Anzeige

Wie dokumentiert man richtig, so dass es auch dem MDK recht ist? Als Betreuungsassistentin §87b? Evtl. mit Beispielen? Darf man Essen anreichen, bei Bewohnern die nicht mehr selbstständig essen können und darf dieses auch dokumentiert werden? Wichtig für den MDK??

Anzeigen:





Ein heikles Thema-und bevor ich mich zu weit aus dem Fenster lehne, folgt hier erstmal der Hinweis, dass alle Angaben auf meinen persönlichen Erfahrungen beruhen. Auf meinen persönlichen Erfahrungen beruht auch die Einschätzung, dass es manchmal darauf ankommt, ob die Nase des Prüfers gerade juckt 😉 .

 

Planung von Angeboten

Erstmal sollten auch die Aktivitäten, welche von der zusätzlichen Betreuung nach §87b angeboten werden geplant werden. Um die „Zusätzlichkeit“ der Betreuung zu unterstreichen, ist es sinnvoll die Planung auch getrennt zu verschriftlichen. In der Planung sollte deutlich werden welches Angebot warum  und wie oft durchgeführt wird. Es hilft außerdem wenn der Biografiebezug deutlich wird und Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner NACHVOLLZIEHBAR berücksichtigt werden. Gute Anregungen für die Zieldefinitionen von Angeboten bekommt man in dem Buch: „Leitfaden zur Aktivierung bei Demenz: Methoden und Ideen für die Gruppenarbeit*“.

 

Nachweis von durchgeführten Angeboten

Die geplanten Angebote müssen dann selbstverständlich auch umgesetzt werden. Die Durchführung der Angebote muss also dokumentiert werden. Wichtige Beobachtungen, die während der Durchführung der Angebote gemacht wurden, sollten ebenfalls dokumentiert werden. Bei der Verschriftlichung von Beobachtungen sollte immer deutlich werden, dass es sich um die Meinung und Interpretation des Dokumentierenden handelt (Anstatt zu schreiben: „Der Bewohner WAR  im Gottesdienst tief gerührt.“, sollte man schreiben:  „Der Bewohner WIRKTE im Gottesdienst tief gerührt.“)

 

Hier einige Beispielsätze:

Der Bewohner wirkte im Biografiegespräch zeitweise traurig. Er hatte Tränen in den Augen.

 

Die Bewohnerin half engagiert bei der Zubereitung des Waffelteiges. Sie erzählte währenddessen Geschichten aus ihrer „Hausfrauenzeit“.

 

Die Bewohnerin zeigte beim Vorlesen einer Geschichte keinerlei sichtbare Reaktion. Dies wird weiter beobachtet und das Angebot evtl. an die sich verändernden Bedürfnisse angepasst.

 

Der Bewohner nahm passiv an der Kochgruppe teil. Er verfolgte das Geschehen mit den Augen.

 

Viele weitere Anregungen zur Dokumentation von Angeboten der sozialen Betreuung findet man in dem Buch: „Formulierungshilfen: Aktivitäten der sozialen Betreuung dokumentieren.*

 

Dass die Angebote mit der zur Verfügung stehenen Zeit übereinstimmen müssen und die Anzahl der Bewilligungen von Leistungen berücksichtigt werden, versteht sich von selbst.



Anzeigen:



 

Was ist ein Angebot der zusätzlichen Betreuung?

Besonders zu dem Thema „Essen anreichen“ von zusätzlichen Betreuungskräften gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Meine Meinung zu dem Thema ist sehr klar. Zusätzliche Betreuung soll ein ZUSÄTZLICHES Angebot sein. Ein Angebot, welches nicht stattfindet, wenn es nicht durch die zusätzliche Betreuungskraft durchgeführt wird.

 

Wenn wir in Deutschland soweit sind, dass „Essen anreichen“ in Pflegeheimen NICHT durchgeführt wird, wenn es nicht durch zusätzliche Betreuungskräfte gemacht wird, dann wechsel ich den Job.

 

„Essen anreichen“ gehört in meinen Augen nicht zu den Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften. „Essen anreichen“ ist keine zusätzliche Leistung.

 

Zeit, die zusätzliche Betreuungkräfte für das Anreichen von Essen aufwenden, ist Zeit die für Betreuungsangebote fehlt.

 

Prüfung durch den MDK

Die Kriterien, die den Prüfungen durch den MDK zu Grunde liegen sind kein Geheimnis. Um optimal auf eine Prüfung vorbereitet zu sein, empfehle ich die Lektüre der folgenden Dokumente:

Grundlagen der MDK-Qualitätsprüfung in der stationären Pflege

und

Ablaufskizze einer Prüfung

 

Wenn man alle Anforderungen, die in den beiden Dokumenten genannt werden erfüllt UND diese in einer NACHVOLLZIEHBAREN Dokumentation nachweisen kann, dann kann bei einer Prüfung durch den MDK eigentlich nichts passieren.

 



Anzeigen:



Anzeigen

Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren*, Gedächtnistraining nach Jahreszeiten für Senioren: Das große Praxisbuch*, Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck* und Maibowle und Winzerfest: Lücken-Geschichten in Reimen*.

Kommentare (12) Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


  • * Links, die mit einem Sternchen gekennzeichnet sind, sind Werbelinks / Affiliatelinks
Top