Krankheitsbilder und Sommer: Beschäftigungsideen bei Hitze gezielt anpassen

In diesem Artikel finden Sie spielerische Beschäftigungsideen, mit denen Sie Angebote bei Hitze an häufige Krankheitsbilder im Alter anpassen können.

Wenn Sie Krankheitsbilder im Alter sicherer einordnen und Betreuungsangebote fachlich gut planen möchten, passt dazu unsere Online-Fortbildung Allgemeine Krankheitsbilder in der Geriatrie.

Hitze wirkt nicht bei allen Menschen gleich. Bei manchen Erkrankungen stehen Schmerzen im Vordergrund, bei anderen Atemnot, Kreislaufbelastung, Unsicherheit beim Gehen oder eine veränderte Belastbarkeit. Für die Seniorenarbeit ist deshalb hilfreich, Beschäftigungsideen an konkrete Krankheitsbilder anzupassen. Die Angebote ersetzen keine pflegerische, ärztliche oder therapeutische Einschätzung. Sie geben aber Struktur, Teilhabe und Aktivierung in einem Rahmen, der an heißen Tagen realistisch bleibt.

Arthrose: kleine Bewegungen ohne Druck

Bei Arthrose können Gelenke anschwellen, Schmerzen nehmen zu und Bewegungen fallen schwerer. Angebote sollten gelenkschonend, kurz und gut unterbrechbar sein.

  • Sanfte Sitzgymnastik mit Kühlpausen: Hände öffnen, Füße abrollen, Schultern langsam senken.
  • Knetübungen mit angenehm gekühlten Gelbällen: nur halten, rollen oder weitergeben.
  • Gespräche über Entlastungsmöglichkeiten: „Wenn meine Gelenke schmerzen, hilft mir …“

Rheuma: entlasten und Wärmeempfindlichkeit beachten

Bei Rheuma können entzündete Gelenke empfindlich auf Hitze reagieren. Flüssigkeitsverlust kann Beschwerden verstärken. Ruhige Sinnesangebote passen besser als längere Bewegungsrunden.

  • Entspannungsrunden mit leiser Musik und bewussten Pausen. Hier finden Sie eine Entspannungsrunden für Senioren.
  • Kühlende Handbäder, wenn sie individuell vertragen und erlaubt sind.
  • Kräuterkompressen vorbereiten: Minze, Melisse oder Lavendel ansehen, riechen und in ein Tuch legen.

Osteoporose: Sicherheit vor Bewegungsumfang

Bei Osteoporose kann Hitze Unsicherheit und Kreislaufprobleme verstärken. Angebote sollten im Sitzen beginnen und Sicherheit vermitteln.

  • Balancetraining im Sitzen: Gewicht leicht nach rechts und links verlagern.
  • Sturzpräventionsspiel: Karten mit Situationen wie „nasser Boden“ oder „aufstehen nach der Ruhepause“ ziehen und sichere Lösungen sammeln.
  • Füße spüren: beide Füße aufstellen, Fersen langsam heben und wieder absetzen.

Herzinsuffizienz: ruhig aktivieren, Pausen fest einplanen

Bei Herzinsuffizienz wird der Kreislauf durch Hitze stark belastet. Atemnot und Erschöpfung können schneller auftreten. Aktivierungen sollten sehr ruhig bleiben.

  • Erinnerungsrunde: „Ein kühler Ort aus meiner Kindheit war …“
  • Leichte Bewegungen im Sitzen: Hände öffnen, Füße lösen, Schultern entspannen.
  • Langsames Ballspiel: Ball weitergeben und einen Sommersatz vervollständigen.

COPD und Asthma: Atmung entlasten, Reize reduzieren

Bei COPD, Asthma und anderen Atemwegserkrankungen kann heiße Luft das Atmen erschweren. Schwüle Luft, starke Gerüche und Staub belasten zusätzlich.

  • Aktivierung in gut gekühlten Räumen mit kleinen Gruppen.
  • Kräuter riechen und bestimmen, aber nur dezent und mit Abstand.
  • Sitzgymnastik mit Fächern oder Tüchern, langsam und mit Pausen.

Diabetes: Getränke und Obst bewusst einsetzen

Bei Diabetes steigt an heißen Tagen das Risiko für Flüssigkeitsmangel. Blutzuckerwerte können aus dem Gleichgewicht geraten. Getränke, Obst und Verkostungen sollten deshalb abgestimmt sein.

  • Blindverkostung geeigneter Getränke, zum Beispiel Wasser oder ungesüßter Tee.
  • Spiele und Rästelrunden rund um Getränke. Zum Beispiel unser großes Getränkequiz oder unser Trinkbingo.
  • Obstsalat vorbereiten oder Wassermelone, wenn Menge und Auswahl abgesprochen sind.

Weitere passende Materialien für Sommerangebote finden Sie im Exklusiv-Bereich in den Sommermaterialien für Gruppenrunden und Einzelbetreuung. Wählen Sie daraus bei Hitze vor allem ruhige, kurze und gut anpassbare Angebote.

Quelle: Fastl, C., Arnberger, A., Gallistl, V., Stein, V. K. und Dorner, T. E. (2024): Heat vulnerability: health impacts of heat on older people in urban and rural areas in Europe. Wiener Klinische Wochenschrift, 136, 507-514. Die Studie beschreibt, dass Hitze ältere Menschen besonders belasten kann, wenn gesundheitliche Einschränkungen, Wohnumfeld und soziale Faktoren zusammenkommen.

Wenn Sie regelmäßig neue Ideen für Aktivierungen, Betreuung und Beschäftigung erhalten möchten, abonnieren Sie unseren Newsletter.

Taschen, Tassen, T-Shirts und weitere Produkte mit liebevollen und lustigen Designs. Schauen Sie sich unser Angebot an!

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bücher für die soziale Betreuung von Senioren und Menschen mit Demenz. Finden Sie Ideen aus der Praxis für die Praxis!