Fantasie fördern im Alter: Aktivierungen mit Bildern und Gegenständen

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Bilder und vertraute Alltagsgegenstände eignen sich besonders gut, um kreative Gedanken, Erinnerungen und Gespräche anzustoßen. Wer das Thema fachlich vertiefen möchte, findet in der Online-Fortbildung Flügel der Fantasie Anregungen rund um Kreativität und Fantasie im Gedächtnistraining.
Fantasie entsteht nicht nur beim freien Erzählen. Sie entwickelt sich auch, wenn Menschen etwas betrachten, anfassen, vergleichen, ergänzen oder in einen neuen Zusammenhang bringen. Ein altes Bügeleisen, eine Postkarte, ein Schlüsselbund oder ein Bild von einem Marktplatz kann Erinnerungen wecken, aber auch neue Geschichten entstehen lassen.
Warum Fantasie im Alter so wertvoll ist
Fantasie fördern im Alter bedeutet nicht, dass Teilnehmende besonders originelle Antworten geben müssen. Es geht vielmehr darum, Denkwege zu öffnen, Sprache anzuregen und Freude am Ausprobieren zu ermöglichen. Wer zu einem Bild eine Geschichte erfindet oder einem Gegenstand eine neue Aufgabe gibt, verbindet Wahrnehmung, Gedächtnis, Sprache und Kreativität.
Für Menschen mit Demenz kann dieser Zugang entlastend sein, weil es nicht um richtig oder falsch geht. Ein Bild darf frei gedeutet werden. Ein Gegenstand darf zu einer Erinnerung, einer Vermutung oder einer kleinen Spielidee führen. So entsteht eine Atmosphäre, in der auch kurze Beiträge wertvoll sind.
Aktivierungen mit Bildern vorbereiten
Wählen Sie Bilder aus, die klar erkennbar sind und mehrere Deutungen zulassen. Geeignet sind Fotos von Alltagsszenen, Landschaften, alten Geschäften, Festen, Küchen, Werkstätten oder Gegenständen aus früheren Jahrzehnten. Legen Sie zu Beginn nur ein Bild in die Mitte.
Stellen Sie offene Fragen, die zum Erzählen einladen: Was könnte gerade passiert sein? Welche Geräusche würden Sie auf diesem Bild hören? Welche Person fehlt noch auf dem Bild? Was könnte gleich geschehen? Solche Fragen geben Struktur, lassen aber Raum für eigene Ideen. Die Gruppe kann die Bilder zunächst beschreiben und dann eine Geschichte daraus aufbauen. Das verschafft zudem ein Gefühl von Gemeinschaft.
Aktivierungen mit Gegenständen gestalten
Aktivierungen mit Gegenständen sprechen mehrere Sinne an. Ein Gegenstand kann betrachtet, gehalten, gerochen oder vorsichtig ausprobiert werden. Dadurch entstehen Gesprächsanlässe, die nicht allein vom Erinnerungsvermögen abhängen.
Für eine Fantasieübung legen Sie drei Gegenstände auf den Tisch, zum Beispiel einen Knopf, eine kleine Bürste und eine leere Dose. Die Teilnehmenden überlegen gemeinsam, wem diese Dinge gehören könnten. Ist es eine Reisende, ein Handwerker, eine Nachbarin oder ein Kind? Danach entsteht eine kurze Geschichte: Wohin geht die Person? Was hat sie vor? Welches kleine Problem muss sie lösen?
Eine weitere Möglichkeit ist die Übung „Neue Aufgabe gesucht“. Ein Alltagsgegenstand bekommt eine ungewohnte Verwendung. Aus einem Kochlöffel wird ein Dirigentenstab, aus einem Taschentuch ein Segel, aus einer Blechdose eine Schatzkiste. Die Ideen dürfen humorvoll, praktisch oder ganz unwahrscheinlich sein. Wichtig ist, dass jede Antwort aufgenommen wird.
Bilder und Gegenstände kombinieren
Besonders lebendig wird die Aktivierung, wenn ein Bild und ein Gegenstand zusammengeführt werden. Legen Sie zum Beispiel ein Bild von einem Bahnhof aus und dazu einen alten Kofferanhänger. Die Gruppe entwickelt daraus eine Reiseszene. Wer fährt los? Was wurde vergessen? Wer wartet am Zielort?
Auch das Bilderbingo mit alten Gegenständen im Exklusiv-Bereich kann als Einstieg in Gespräche und Fantasieübungen dienen. Nach einer Spielrunde lassen sich einzelne Bilder auswählen und mit Fragen verbinden: Welche Geschichte könnte hinter diesem Gegenstand stecken? Wer hat ihn benutzt? Was würde dieser Gegenstand erzählen, wenn er sprechen könnte?
Praxistipps für die Durchführung
Planen Sie für solche Aktivierungen genug Zeit ein. Fantasie braucht manchmal einen Moment, bevor sie in Worte gefasst wird. Wiederholen Sie Beiträge wertschätzend, greifen Sie einzelne Wörter auf und bieten Sie Satzanfänge an, wenn Teilnehmende Unterstützung brauchen. Formulierungen wie „Vielleicht beginnt die Geschichte so …“ oder „Ich könnte mir vorstellen …“ helfen beim Einstieg.
Achten Sie darauf, dass die Runde nicht bewertet. Eine ungewöhnliche Idee ist kein Fehler, sondern kann der Anfang einer besonders schönen Geschichte sein. Wenn Teilnehmende lieber von früher erzählen, darf die Aktivierung in biografische Gespräche übergehen. Wenn eine Gruppe Freude am Erfinden hat, können Sie daraus eine kleine Fortsetzungsgeschichte entwickeln.
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