Volksfeste früher und heute: Biografiearbeit rund um Kirmes und Jahrmarkt

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Der Duft von gebrannten Mandeln, Musik vom Karussell, Lose in der Hand, bunte Lichter am Abend: Volksfeste sprechen viele Sinne an. Genau deshalb eignen sie sich gut für die Biografiearbeit. Kirmes und Jahrmarkt wecken Erinnerungen an Kindheit, Jugend, Familienausflüge, erste Verabredungen, Nachbarschaft und Vereinsleben. Gleichzeitig lässt sich das Thema niedrigschwellig einsetzen, weil fast alle Teilnehmenden eigene Bilder, Geräusche oder Gefühle damit verbinden.

Volksfeste früher und heute als Gesprächsanlass

Beginnen Sie die Runde mit einem konkreten Gegenstand oder Bild, das an Kirmes und Jahrmarkt erinnert. Geeignet sind zum Beispiel Lose, ein altes Foto vom Jahrmarkt oder ein Lebkuchenherz. Legen Sie den Gegenstand gut sichtbar in die Mitte und geben Sie der Gruppe Zeit, ihn zu betrachten. Fragen Sie anschließend, woran er erinnert, was die Teilnehmenden damit verbinden oder ob es so etwas früher auf der eigenen Kirmes gab.

Vertiefen Sie das Gespräch anschließend mit einfachen biografischen Fragen. Sie können die Fragen einzeln auswählen und an die Fähigkeiten der Teilnehmenden anpassen:

  • Welche Volksfeste gab es in Ihrer Kindheit oder Jugend in Ihrem Ort?
  • Sind Sie gern Karussell gefahren oder haben Sie lieber zugeschaut?
  • Was haben Sie beim Loseziehen gewonnen?
  • Welche Gerüche verbinden Sie mit Kirmes oder Jahrmarkt?
  • Auf welches Volksfest haben Sie sich jedes Jahr gefreut?
  • Welche Kleidung trug man früher zu solchen Anlässen?
  • Mit wem sind Sie zur Kirmes gegangen?
  • Was hat sich bei Volksfesten im Laufe der Zeit verändert?

Die Fragen eignen sich auch für die Einzelbetreuung. Bei Menschen mit Demenz können kurze, konkrete Satzanfänge das Erzählen erleichtern: „Ich erinnere mich an …“, „Am liebsten mochte ich …“ oder „Das hat mir gar nicht gefallen …“.

Biografiearbeit Kirmes: Eine kleine Erzählrunde

Starten Sie mit einer offenen Erinnerung: „Wenn Sie an Kirmes denken, welches Bild kommt Ihnen zuerst in den Sinn?“ Danach greifen Sie einzelne Antworten auf. Aus „Karussell“ kann ein Gespräch über Mut, Schwindel, Musik oder Kinderfreude entstehen. Aus „Lose“ kann ein Gespräch über Glück, Enttäuschung, kleine Gewinne und Scherzpreise werden. Passend dazu lässt sich die Exklusiv-Biografiekarte „Lose“ als vertiefendes Material einsetzen.

Achten Sie darauf, auch ambivalente Erinnerungen zuzulassen. Nicht jeder mochte Gedränge, laute Musik oder hohe Preise. Manche Menschen erinnern sich an Geldknappheit, strenge Eltern oder daran, nur zuschauen zu dürfen. Biografiearbeit rund um Volksfeste früher und heute darf heiter sein, sollte aber nie erzwingen, dass alle Erinnerungen schön sein müssen.

Jahrmarkt für Senioren: 4 praktische Ideen für die Aktivierung

  1. Lose ziehen: Schreiben Sie kurze Fragen zu Kirmes und Jahrmarkt auf Zettel. Wer ein Los zieht, beantwortet die Frage oder gibt sie in die Runde.
  2. Preise früher und heute: Erinnern Sie sich gemeinsam, was früher ein Los, eine Fahrt oder eine Süßigkeit gekostet hat.
  3. Lieblingsstände sammeln: Notieren Sie auf einem großen Blatt typische Stände und Fahrgeschäfte: Schießbude, Zuckerwatte, Entenangeln, Bratwurst, Kettenkarussell.
  4. Kirmes im Haus: Gestalten Sie kleine Stationen mit Dosenwerfen, Lebkuchenherzen zum Basteln oder Schokoobst zum probieren. So wird das Thema auch praktisch erlebbar.

Früher und heute vergleichen

Ein guter Abschluss ist der Vergleich zwischen früher und heute. Fragen Sie: „Was war früher einfacher?“, „Was war feierlicher?“, „Was ist heute angenehmer?“ oder „Was würden Sie gern noch einmal erleben?“ So entsteht ein Gespräch, das nicht nur in der Vergangenheit bleibt, sondern Erfahrungen würdigt und Gegenwart einbezieht.

Wenn Sie das Thema fachlich vertiefen möchten, bietet die Online-Fortbildung Biografiearbeit mit Senioren Grundlagen, Methoden und praktische Übungen für die Arbeit mit Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Demenz.

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