Hitze und Atemwegserkrankungen: Aktivieren trotz Hitze bei COPD, Asthma und Co.

Sie erhalten hier spielerische, ruhige und gut anpassbare Ideen für Aktivierungen bei Hitze für Menschen mit COPD, Asthma und anderen Atemwegserkrankungen.
Wenn Sie Krankheitsbilder im Alter besser einordnen und Ihre Angebote sicherer planen möchten, finden Sie passende Grundlagen in unserer Online-Fortbildung Allgemeine Krankheitsbilder in der Geriatrie.
Hohe Temperaturen können Menschen mit Atemwegserkrankungen deutlich belasten. Hitze, trockene Luft und eine schlechtere Luftqualität können das Atmen erschweren. Bei COPD, Asthma oder chronischer Bronchitis geraten Betroffene schneller außer Atem. Für die Seniorenarbeit heißt das: Aktivierungen sollten kurz, reizarm, sitzend und in kühlen Räumen stattfinden.
Grundregel für heiße Tage: kühle Räume, ruhiges Tempo, wenig Reize
Bei Atemwegserkrankungen ist die Umgebung besonders wichtig. Ein gutes Angebot beginnt nicht mit dem Material, sondern mit Raumtemperatur, Sitzposition und Ruhe. Die Teilnehmenden sollten aufrecht sitzen können, Pausen bekommen und jederzeit aussetzen dürfen.
- Aktivierungen in kühlen Räumen durchführen
- kleine Gruppen oder Einzelbetreuung bevorzugen
- starke Düfte und staubige Materialien vermeiden
- Bewegungen langsam und im Sitzen anbieten
- Entspannungsmusik leise einsetzen
- bei Atemnot oder Erschöpfung sofort pausieren
Gruppenangebot: Leichte Sitzgymnastik mit Fächern oder Tüchern
Eine leichte Sitzgymnastik kann mit Fächern oder dünnen Tüchern gestaltet werden. Die Bewegungen bleiben klein und langsam. Der Fächer wird geöffnet, geschlossen, zur rechten Seite bewegt und wieder in die Mitte geführt. Ein Tuch kann über die Knie gelegt, mit beiden Händen gehalten oder langsam von einer Hand in die andere gegeben werden.
Eine mögliche Anleitung lautet: „Wir bewegen nur so weit, wie es angenehm ist. Die Pause gehört heute ausdrücklich dazu.“ So bleibt die Aktivierung entlastend und nicht anstrengend.
Spielidee: Atemwahrnehmung mit Feder
Eine Feder kann als Wahrnehmungsmaterial genutzt werden. Die Feder liegt auf der Hand oder auf einem dunklen Tuch. Die Teilnehmenden beschreiben, wie leicht sie aussieht, welche Farbe sie hat und woran sie erinnert. Wenn Atemübungen in der Einrichtung fachlich abgesprochen sind, kann die Feder entsprechend vorsichtig bewegt werden. Kräftiges Pusten ist nicht nötig.
Kurzaktivierung: Wassermusik und Geräuscheraten
Eine kurze Aktivierung gelingt mit Entspannungsmusik oder Wassergeräuschen. Spielen Sie leise Meeresrauschen oder Regen ab. Die Teilnehmenden raten, welches Geräusch zu hören ist, und erzählen passende Erinnerungen.
- „Dieses Geräusch erinnert mich an …“
- „Am Wasser war die Luft …“
- „Ein kühler Ort im Sommer war für mich …“
- „Bei Regen im Sommer habe ich früher …“
Diese Aktivierung eignet sich gut für heiße Tage, weil sie im Sitzen stattfindet, sich auch mit wenigen Gesprächsanteilen durchführen lässt und jederzeit beendet werden kann.
Einzelbetreuung: Kühle Orte auf Bildern
In der Einzelbetreuung eignet sich ein Bildgespräch mit kühlen Sommerorten. Wählen Sie Bilder von Waldwegen, Brunnen, Seen, Gärten oder schattigen Bänken. Fragen Sie: „Wo wäre auf diesem Bild ein guter Platz zum Ausruhen?“ oder „Welche Luft tut Ihnen im Sommer gut?“
Dieses Angebot braucht wenig Material und lässt sich an die Tagesform anpassen. Bei COPD, Asthma und anderen Atemwegserkrankungen kann schon eine ruhige Begegnung von wenigen Minuten wertvoll sein.
Praxistipps bei Hitze und Atemwegserkrankungen
Planen Sie Aktivierungen bei Hitze möglichst in kühlen Räumen und vermeiden Sie Angebote im Freien bei starker Wärme, schwüler Luft oder hoher Ozonbelastung.
Achten Sie auf Veränderungen von Atmung, Hautfarbe, Sprechtempo und Belastbarkeit. Wenn eine Person angestrengt atmet, nicht mehr gut sprechen kann, unruhig wird oder erschöpft wirkt, sollte das Angebot beendet werden. Informieren Sie in diesem Fall die zuständige Pflegekraft. Eine gelungene Aktivierung bei Atemwegserkrankungen ermöglicht Teilhabe, ohne die Atmung zusätzlich zu belasten.
Quelle: Fastl, C., Arnberger, A., Gallistl, V., Stein, V. K. und Dorner, T. E. (2024): Heat vulnerability: health impacts of heat on older people in urban and rural areas in Europe. Wiener Klinische Wochenschrift, 136, 507-514. Diese Studie zeigt, dass ältere Menschen durch Hitze besonders vulnerabel werden können, wenn gesundheitliche Einschränkungen, Wohnumfeld und soziale Faktoren zusammenkommen.
Wenn Sie bei Hitze verschiedene Materialien für Gruppenrunden und Einzelbetreuung vorbereiten möchten, können die Sommermaterialien für Gruppenrunden und Einzelbetreuung aus dem Exklusiv-Bereich passende Anregungen liefern.
Wenn Sie regelmäßig neue Ideen für Aktivierungen und Materialien in der Seniorenarbeit erhalten möchten, abonnieren Sie unseren Newsletter.










