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Vater in der Küche – Eine Sprichwortgeschichte zum Thema Kochen

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Mein Vater konnte früher genau drei Gerichte kochen. Das erste waren Bratkartoffeln mit Spiegelei. Manchmal wurde es auch Rührei. Je nachdem wie gut es ihm gelang, das Ei in die Pfanne zu schlagen. Wenn ihm mal wieder ein Ei daneben ging oder der Dotter aufplatzte, sagte er immer: „Pech im Spiel, Glück … in der Liebe!“ und lächelte meine Mutter liebevoll an.
Das zweite Gericht war Toast Hawaii. Das mochte ich am Liebsten denn da konnte er fast nichts falsch machen. Außer er vergaß es im Backofen und musste noch einmal von vorne anfangen. Wenn meine Schwester und ich dann mit unseren hungrigen Bäuchen vor ihm standen sagte er: „Gut Ding will … Weile haben!“ Beim zweiten Versuch sind ihm die überbackenen Toastscheiben dann aber meist gelungen.
Die letzte Spezialität meines Vaters war Gurkensalat. Den machte er richtig gut! Und der brannte ihm auch nie an. Mit saurer Sahne und einer Prise Zucker…Lecker! Gewürzt hat er ihn immer nach Lust und Laune, trotzdem hat er jedesmal geschmeckt. Meine Mutter neckte ihn manchmal damit:  „Ein blindes Huhn findet … auch mal ein Korn“, sagte sie dann immer. Ja, ja, was sich liebt … das neckt sich.
Mein Vater überließ das Kochen unter der Woche meiner Mutter. Ehrlich gesagt war er mittags ja auch immer bei der Arbeit wenn wir aus der Schule nach Hause kamen und Hunger hatten. Aber auch wenn er abends nochmal etwas Warmes essen wollte, wünschte er sich etwas von meiner Mutter. „Viele Köche verderben … den Brei! Du machst das schon am Besten!“, sagte er dann immer zu ihr. Und sie kochte auch gerne für ihn. Liebe geht nunmal … durch den Magen.
An den Wochenenden kochte mein Vater dann manchmal für uns. Wir Kinder hatten unsere Freude daran und schauten ihm gespannt zu. Zwischendurch durften wir von den Bratkartoffeln oder der Salatsoße probieren. Aber wir wussten immer: Man soll den Tag nicht … vor dem Abend loben. Schließlich konnten die Bratkartoffeln doch noch während des Tischdeckens anbrennen. Satt geworden sind wir aber früher oder später immer! Und geschmeckt hat es uns auch.
Und frei nach der Redensart: Das Beste kommt … zum Schluss durfte meine Mutter dann hinterher die Küche wieder aufräumen.



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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