EmpaKom®: Emotionen und Demenz. Warum wir fühlen, was wir fühlen

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Kenntnisse über Basisemotionen helfen können, Gefühle bei Menschen mit Demenz aufmerksamer wahrzunehmen und angemessen zu begleiten.

Wer die eigene Kommunikation mit Menschen mit Demenz fachlich vertiefen möchte, findet im Online-Intensivlehrgang Kommunikationsfachkraft für Menschen mit Demenz fundiertes Wissen und praktische Strategien. Der Lehrgang stellt EmpaKom® vor und rückt die Koregulation als zentrales Kommunikationsprinzip in den Mittelpunkt.

Warum wir fühlen, was wir fühlen

Emotionen helfen uns, Situationen schnell einzuschätzen und auf sie zu reagieren. Sie lenken die Aufmerksamkeit, bereiten den Körper auf eine Handlung vor und beeinflussen, wie wir Kontakt aufnehmen. Gefühle sind deshalb kein störendes Beiwerk. Sie geben Hinweise darauf, was ein Mensch gerade als bedeutsam erlebt.

Der Psychologe Paul Ekman untersuchte, welche Gesichtsausdrücke Menschen über Kulturgrenzen hinweg ähnlich erkennen. Sein Modell beschreibt sechs Basisemotionen: Freude, Trauer, Angst, Ärger, Ekel und Überraschung. Freude kann anzeigen, dass eine Situation wohltuend ist. Angst warnt vor einer möglichen Gefahr. Ärger mobilisiert Kraft, wenn Grenzen verletzt oder Ziele blockiert werden. Ekel unterstützt die Abgrenzung. Trauer begleitet einen Verlust. Überraschung richtet die Aufmerksamkeit auf etwas Unerwartetes.

Das Modell bietet eine hilfreiche Orientierung, bildet das emotionale Erleben jedoch nicht vollständig ab. Gefühle treten in Mischformen auf und werden durch Erfahrungen geprägt. Auch ein Gesichtsausdruck erlaubt keine sichere Diagnose. Ein angespannter Blick kann Angst anzeigen, aber ebenso Schmerzen oder Reizüberflutung. Entscheidend bleibt deshalb die Frage: Was nimmt dieser Mensch in diesem Moment wahr?

Emotionen und Demenz

Eine Demenz kann verändern, wie ein Mensch einen Auslöser einordnet, ein Gefühl benennt oder die Mimik eines Gegenübers versteht. Das bedeutet nicht, dass sein emotionales Erleben verschwindet. Eine Untersuchung mit Menschen mit Alzheimer-Demenz zeigte, dass ausgelöste Freude oder Traurigkeit fortbestehen konnte, obwohl die gezeigten Filmszenen nicht mehr bewusst erinnert wurden. Für die Begleitung ist das bedeutsam: Die Erinnerung an eine Begegnung kann verblassen, während das dabei entstandene Gefühl noch wirkt.

Im EmpaKom®-Ansatz führt dieser Gedanke zur Koregulation. Gefühle werden nicht vorschnell weggeredet. Die begleitende Person bietet durch Stimme, Haltung und Tempo emotionale Sicherheit an. Dabei geht es nicht darum, eine vermutete Emotion treffsicher zu benennen. Wichtiger ist eine ruhige Antwort auf das sichtbare Erleben.

Empathie braucht keine perfekte Deutung

Empathische Kommunikation bedeutet, aufmerksam zu bleiben und die eigene Einschätzung korrigieren zu können. Gerade bei Demenz entsteht Sicherheit weniger durch die perfekte Erklärung als durch ein Gegenüber, das wahrnimmt und verlässlich reagiert.

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Quellen

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