Hitze und Gelenkerkrankungen: Bewegungsangebote bei Arthrose, Rheuma und Co. im Sommer

Sie erhalten hier spielerische Ideen für Bewegungsangebote bei Hitze, die bei Arthrose, Rheuma, Osteoporose und ähnlichen Gelenkerkrankungen im Sommer gut angepasst werden können.
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Gelenkerkrankungen können Bewegungen schmerzhaft, steif oder unsicher machen. Kommt Hitze dazu, fühlen sich viele ältere Menschen schneller erschöpft. Manche Gelenke schwellen an, andere reagieren empfindlich auf Wärme. Für die Seniorenarbeit heißt das: Bewegungsangebote sollten kurz, gelenkschonend, gut beobachtbar und spielerisch gestaltet sein. Ziel ist nicht Leistung, sondern Beweglichkeit, Sicherheit und das Gefühl, mitmachen zu können.
Grundregel für heiße Tage: kleine Bewegungen, viele Pausen
Bei Arthrose, Rheuma und Osteoporose eignen sich an heißen Tagen vor allem reduzierte Angebote. Die Teilnehmenden sollten Bewegungen verkleinern, auslassen oder nur in Gedanken mitmachen dürfen. Pausen, kurze Gesprächsmomente und Material zum Anschauen helfen, die Aktivierung ruhig zu halten.
- Bewegungsangebote in kühlen Räumen durchführen
- mit kleinen Bewegungen der Hände, Füße und Schultern arbeiten
- Schmerzen ernst nehmen und Bewegungen sofort anpassen
- Pausen als festen Teil des Angebots einplanen
Gruppenangebot: Kräuter riechen und bestimmen
Eine ruhige Sinnesrunde gelingt mit frischen Kräutern. Legen Sie Minze, Melisse und Lavendel auf kleine Teller oder in Gläser. Die Teilnehmenden betrachten die Blätter, beschreiben Farbe und Form und riechen nur dann daran, wenn es angenehm ist. Niemand muss direkt an stark duftenden Pflanzen riechen.
Passende Fragen sind: „Welches Kraut kennen Sie aus dem Garten?“, „Wofür wurde Minze früher verwendet?“ oder „Welcher Duft erinnert Sie an den Sommer?“ Unter dem Thema „Die Apotheke der Natur: Minze, Lavendel, Melisse und Co.“ können daraus lebendige Gespräche entstehen.
Spielidee: Knetübungen mit gekühlten Gelbällen
Bei geschwollenen Gelenken können kleine Knetübungen mit angenehm gekühlten Gelbällen eingesetzt werden, wenn die Teilnehmenden dies als wohltuend erleben. Die Bälle werden nicht kräftig gedrückt. Sie liegen in der Hand, werden langsam gerollt oder von einer Hand in die andere gegeben.
- Ball in der rechten Hand spüren
- Ball in der linken Hand spüren
- Ball langsam über die Handfläche rollen
- kurz erzählen: „Diese Bewegung fühlt sich … an“
Wenn Kälte unangenehm ist, verwenden Sie weiche Tücher oder leichte Stoffbälle. Wichtig ist, keine Bewegung zu erzwingen.
Gemeinsam Kräuterkompressen vorbereiten
Das gemeinsame Herstellen von Kräuterkompressen eignet sich als ruhige Beschäftigung. Die Gruppe betrachtet Kräuter, legt sie auf ein Tuch und faltet daraus eine kleine Kompresse. Die Kompresse muss nicht angewendet werden. Schon das Vorbereiten, Riechen und Erzählen kann eine vollständige Aktivierung sein.
Wenn eine Anwendung geplant ist, sollte sie vorher mit Pflege oder Therapie abgestimmt werden. Nicht jede Person verträgt Kälte, Feuchtigkeit oder Kräuter auf der Haut.
Praxistipps für Bewegungsangebote im Sommer
Planen Sie Bewegungsangebote an heißen Tagen lieber kurz als zu lang. Vermeiden Sie Übungen im Stehen. Große Bewegungen, schnelle Richtungswechsel und kräftiges Greifen können bei Gelenkerkrankungen belastend sein. Besser geeignet sind kleine Bewegungen mit Händen, Füßen, Schultern und Armen.
Fragen Sie vor Beginn nach dem aktuellen Befinden und beobachten Sie während der Aktivierung genau. Schmerzen, Erschöpfung, Schwitzen, Unruhe oder eine veränderte Sitzhaltung sind klare Zeichen, das Angebot zu verändern oder zu beenden. Stimmen Sie besondere Einschränkungen mit Pflege, Therapie oder Angehörigen ab. Eine gute Bewegungseinheit bei Hitze stärkt nicht durch Anstrengung, sondern durch Sicherheit, Wahrnehmung und das Gefühl, mitmachen zu können.
Quelle: Fastl, C., Arnberger, A., Gallistl, V., Stein, V. K. und Dorner, T. E. (2024): Heat vulnerability: health impacts of heat on older people in urban and rural areas in Europe. Wiener Klinische Wochenschrift, 136, 507-514. Diese Studie beschreibt Hitzevulnerabilität älterer Menschen und macht deutlich, dass gesundheitliche Einschränkungen, Wohnumfeld und soziale Faktoren die Belastung durch Hitze verstärken können.
Für weitere ruhige Ideen können die Sommermaterialien für Gruppenrunden und Einzelbetreuung aus dem Exklusiv-Bereich genutzt werden. Wählen Sie bei Gelenkerkrankungen vor allem Angebote, die wenig Kraft verlangen und sich bei Bedarf in ein Gespräch umwandeln lassen.
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