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Gedächtnistraining. Übungen, Ideen, Anregungen, Definition, Experten…


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Gedächtnistraining, Brainjogging, Hirnleistungstraining und andere Begriffe werden in der Seniorenarbeit häufig synonym genutzt.  “Gedächtnistraining” ist die auf Mal-alt-werden.de am häufigsten genutzte Kategorie und mittlerweile ist eine beträchtliche Anzahl an Übungen, Arbeitblättern und Anregungen für das Gedächtnistraining zusammen gekommen. 120 kostenlose Übungen für das Gedächtnistraining finden Sie hier. Wer regelmäßig über neue Übungen und andere Beiträge von Mal-alt-werden.de informiert werden möchte, ist herzlich eingeladen, unseren Newsletter zu bestellen oder uns bei Facebook zu folgen.

Definition. Worum geht es überhaupt?

Auf der Internetseite des Bundesverbandes für Gedächtnistraining wird Gedächtnistraining wie folgt definiert [BVGT 2013]:

„Ganzheitliches Gedächtnistraining steigert spielerisch und ohne Stress die Leistung des Gehirns und beteiligt Körper, Geist und Seele. (…) Ganzheitliches Gedächtnistraining bezieht alle Sinne und natürlich beide Gehirnhälften mit ein. In der Gruppe fördert es die Sprachfähigkeit und die soziale Kompetenz. Nachweislich verbessert es die Durchblutung und den Stoffwechsel des Gehirns, was zu einer Steigerung der allgemeinen Lernfähigkeit führt. Die gleichzeitige Aktivierung des gesamten Organismus hebt das körperliche und geistige Wohlbefinden. (…)“ (http://www.bvgt.de/index.php?id=394)


Grundsätzlich können sehr unterschiedliche Konzepte hinter dem Begriff Gedächtnistraining stehen. In der Definition des Bundesverbandes steht das Training von Gehirnleistungen im Mittelpunkt. Zusätzlich spricht die Betonung der Ganzheitlichkeit für den Einsatz von motorischen und entspannenden Elementen. Hinzu kommt, dass in einem Gedächtnistraining auch Hintergrundwissen über das Gedächtnis und Lern- sowie Merkstrategien vermittelt werden können.

Was sagt die Wissenschaft?

Es ist mittlerweile erwiesen, dass das Gehirn nicht nur bei Kindern Veränderungspotentiale aufweist, sondern auch im hohen Alter veränderungsfähig bleibt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Trainingseinheiten für das Gehirn und das Gedächtnis lassen sich nur sehr eingeschränkt auf Menschen mit einer schweren Demenz übertragen [Bubolz-Lutz/ Gösken/ Kricheldorff & Schrammek 2010].

  • Das Gehirn ist beeinflussbar! Verschiedene Areale des Gehirns ändern ihre Größe mit der Nutzungshäufigkeit und das nicht nur, wenn über Jahre ein bestimmtes Areal häufig genutzt wird, wie es zum Beispiel bei Profi-Musikern der Fall ist, in deren Gehirn der Teil, der für die Lautverarbeitung zuständig ist, um ungefähr 25% größer ist als bei Nichtmusikern, sondern auch bei intensiver Nutzung des Gehirnareals innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne, wenn Dinge erst im höheren Alter regelmäßig trainiert werden [Spitzer 2008]. Allerdings lässt sich die Leistungsfähigkeit des Gehirns nur durch weiteres Training aufrechterhalten, weswegen auch die besten Musiker noch täglich üben müssen.
  • Benutz das Gehirn! Das Prinzip nach dem sich unser Gehirn entwickelt heißt: „use it or loose it“. Das Leistungsspektrum unseres Gehirn orientiert sich an der Nutzungshäufigkeit. Was wir nicht nutzen, geht verloren [Blakemore & Frit 2006]. Bei Schlaganfallpatienten konnte nachgewiesen werden, dass bestimmte Funktionen des Gehirns auf andere, vom Schlaganfall nicht betroffene Hirnregionen übertragbar sind. Ob es solche Anpassungsleistungen des Gehirns auch bei Menschen mit Demenz gibt, ist noch nicht ausreichend erforscht, aber durchaus denkbar [Blakemore & Frit 2006].
  • Gedächtnistraining und Demenz. In dem Projekt SIMA [Oswald/ Rupprecht & Hagen 2012] konnte die nachhaltige Steigerung von kognitiven Funktionen durch ein breit angelegtes Gedächtnistraining kombiniert mit einem psychomotorischem Training auch für Menschen mit leichter Demenz nachgewiesen werden. Bei Menschen mit schwerer Demenz sind aber auf Grund der starken kognitiven Einschränkungen konventionelle Trainingsprogramme nicht mehr umsetzbar.

Empfehlungen für die Praxis

Bei der Aussage “Demenz ist unheilbar”, vergessen die Mensche häufig die große Anzahl von sekundären Demenzen. Bei sekundären Demenzen, ist die Demenz nicht die “Hauptkrankheit”, sondern durch eine andere Erkrankung bedingt. Bei sekundären Demenzen kann Gedächtnistraining zur Rehabilitation beitragen. Doch auch bei anderen Demenzformen konnten mittlerweile durch Gedächtnistraining Erfolge nachgewiesen werden. Die Ergebnisse beziehen sich allerdings vor allem auf Menschen mit einer leichten Demenz.

Gedächtnistraining bei schwerer Demenz

Gedächtnistraining für Menschen mit schwerer Demenz ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend erforscht um auf Grundlage der Literatur Empfehlungen für die Praxis auszusprechen. Es ist davon auszugehen, dass in einem Gedächtnistraining mit Menschen mit schwerer Demenz basalere kognitive Fähigkeiten trainiert werden als in einem Gedächtnistraining mit Menschen mit leichten Einschränkungen. Ein Teilnehmer, einer 2013 auf Mal-alt-werden.de durchgeführten Studie, gab zum Beispiel an mit den Menschen mit schwerer Demenz „Farbkarten zu sortieren“.

Der Bundesverband für Gedächtnistraining (BVGT) gibt in seiner Ausbildungsmappe [Bauer/ Friese/ Graef/ Halbach & Rötzer 2009] für Gedächtnistrainer an, dass „Erfolgserlebnisse ermöglichen“ (S.41) für ein Training mit Menschen mit Demenz besonders wichtig sei. Daraus ergibt sich die Empfehlung ein Gedächtnistraining nur dann als Beschäftigung für Menschen mit schwerer Demenz anzubieten, wenn diese noch dazu in der Lage sind die „Aufgaben“ zu bearbeiten. Überforderung sollte vermieden werden. Gleichzeitig beinhalten die Trainingsziele, die der BVGT für Menschen mit Demenz definiert auch die „Optimierung der Sinneswahrnehmung“ und die „Fähigkeit zur Umsetzung von Orientierungshilfen“ (S.41). Die Möglichkeiten diese zu schulen, sind den Inhalten von Angeboten wie „Basaler Stimulation“, „Snoezelen“ und “Alltagstraining” sehr ähnlich.

Übungen, Arbeitsblätter und praktische Ideen

Die Auswahl der richtigen Übung für das Gedächtnistraining.

Sie finden selbstverständlich viele Anregungen und Ideen zum Thema Gedächtnistraining für Senioren und Menschen mit Demenz auf Mal-alt-werden.de. Mittlerweile sind so viele kostenlose Übungen erschienen, dass eine Auflistung den Umfang dieses Beitrags sprengen würde. Stöbern Sie doch einfach mal durch unsere Übungen, Arbeitblätter, Rätsel und Ergänzungsgeschichten. Diese erscheinen regelmäßig in der Kategorie Gedächtnistraining.

Hier gelangen Sie direkt zum dem Bereich mit Übungen für das Gedächtnistraining.

Hier können Sie die zahlreichen Arbeitsblätter aufrufen und ausdrucken.

Experten zu dem Thema Gedächtnistraining

      • Andrea FrieseAdrea Firese im interview über Gedächtnistraining und AktivierungenAndrea Friese ist pädagogische Leitung des Bundesverbands für Gedächtnistraining. Sie hat zahlreiche Bücher rund um das Gedächtnistraining und die Aktivierung von Menschen mit Demenz veröffentlicht. Zu dem Interview:“Gedächtnistraining und Aktivierung”
      •  Dr. Johannes Panteljohannes-pantel-gedaechtnistraining
        Dr. Johannes Pantel hat das Buch “Geistig fit in jedem Alter” geschrieben. In dem Interview stellt er auch seine Meinung zur Sinnhaftigkeit von Gedächtnistraining dar. Zu dem Interview:
        Prävention bei Demenz?
      • Rojahn Amadi
        rojahn-ahmadi-gedaechtnistraining
        Rojahn Amadi ist Mitgründer der Internetplattform “Neuronation”. Im Interview berichtet er von den Chancen, die das Gedächtnistraining bietet. Zu dem Interview: Gehirntraining für Senioren?
      •  Christa Wallewein-Munzel
        Neue Modelle im Gedächtnistraining
        Christa Wallewein-Munzel ist Gedächtnistrainerin und hat unter anderem das Buch “Neue Modelle zum Gedächtnistraining” veröffentlicht. Außerdem hat sie zwei CDs zusammengestellt. Zu dem Interview:
        Neue Modelle zum Gedächtnistraining
      •  Christof Schadt
        Christof-Schadt
        Christof Schadt hat sich als Dipl. Informatiker mit der Entwicklung einer Software für das therapeutische Hirnleistungstraining beschäftigt. Zu dem Interview: Freshminder
      • Christiane Stenger
        christiane-stenger
        Christiane Stenger hat schon sehr früh mit dem Gedächtnistraining begonnen. Mit 12 Jahren hat sie das erste Mal die Juniorengedächtnisweltmeisterschaft gewonnen. Mittlerweile ist sie als Autorin und Moderatorin tätig und hat selbst Spiele rund um das Gedächtnistraining entwickelt. Zu dem Interview: Spiele im Gedächtnistraining
      • Jürgen Besser
        Jürgen Besser von SimAJürgen Besser erzählt im Interview von der SimA®-Akademie. SimA steht für selbständig im Alter und das Programm ist wissenschaftlich erforscht. Zu dem Interview: SimA® – Selbständig im Alter.

       

       

      Literatur

      Bücher



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      Literatur rund um das Gedächtnistraining wird auf dieser Seite regelmäßig vorgestellt. Im April 2017 ist auch endlich Das große Praxisbuch – Gedächtnistraining für Senioren: Methoden und Spiele* erschienen. Es bietet über 140 Bausteine für ein kreatives, abwechslungsreiches und themenbezogenes Gedächtnistraining. Mit Übungen für die verschiedensten Themenbereichen, die sich in der Schwierigkeit an die jeweilige Gruppe anpassen lassen, steht einem unterhaltsamen Gedächtnistraining nichts mehr im Wege.

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