Wortfindung kreativ fördern: Übungen für Gedächtnistraining im Herbst

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Für Aktivierungen im Herbst finden Sie hier kreative Übungen, mit denen Sie die Wortfindung abwechslungsreich fördern können.
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Wortfindung gehört zu den Bereichen im Gedächtnistraining, die sich wunderbar mit jahreszeitlichen Themen verbinden lassen. Der Herbst bietet dafür viele vertraute Anknüpfungspunkte: Laub, Ernte, Spaziergänge oder warme Getränke. Gerade diese bekannten Bilder helfen Teilnehmenden, Wörter leichter abzurufen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Warum Wortfindung im Herbst gut funktioniert
Beim Gedächtnistraining im Herbst können Sie mit Sinneseindrücken, Biografie und Fantasie arbeiten. Ein Kastanienblatt auf dem Tisch oder der Duft von Apfeltee genügt, um Sprache anzuregen. Die Übung wirkt dadurch nicht wie ein Test, sondern wie eine gemeinsame Entdeckungsrunde. Das nimmt Druck aus der Situation und gibt auch zurückhaltenden Teilnehmenden einen leichten Einstieg.
Für kreative Methoden rund um Sprache und Fantasie passt ergänzend die Online-Fortbildung Flügel der Fantasie.
Übung 1: Herbstwörter sammeln und verwandeln
Schreiben Sie ein Herbstwort gut lesbar auf, zum Beispiel „Kastanie“. Die Teilnehmenden nennen zuerst Wörter, die ihnen dazu einfallen. Danach wird das Ausgangswort verwandelt: Aus „Kastanie“ können „Kastanienbaum“, „Kastanienmännchen“ oder „Kastanienschale“ entstehen. Anschließend suchen Sie passende Verben: sammeln, knacken, basteln. So trainieren die Teilnehmenden Wortabruf, Wortschatz und sprachliche Beweglichkeit.
Übung 2: Der Herbstspaziergang im Kopf
Bitten Sie die Gruppe, sich einen Spaziergang im Herbst vorzustellen. Nennen Sie nacheinander Stationen: Parkbank, Gartenzaun, Obstwiese, Pfütze. Zu jeder Station finden die Teilnehmenden passende Wörter. An der Parkbank könnten es „Ruhe“ und „Gespräch“ sein. An der Obstwiese entstehen Begriffe wie „Leiter“, „Korb“ oder „Apfelduft“. Wer mag, formuliert einen kurzen Satz: „Auf der Bank ruhe ich mich aus.“
Diese Übung lässt sich langsam und erzählend durchführen. Sie eignet sich auch für Menschen mit Demenz, wenn Sie die Stationen mit Gegenständen oder Bildern unterstützen und ausreichend Zeit lassen.
Übung 3: Wörter würfeln
Legen Sie sechs Herbstkategorien fest und ordnen Sie jeder Augenzahl eine Kategorie zu: Wetter, Kleidung, Essen, Natur, Arbeit im Garten, Erinnerungen. Nach jedem Würfelwurf nennen die Teilnehmenden ein Wort aus der passenden Kategorie. Bei einer 3 könnte zum Beispiel ein Herbstessen genannt werden, bei einer 5 eine Tätigkeit im Garten. Fortgeschrittene Gruppen bilden anschließend einen Satz mit dem gefundenen Wort.
Als vertiefendes Material kann das exklusive Würfelspiel Herbstspaziergang eingebunden werden. Es passt gut, wenn Sie spielerisches Gedächtnistraining im Herbst mit Bewegung im Denken und kleinen Gesprächsanlässen verbinden möchten.
Übung 4: Gegensätze und Nachbarn finden
Nennen Sie ein Herbstwort und lassen Sie passende Gegensätze nennen. Zu „kühl“ passt zum Beispiel „warm“. Zu „trocken“ können „nass“ oder „feucht“ genannt werden.
Bei Wortnachbarn geht es nicht um richtig oder falsch, sondern um Nähe im Denken. Zu „Blatt“ passen zum Beispiel „Baum“, „Buch“ oder „Herbst“.
Diese Übungen fördern die kreative Wortfindung, weil mehrere Lösungen möglich sind.
Übung 5: Herbstwörter mit Anfangsbuchstaben
Schreiben Sie einen Anfangsbuchstaben gut sichtbar auf, zum Beispiel „K“. Die Teilnehmenden suchen Herbstwörter, die mit diesem Buchstaben beginnen. Zu „K“ können „Kastanie“, „Kürbis“, „Kälte“ oder „Korb“ genannt werden. Anschließend wählen Sie gemeinsam ein Wort aus und bilden damit einen Satz. Für stärkere Gruppen können Sie die Aufgabe erweitern: Die gesammelten Wörter sollen zu einer bestimmten Kategorie passen, zum Beispiel Natur, Essen oder Kleidung.
Übung 6: Der verschwundene Begriff
Nennen Sie eine kurze Beschreibung, ohne den gesuchten Begriff direkt zu sagen. Die Teilnehmenden erraten das passende Herbstwort. Beispiele: „Man trägt ihn, wenn es regnet.“ Gesucht ist der Regenschirm. „Sie fallen im Herbst von den Bäumen.“ Gesucht sind Blätter. „Daraus kann man Suppe kochen oder ihn zu Halloween schnitzen.“ Gesucht ist der Kürbis. Diese Übung trainiert Wortfindung, Sprachverständnis und das Umschreiben von Begriffen.
Übung 7: Aus einem Wort wird eine kleine Geschichte
Legen Sie ein Herbstwort fest, zum Beispiel „Apfelbaum“. Die erste Person bildet einen einfachen Satz: „Der Apfelbaum steht im Garten.“ Die nächste Person ergänzt einen weiteren Satz. So entsteht nach und nach eine kleine Geschichte. Unterstützen Sie die Runde mit Fragen wie: „Wer kommt vorbei?“, „Was liegt auf dem Boden?“ oder „Was passiert mit den Äpfeln?“ Die Übung verbindet Wortfindung mit Fantasie und eignet sich besonders gut für ruhige Gruppenstunden.
Praxistipps für die Durchführung
Planen Sie kurze Runden mit klaren Aufgaben. Arbeiten Sie mit sichtbaren Materialien, wenn die Gruppe davon profitiert. Ein Blatt, ein Apfel oder ein Regenschirm kann mehr Sprache auslösen als eine lange Erklärung. Wiederholen Sie gefundene Wörter wertschätzend und greifen Sie schöne Formulierungen auf.
In gemischten Gruppen können Sie unterschiedliche Schwierigkeitsgrade anbieten. Wer schnell Wörter findet, bildet Sätze oder kleine Geschichten. Wer Unterstützung braucht, wählt aus zwei Begriffen aus oder ergänzt einen begonnenen Satz. So bleibt das Gedächtnistraining im Herbst für die ganze Runde zugänglich.
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