des Buchs “Mit Musik geht vieles besser!” bietet in Kooperation mit Mal-alt-werden das Seminar “Mit Musik geht Alltag besser” an. Für das Seminar werden keinerlei musikalische Vorkenntnisse benötigt.

Experten zu dem Thema Musiktherapie

Dorothea Brzeski
Dorothea Brzeski arbeitet als Musiktherapeutin mit Senioren

Dorothea Brzeski ist Klang und Musiktherapeutin. Im Interview erzählt sie von den Möglichkeiten und Chancen die Musiktherapie in der Seniorenarbeit und der Arbeit mit Menschen mit Demenz . Zu dem Interview:

Musiktherapie für Senioren

 Literatur

Bücher

Bücher rund um die musikalische Arbeit mit Senioren und Demenz werden auf dieser Seite regelmäßig vorgestellt. Besonders zu empfehlen ist das Buch “Musiktherapie für Menschen mit Demenz”*
. Das Buch ist sehr wissenschaftlich geschrieben. Praxisnäher ist das Buch “Mit Musik geht vieles besser. Der Königsweg in der Pflege bei Menschen mit Demenz”.*

 

Quellen:

Willig, S. & Kammer, S.(2012). Mit Musik geht vieles besser. Der Königsweg in der Pflege bei Menschen mit Demenz. Hannover: Vincentz.*

 

Koger, S./ Chapin, K. & Brotons, M.(1999). Is Music Therapy an Effective Intervention for Dementia? A Meta-Analytic Review of Literature. Zugriff am 25.11.2013, von http://www.chinamusictherapy.org/file/doc/Is%20Music%20Therapy%20an%20Effective%20Intervention%20for%20Dementia_%20A%20Meta-Analytic%20Review%20of%20Literature.pdf

 

Weymann, E.(2010). Kreative Therapieansätze 2. Musiktherapie. Heidelberg: AKA.

 

Clair, A.(1996). The effect of singing on alert responses in persons with late stage dementia. Journal of Music Therapy, 33, 234-247.

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