Kreativität fördern: Übungen für Gedächtnistraining ohne Leistungsdruck

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Für ein kreatives Gedächtnistraining ohne Leistungsdruck finden Sie hier einfache Übungen, die Fantasie, Sprache und Erinnerungen anregen, ohne richtige oder falsche Antworten in den Mittelpunkt zu stellen.
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Kreativität im Gedächtnistraining bedeutet nicht, besonders originell sein zu müssen. Es geht darum, Gedanken auszuprobieren, Wörter zu sammeln, Erinnerungen zu teilen und neue Verbindungen entstehen zu lassen. Gerade in der Seniorenarbeit können kreative Übungen entlastend wirken, weil sie nicht auf Tempo, Wissen oder perfekte Lösungen ausgerichtet sind.
Wenn Sie kreative Methoden für Ihre Angebote vertiefen möchten, finden Sie in unserer Online-Fortbildung „Flügel der Fantasie“ viele Anregungen für Fantasie, Sprache und biografische Arbeit.
Kreativität fördern ohne Prüfungsgefühl
Gedächtnistraining ohne Leistungsdruck braucht klare, freundliche Rahmenbedingungen. Sagen Sie zu Beginn, dass alle Antworten erlaubt sind. Wer nicht sprechen möchte, darf zuhören. Wer eine Idee hat, gibt sie weiter. So entsteht eine entspannte Atmosphäre, in der sich auch zurückhaltende Teilnehmende beteiligen können.
Vermeiden Sie Fragen, die wie ein Test wirken. Statt „Wie heißt das richtig?“ können Sie fragen: „Was fällt Ihnen dazu ein?“ oder „Welche Erinnerung verbinden Sie damit?“
1. Wörter sammeln mit Fantasie
Nennen Sie ein einfaches Wort, zum Beispiel Herbst, Küche oder Reise. Die Teilnehmenden sammeln passende Begriffe. Dabei dürfen auch ungewöhnliche Wörter genannt werden. Aus Herbst können Laub, Tee, Wind, Apfelkuchen oder Spazierstock werden.
Die Übung aktiviert Sprache und Erinnerungen. Sie eignet sich für Gruppenstunden, kurze Aktivierungen und Einzelbetreuung.
2. Was könnte das sein?
Legen Sie einen Alltagsgegenstand in die Mitte, zum Beispiel einen Kochlöffel, ein Tuch oder eine Bürste. Die Teilnehmenden überlegen, wofür der Gegenstand noch benutzt werden könnte. Ein Kochlöffel kann ein Taktstock, ein Mikrofon oder ein Zeigestab sein.
Hier gibt es keine falschen Antworten, denn es geht nur um Fantasie. Gerade dadurch entsteht Leichtigkeit und die Gruppe kommt schnell ins Gespräch.
3. Geschichten mit drei Wörtern
Schreiben Sie drei Wörter auf Karten, zum Beispiel Fenster, Musik und Regen. Gemeinsam wird daraus eine kleine Geschichte entwickelt. Jede Person ergänzt einen Satz oder ein Wort. Wenn die Gruppe Unterstützung braucht, beginnt die Leitung mit einem einfachen Satz.
Diese Übung fördert Kreativität, Sprache und gemeinsames Erzählen. Für Menschen mit Demenz können Bildkarten oder Gegenstände den Einstieg erleichtern.
4. Würfeln und erzählen
Ein Würfel bringt Struktur in kreative Übungen. Jede Zahl bekommt eine kleine Aufgabe:
- 1: Nennen Sie eine Farbe.
- 2: Erzählen Sie von einem schönen Ort.
- 3: Ergänzen Sie einen Satz.
- 4: Nennen Sie ein Geräusch.
- 5: Denken Sie sich einen Namen aus.
- 6: Wählen Sie einen Gegenstand aus.
Aus den Antworten kann eine gemeinsame Geschichte entstehen. Die Regeln können dabei auf dem Flipchart festgehalten werden. Passend dazu finden Sie im Exklusiv-Bereich das spielerische Gedächtnistraining „Würfelspiel Herbstspaziergang“, das sich gut für leichte, thematische Aktivierungen einsetzen lässt.
5. Satzanfänge ergänzen
Bereiten Sie Satzanfänge vor, die offen bleiben:
- „Ein schöner Tag beginnt mit …“
- „Früher habe ich gern …“
- „Wenn ich an Sommer denke, sehe ich …“
- „Ein guter Duft erinnert mich an …“
- „Am liebsten höre ich …“
Die Teilnehmenden ergänzen die Sätze frei. Kurze Antworten reichen aus. Auch ein einzelnes Wort kann eine schöne Erinnerung sichtbar machen.
6. Farben erzählen lassen
Legen Sie farbige Karten oder Tücher aus. Jede Person wählt eine Farbe und sagt, woran sie erinnert. Rot kann für Erdbeeren stehen, Blau für Wasser, Gelb für Sonne oder Grün für Gartenarbeit.
Diese Übung verbindet Wahrnehmung, Sprache und Biografiearbeit. Sie funktioniert auch in kleinen Runden und braucht nur wenig Vorbereitung.
Praxis-Tipps für Gedächtnistraining ohne Leistungsdruck
Geben Sie ausreichend Zeit für Antworten. Loben Sie Beteiligung, nicht richtige Lösungen. Stellen Sie offene Fragen statt Wissensfragen. Nutzen Sie Gegenstände, Bilder oder Musik als Einstieg. Erlauben Sie Pausen, Zuhören und Weitergeben. Beenden Sie die Runde mit einem positiven gemeinsamen Ergebnis.
Kreativität fördern heißt, einen Raum zu schaffen, in dem Gedanken ausprobiert werden dürfen. Im Gedächtnistraining ohne Leistungsdruck entstehen dadurch Gespräche, Erinnerungen und kleine Erfolgserlebnisse. Die Übungen lassen sich leicht an unterschiedliche Gruppen anpassen und unterstützen eine wertschätzende Atmosphäre.
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