Psychomotorik für Senioren: Ideen mit Kastanien und anderen Herbstfrüchten

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Kastanien, Walnüsse oder Bucheckern sprechen mehrere Sinne zugleich an. Sie liegen gut in der Hand, haben verschiedene Oberflächen und lassen sich rollen, sortieren, ertasten oder vorsichtig werfen. Dadurch eignen sie sich besonders gut für psychomotorische Angebote mit Seniorinnen und Senioren. Die Übungen verbinden Bewegung, Wahrnehmung, Konzentration und Erinnerung.
Weitere Anregungen, wie Bewegung und Gedächtnistraining alltagsnah miteinander verknüpft werden können, finden Sie in der Online-Fortbildung „Kleine Bewegungssnacks für die Kopffitness“.
Vorbereitung: Herbstfrüchte sicher einsetzen
Für die Psychomotorik für Senioren sollten die Herbstfrüchte sauber, trocken und gut greifbar sein. Verwenden Sie keine scharfkantigen Schalenreste. Bei Menschen mit Schluckrisiken bleiben sehr kleine Materialien außer Reichweite. In Gruppen mit Menschen mit Demenz sollten alle Übungen klar angeleitet und Schritt für Schritt begleitet werden.
Eine schöne Einstiegsmöglichkeit ist ein herbstlich gedeckter Materialtisch. Die Teilnehmenden dürfen die Kastanien und Herbstfrüchte zunächst ansehen, berühren und benennen. Dabei entstehen Gespräche über Schulwege, Sammelspaziergänge, Bastelarbeiten oder Herbstmärkte. So wird aus der motorischen Übung zugleich ein biografischer Einstieg.
Übung 1: Kastanien wandern lassen
Alle Teilnehmenden sitzen im Kreis. Jede Person erhält eine Kastanie. Auf ein Signal wird die Kastanie von einer Hand in die andere gelegt, anschließend an die Person rechts weitergegeben. Nach einigen Runden ändern Sie die Aufgabe: Die Kastanie wird über den Handrücken gerollt, mit beiden Händen umschlossen oder vorsichtig von einer Hand in die andere geworfen.
Diese Übung fördert Aufmerksamkeit, Handbeweglichkeit und Rhythmusgefühl. Wer mag, nennt beim Weitergeben ein Wort zum Herbst, zum Beispiel Laub, Ernte oder Regen.
Übung 2: Herbstfrüchte sortieren und greifen
Legen Sie verschiedene Herbstfrüchte auf ein Tablett. Die Teilnehmenden sortieren nach Form, Größe oder Oberfläche. Eine Person sucht zum Beispiel alle runden Früchte heraus, eine andere sammelt alles mit rauer Oberfläche. Anschließend werden die Materialien mit einer Hand, mit zwei Fingern oder mit einem Löffel in kleine Körbe gelegt.
Die Übung trainiert Feinmotorik und Wahrnehmung. Gleichzeitig regt sie Sprache und Gedächtnis an: Welche Früchte kennen die Teilnehmenden aus ihrer Kindheit? Welche wurden gesammelt, gegessen oder zum Basteln verwendet? Welche Bäume standen früher am Weg?
Übung 3: Zielwerfen mit Kastanien
Stellen Sie mehrere Körbe oder Schalen in unterschiedlicher Entfernung auf. Die Teilnehmenden werfen Kastanien vorsichtig hinein. Wer nicht werfen möchte, kann die Kastanie über den Tisch rollen oder in eine nahe Schale legen. Die Abstände werden so gewählt, dass Erfolgserlebnisse möglich sind.
Zur Erweiterung bekommt jeder Korb eine Aufgabe. Nach einem Treffer nennen die Teilnehmenden eine Herbstfarbe, ein Herbstgericht oder eine Erinnerung an einen Spaziergang. So entstehen Bewegungsspiele, die Motorik und Gedächtnistraining miteinander verbinden.
Übung 4: Fühlbeutel mit Herbstfrüchten
Füllen Sie einen Stoffbeutel mit Kastanien, Walnüssen, Zapfen und Eicheln. Die Teilnehmenden greifen hinein und beschreiben, was sie fühlen. Ist die Oberfläche glatt, hart, rund oder kantig? Danach darf geraten werden, welcher Gegenstand in der Hand liegt. Anschließend wird die Herbstfrucht sichtbar auf den Tisch gelegt.
Diese Übung eignet sich besonders für ruhige Aktivierungen und Einzelkontakte. Sie kann auch bei eingeschränkter Beweglichkeit gut angepasst werden. Achten Sie darauf, dass jede Person genug Zeit bekommt und nicht unter Druck gerät.
Übung 5: Herbstspaziergang am Tisch
Legen Sie mit Tüchern, Blättern und Herbstfrüchten einen kleinen Weg auf dem Tisch. Eine Kastanie wird als Spielfigur genutzt und wandert von Station zu Station. An jeder Station wartet eine kleine Aufgabe: eine Bewegung mit den Händen machen, einen Herbstgeruch nennen, eine Erinnerung erzählen oder eine Kastanie in eine Schale rollen.
Für Gruppen, die gerne spielerisch arbeiten, kann ergänzend das exklusive Würfelspiel „Herbstspaziergang“ eingesetzt werden. Es greift das Thema Herbst auf und verbindet einfache Aufgaben mit Gesprächsanlässen.
Praxistipps für die Durchführung
Planen Sie für die Psychomotorik für Senioren lieber mehrere kurze Übungen als eine lange Einheit. Wechseln Sie zwischen Bewegung, Wahrnehmung und Gespräch. Beobachten Sie, welche Bewegungen leichtfallen und wo Unterstützung nötig ist. Besonders in gemischten Gruppen hilft es, Varianten anzubieten: werfen oder rollen, greifen oder zeigen, erzählen oder auswählen.
Kastanien und andere Herbstfrüchte machen den Jahresverlauf begreifbar. Sie bringen Naturmaterialien in den Gruppenraum und laden dazu ein, Erinnerungen mit Bewegung zu verbinden. So entsteht ein Angebot, das ohne großen Aufwand vorbereitet ist und trotzdem viele Bereiche anspricht.
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