Fantasievolle Aktivierungen: Herbstideen für die Betreuung

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In diesem Beitrag erhalten Sie fünf Herbstideen für die Betreuung, mit denen Fantasie, Erinnerungen und Gesprächsfreude lebendig werden.
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Der Herbst eignet sich besonders gut für fantasievolle Aktivierungen. Die Jahreszeit bringt starke Bilder mit: raschelndes Laub, reife Äpfel und erste kühle Abende. Aus diesen vertrauten Eindrücken lassen sich kleine Geschichten, Sinnesanregungen und Gedächtnisübungen entwickeln. Der Vorteil: Viele Ideen brauchen nur wenig Material und lassen sich an die Fähigkeiten der Teilnehmenden anpassen.
1. Die Herbsttasche: Gegenstände erzählen lassen
Legen Sie Herbstgegenstände in einen Stoffbeutel, zum Beispiel eine Kastanie, einen kleinen Apfel oder ein Stück Wolle. Die Teilnehmenden ertasten nacheinander einen Gegenstand und beschreiben, was sie fühlen. Danach wird gemeinsam überlegt: Woran erinnert der Gegenstand? Welche kleine Szene könnte dazu passen? Eine Kastanie kann zum Spaziergang im Park führen, ein Apfel zur Küche der Kindheit oder ein Wollknäuel zu warmen Socken.
Diese Übung verbindet Wahrnehmung, Sprache und Biografiearbeit. Wenn die Gruppe gerne erzählt, kann aus jedem Gegenstand ein Satz für eine gemeinsame Herbstgeschichte entstehen.
2. Was wäre, wenn der Herbst sprechen könnte?
Fantasievolle Aktivierungen gelingen besonders gut mit offenen Fragen. Beispiele:
- Was würde der Herbst erzählen, wenn er an die Tür klopft?
- Was könnte ein Blatt auf seiner Reise durch den Wind erleben?
- Welche Wünsche hätte ein alter Apfelbaum nach der Ernte?
- Was würde in einem geheimen Herbstladen verkauft?
Wichtig ist: Es gibt keine falschen Antworten. Jede Idee darf stehen bleiben. Manche Teilnehmende entwickeln kleine Geschichten, andere nennen einzelne Wörter oder hören lieber zu. Für weiterführende Runden passen auch die Exklusiv-Karten „Was wäre, wenn …“, die genau mit solchen offenen Gedankenspielen arbeiten.
3. Herbstgeräusche als Gedächtnistraining
Sammeln Sie gemeinsam Geräusche, die zum Herbst passen: Regen auf dem Dach, Wind in den Bäumen, Schritte durch Laub. Danach wählen die Teilnehmenden ein Geräusch aus und beschreiben eine passende Situation. Daraus kann eine kleine Erzählrunde entstehen: „Ich höre Schritte im Laub und sehe …“
Für geübte Gruppen lässt sich die Aufgabe erweitern. Die Teilnehmenden nennen zu jedem Geräusch ein passendes Gefühl, eine Farbe oder einen Ort. So entsteht ein leichtes Gedächtnistraining, das Fantasie und Wortfindung miteinander verbindet.
4. Die Erntekiste: Eine Geschichte in fünf Schritten
Stellen Sie eine leere Kiste in die Mitte. Die Gruppe entscheidet gemeinsam, was darin liegt. Nacheinander werden fünf Dinge genannt, zum Beispiel Kürbis, Kartoffeln, Birnen, Marmelade und ein Brief. Nun entsteht daraus eine kurze Geschichte. Helfende Fragen können sein: Wer hat die Kiste gepackt? Für wen ist sie gedacht? Was wird daraus gekocht? Welche Überraschung steckt im Brief?
Diese Aktivierung eignet sich für Gruppen, in denen die Teilnehmenden Freude am Erzählen haben. Die Kiste kann auch mit echten Gegenständen gefüllt werden. Dann wird aus jedem Gegenstand ein kurzer Gesprächsanlass.
5. Kleine Fantasiereise: Ein Spaziergang im Herbst
Lesen Sie langsam eine kurze Szene vor und lassen Sie Pausen für eigene Bilder:
„Sie gehen einen Weg entlang. Unter Ihren Schuhen raschelt das Laub. Die Luft ist frisch. Neben dem Weg steht ein Baum mit goldenen Blättern. In Ihrer Hand halten Sie etwas Warmes. Vor Ihnen sehen Sie ein Licht in einem Fenster. Sie bleiben einen Moment stehen und genießen die Ruhe.“
Fragen Sie anschließend offen: Was haben Sie gesehen? Was hatten Sie in der Hand? Wohin führte der Weg? Welche Erinnerung passt zu diesem Bild? So bleibt die Fantasiereise kurz, wertschätzend und anschlussfähig.
Wer Fantasie und Kreativität gezielt in das Gedächtnistraining einbauen möchte, findet dazu vertiefende Anregungen in der Online-Fortbildung „Flügel der Fantasie“.
Praxistipp für die Durchführung
Planen Sie fantasievolle Herbstideen lieber klein und beweglich. Eine gute Frage, ein Gegenstand oder ein kurzer Einstieg reicht für eine lebendige Runde. Achten Sie darauf, dass Teilnehmende nicht unter Druck geraten, besonders wenn Wortfindung oder Orientierung erschwert sind. Bieten Sie Wahlmöglichkeiten an: erzählen, ergänzen, zeigen, nicken oder zuhören. So können auch Menschen mit Demenz sicher teilnehmen.
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