Hitze und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: So passen Sie Ihre Betreuungsangebote an heißen Tagen an

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In diesem Artikel finden Sie konkrete Betreuungsangebote, kleine Spiele und sofort nutzbare Ideen für heiße Tage mit Menschen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.
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Hitze belastet Herz und Kreislauf erheblich. Das Herz muss mehr arbeiten, der Blutdruck kann absinken und Schwindel tritt schneller auf. Für die Betreuung heißt das: Angebote sollten ruhig, kurz, gut beobachtbar und möglichst in den kühlen Morgenstunden stattfinden. Der Schwerpunkt liegt nicht auf Leistung, sondern auf Teilhabe, Sicherheit und angenehmen Sommermomenten. Selbstverständlich muss der individuelle Einzelfall immer mit Kollegen aus der Pflege oder dem behandelndem Arzt abgeglichen werden.
Grundregel für heiße Tage: ruhig, sitzend, spielerisch
Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eignen sich an heißen Tagen vor allem Angebote im Sitzen. Sie lassen sich gut abbrechen, anpassen und mit Trinkpausen verbinden. Körperlich anstrengende Aktivitäten, lange Wege und warme Räume sollten vermieden werden.
- ruhige Gruppenangebote statt bewegungsreicher Spiele
- wenn Sitzgymnastik durchgeführt wird, dann mit vielen Pausen
- Entspannungsangebote mit Musik oder kurzen Geschichten
- ruhige Atemwahrnehmung ohne Leistungsdruck
- Beschäftigungen in den kühlen Morgenstunden
- Aktivierungen im Sitzen mit Tüchern, Fächern oder leichten Bällen
Gruppenangebot: Fächer gestalten und benutzen
Ein schönes Sommerangebot ist das Gestalten einfacher Fächer. Dafür reichen Tonpapier, Eisstiele, Klebestreifen und Buntstifte. Die Teilnehmenden bemalen das Papier mit Sommermotiven, falten es gemeinsam und befestigen es an einem Stiel. Wer nicht basteln möchte, kann Farben auswählen oder erzählen, welche Motive auf den Fächer passen.
Nach dem Gestalten wird der Fächer direkt genutzt. Die Gruppe probiert langsame Bewegungen aus: einmal zur rechten Hand fächeln, einmal zur linken Hand fächeln, den Fächer weiterreichen, eine kühle Erinnerung nennen. So entsteht ein ruhiges Angebot mit Kreativität, Wahrnehmung und leichter Bewegung. Hier finden Sie eine genaue Anleitung für einen Melonenfächer.
Sitzgymnastik: Kleine Bewegungen mit Trinkpausen
Eine kurze Sitzgymnastik kann sehr einfach aufgebaut werden. Wichtig ist, dass jede Bewegung langsam bleibt und zwischen den Übungen Pausen entstehen.
- Hände öffnen und schließen
- Schultern langsam heben und senken
- Füße unter dem Stuhl abrollen
- ein leichtes Tuch von Hand zu Hand geben
- nach jeder Runde eine Trinkpause einlegen
Eine passende Vorlage für die Anleitung könnte lauten: „Wir bewegen heute nur so viel, wie angenehm ist. Jede Bewegung darf kleiner werden. Wer pausieren möchte, legt die Hände in den Schoß und hört einfach zu.“
Spielidee: Langsames Ballspiel im Sitzkreis
Ein Ballspiel kann auch bei Hitze gelingen, wenn es sehr ruhig gestaltet wird. Nutzen Sie einen leichten Stoffball oder einen Luftballon. Der Ball wird nicht geworfen, sondern langsam gerollt oder mit beiden Händen weitergegeben. Wer den Ball erhält, ergänzt einen Satz.
- „An heißen Tagen tut mir gut …“
- „Ein kühler Ort aus meiner Erinnerung ist …“
- „Früher gab es im Sommer bei uns …“
- „Ein Getränk, das ich mit Sommer verbinde, ist …“
Das Spiel verbindet Bewegung, Biografiearbeit und Gespräch. Es bleibt auch für Menschen geeignet, die sich körperlich zurückhalten müssen.
Kurzaktivierung: Trinkmoment mit Würfel
Für eine kurze Aktivierung legen Sie einen großen Würfel bereit. Jede Zahl steht für eine kleine Aufgabe. Die Aufgaben sollten leicht, freundlich und ohne Druck sein.
- 1: einen Sommergegenstand nennen
- 2: den Fächer einmal langsam bewegen
- 3: einen Schluck trinken, wenn es individuell erlaubt ist
- 4: ein Sommerwort mit „S“ suchen
- 5: beide Füße kurz aufstellen und lösen
- 6: eine kurze Sommererinnerung erzählen
Dazu passt das Würfelbingo für heiße Tage aus dem Exklusiv-Bereich. Solche spielerischen Trinkmomente ersetzen keine pflegerische Trinkplanung, können Getränke aber freundlich in die Betreuung einbinden.
Einzelbetreuung: Kühle Erinnerungskarte
Für die Einzelbetreuung kann eine kleine Karte vorbereitet werden. Darauf stehen drei Satzanfänge: „Kühl war es früher …“, „Im Sommer habe ich gern …“ und „Wenn es heiß war, half mir …“. Die Person wählt einen Satz aus und erzählt, was ihr dazu einfällt. Dazu kann ein Fächer, ein kühles Tuch für die Hände oder ein Bild von einem schattigen Garten bereitliegen.
Praxistipps für die Durchführung
Planen Sie Angebote bei Hitze möglichst kurz und am Vormittag. Achten Sie auf Blässe, Schwindel, starke Erschöpfung, Unruhe, Atemnot oder Brustbeschwerden. Wenn solche Zeichen auftreten, sollte das Angebot sofort beendet und eine Fachkraft hinzugeholt werden.
Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen darf eine gelungene Aktivierung sehr ruhig sein. Ein Gespräch, ein Fächer, ein Glas Wasser und ein gemeinsamer Sommermoment können an heißen Tagen wertvoller sein als ein ausgearbeitetes Programm.
Quelle: Fastl, C., Arnberger, A., Gallistl, V., Stein, V. K. und Dorner, T. E. (2024): Heat vulnerability: health impacts of heat on older people in urban and rural areas in Europe. Wiener Klinische Wochenschrift, 136, 507-514. Die Studie beschreibt Hitzevulnerabilität älterer Menschen und zeigt, dass gesundheitliche Einschränkungen, Wohnumfeld und soziale Faktoren die Belastung durch Hitze verstärken können.
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