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SimA® – Selbständig im Alter.


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Jürgen Besser von SimA

Hallo Herr Besser, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.
Mein Name ist Jürgen Besser. Ich habe an der Universität Erlangen Nürnberg Dipl. Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Erwachsenen- und Seniorensport studiert. Danach wollte ich in der Bewegungs- und Gesundheitsprävention und –therapie tätig werden, habe aber bereits während des Studiums gemerkt, dass mir die sportwissenschaftliche Perspektive auf den alternden Menschen etwas zu eng ist. Daraufhin habe ich am Institut für Psychogerontologie – ebenfalls an der Uni Erlangen-Nürnberg – das Aufbaustudium zum Gerontologen M.Sc. absolviert. Dabei bin ich verstärkt mit dem SimA®-Programm in Kontakt gekommen, dass sich vor allem durch die Kombination körperlicher und geistiger Übungen auszeichnet. Seit dieser Zeit bin ich als Referent für die SimA®-Akademie aktiv. In den vergangenen zwei Jahren habe ich die Gelegenheit genutzt, ein gesundheitsökonomisch geprägtes BWL-Studium zum MBA Health Care Management an der Universität Bayreuth abzuschließen. Durch diesen gänzlich neuen Blickwinkel habe ich ein Verständnis dafür entwickelt, warum viele gute Ideen aus der sozialwissenschaftlichen Forschung nicht in der Realität ankommen.
Aktuell bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Wilhelm Löhe Hochschule in Fürth und beschäftige mich im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte mit der Entwicklung assistiver Technologien für die Versorgung unterstützungsbedürftiger Menschen, zum Beispiel für die Betreuung von Menschen mit Demenz.
Zudem führe ich zusammen mit meinem Kollegen Peter Jaensch seit 2012 die Geschäftsstelle der SimA®-Akademie. Neben der Aktualisierung der Ausbildungsmodule und -inhalte treiben wir die Verbreitung der SimA-Idee voran. Dafür suchen wir bundesweit Kooperationspartner, die SimA-Ausbildungen in ihrer Region anbieten möchten.

 



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SimA. Was ist das eigentlich?
Das SimA®-Programm ist das erste wissenschaftlich fundierte Angebot zur Förderung der kognitiven und motorischen Fähigkeiten im Alter.
Der zugrunde liegende Ansatz wurde erstmals 1991 im Rahmen des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Forschungsprojektes an der Universität Erlangen-Nürnberg wissenschaftlich überprüft. Es zeigte sich, dass regelmäßig durchgeführte Übungseinheiten mit kognitiven UND psychomotorischen Inhalten die Gedächtnisleistungen, den Gesundheitsstatus und die Selbstständigkeit der Teilnehmer/innen verbesserten bzw. über mehrere Jahre stabilisierten. Gleichzeitig erkrankten die Teilnehmer der Interventionsgruppe bis heute wesentlich seltener an einer Demenz.
Bestärkt durch die guten Ergebnisse der Präventionsstudie zeigten sich in einer vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziales geförderten Folgeuntersuchung, ebenfalls durch die Universität Erlangen-Nürnberg, erwartungsgemäß  gute therapeutische Wirkungen des SimA-Programmes für Pflegeheimbewohner und Menschen mit beginnenden dementiellen Veränderungen.
Die SimA-Idee beschreibt die Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in ein funktionales Förderungsangebot, dass sich entsprechend der Leistungsfähigkeit der Teilnehmer in seinem Anspruchsniveau skalieren lässt. Die wirksame, zugrunde liegende Methodik (Kombination von zeitnaher körperlicher und geistiger Aktivierung) bleibt dabei erhalten, die Inhalte reagieren auf die Gruppenteilnehmer. Das Konzept macht es so möglich, stufenlos vom fitten Senior bis zum demenziell veränderten Pflegeheimbewohner auf die individuellen Fähigkeiten einzugehen und sogar innerhalb der gleichen Gruppe verschiedene Leistungsansprüche bedienen zu können.
Von einem eher leistungsorientieren Anspruch für den fitten, selbstständigen und leistungsbereiten Senior verändert das SimA-Programm seine Inhalte bis hin zur körperlichen Aktivierung über basale Bewegungsformen und biographieorientierte kognitive Aktivierung. Dabei reduziert sich der Anteil des Kompetenztrainings (Beraten & Austauschen) zum Erhalt der Selbstständigkeit zugunsten von immer stärker in den Vordergrund tretenden emotional-seelischen Aspekten (Fühlen).

 

Können auch Menschen mit Demenz noch von SimA® profitieren?
Diese Frage muss eindeutig mit ja beantwortet werden. Motiviert durch die Ergebnisse der Präventionsstudie wurde 2003 der Frage nachgegangen, ob sich die verbliebene Selbstständigkeit von Pflegeheimbewohnern in kognitiver und funktioneller Hinsicht ebenfalls durch eine Kombination aus geistiger und körperlicher Aktivierung erhalten und fördern lässt. Dabei flossen auch Erkenntnisse aus der geriatrischen und gerontopsychiatrischen Praxis mit ein. Darüber hinaus wurde für Pflegeheimbewohner mit fortgeschrittener Demenz ein spezifisch biographisch ausgerichtetes Aktivierungskonzept erarbeitet.
Die Studie startete in 12 stationären Einrichtungen der Diakonie Neuendettelsau mit 294 Teilnehmern zwischen 70 und 99 Jahren. 171 Teilnehmer gehörten der Interventionsgruppe an, die an zwei Tagen pro Woche für 60 Minuten zusammenkamen, 123 Bewohner bildeten die Kontrollgruppe.
Es konnten signifikante Therapieeffekte auf kognitive und funktionelle Parameter festgestellt werden. Ebenso fand ein Transfer der Therapieinhalte auf Aktivitäten des täglichen Lebens statt. Das Aktivierungsprogramm führte darüber hinaus zu einer Abnahme der Sturzhäufigkeit der Teilnehmer sowie einer Entlastung und höheren Arbeitszufriedenheit des Pflegepersonals.

 

Welche Grenzen hat das SimA®-Programm?
SimA® ist ein Programm, das sehr stark von der Interaktion der Teilnehmer und den damit einhergehenden sozialen Kontakten profitiert. Spaß und Freude dürfen nie zu kurz kommen, auch wenn manchmal schwere und ernsthafte Inhalte besprochen werden.
Menschen, der von selbst nicht mehr aktiv in Kommunikation mit anderen treten können, bedürfen einer stark individualisierten Betreuung durch eine Fachkraft. Dort, wo Aktivierung in Stimulation übergeht, würde ich die Grenze des SimA-Programmes setzen.

 

Welche Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten gibt es an Ihrer Akademie?
Das SimA®-Ausbildungsprogramm 2.0 steht allen Interessierten offen – egal ob Sie Vorkenntnisse besitzen oder nicht. Dazu bietet die der modularisierte Aufbau die Möglichkeit, sich ausgehend von einer verbindenden Basisschulung nach seiner eigenen Interessens- und Arbeitsgebieten zu spezialisieren. Alle Ausbildungsmodule sind thematisch miteinander verknüpft, aber inhaltlich so abgeschlossen, dass man sie sinnvoll auch einzeln besuchen kann.
Im SimA®-Basic-Modul erhalten Sie alle theoretischen und praktischen Grundlagen zu den Themen Psychomotorik und Gedächtnistraining. Darüber hinaus werden in diesem Modul die Grundlagen zur SimA®-Idee und dem SimA®-Programm vermittelt.
Das SimA®-Kompetenztraining konzentriert sich auf die Frage, wie eine Passung zwischen den individuellen Ressourcen einer Person und den Anforderungen, die das Lebensumfeld an sie richtet, hergestellt werden kann. In Theorie und Praxis werden dabei exemplarische Themen besprochen und Ihre Rolle als Gruppenleiter reflektiert.
Menschen mit dementiellen Veränderungen benötigen je nach Krankheitsfortschritt besondere Formen der kognitiven Aktivierung. Das Modul SimA®-Biographieorientierte Aktivierung richtet sich vor allem an Gruppenleiter, die in ambulanten, teilstationären oder stationären Versorgungsformen aktiv sind.
Der SimA®-Betreuungshelfer ergänzt sich mit dem SimA-Basic-Modul zu einer 40-stündigen Ausbildung als Betreuungshelfer nach §45 SGB XI.

 

Was unterscheidet Ihr Ausbildungsprogramm von anderen Ausbildungen in diesem Bereich?
Wir legen in allen SimA®-Ausbildungen neben den praktischen Anteilen großen Wert auf eine fundierte theoretische Grundlage. Wir möchten damit unsere Teilnehmer in die Lage versetzen, nicht einfach nur die Übungen aus dem SimA®-Programm nachzumachen, sondern selbstständig zu reflektieren, flexibel Anpassungen entsprechend ihrer Gruppenteilnehmer vorzunehmen und sinnvoll den SimA-Übungskanon durch eigene Erfahrungen ergänzen zu können.

 

Was wünschen Sie sich von der Zukunft?
Körperliche und geistige Aktivierung sollten in jedem Lebensalter und in jeder Lebensphase ein selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Lebens sein. Ich wünsche mir, dass SimA® einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, Menschen in ihrem Selbst zu stärken und in ihrer unabhängigen Lebensführung zu unterstützen.

 

Herzlichen Dank, Herr Besser!

 

Zur Internetseite der SimA-Akademie

Schöne Ideen für das Gedächtnistraining finden Sie auch in dem Buch:
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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren*, Gedächtnistraining nach Jahreszeiten für Senioren: Das große Praxisbuch*, Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck* und Maibowle und Winzerfest: Lücken-Geschichten in Reimen*.

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