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Der schiefe Weihnachtsbaum. Eine Vorlesegeschichte im Advent

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„Der schiefe Weihnachtsbaum“ ist eine unserer Weihnachtsgeschichten zum Schmunzeln. Die Geschichte kann in der Adventszeit vorgelesen werden oder auch einen Programmpunkt bei Ihrer Weihnachtsfeier abdecken.
Wir wünschen Ihnen und den Senioren schöne Feiertage!

Der schiefe Weihnachtsbaum. Eine Vorlesegeschichte im Advent

Vati ist mit Jakob gerade weggefahren, um unseren Weihnachtsbaum für das Weihnachtsfest zu kaufen. Ich bin gespannt, wie der Baum in diesem Jahr aussieht!
Ich erinnere mich noch ganz genau an Muttis Augen im letzten Jahr, als Vati den Baum am Heiligen Abend in der Stube in den Ständer gestellt hat. Sie stand da – Lametta in der einen und die rote Christbaumkugel in der anderen Hand – und starrte den Baum mit eingefrorener Miene an. Ich glaube, sie hat wirklich versucht, nicht allzu bekümmert, dreinzuschauen. So richtig ist ihr das aber nicht gelungen. Als Vati ihren Blick vernahm, stellte sich in seinem Gesicht ein großes Fragezeichen ein. Er ließ den Baum los und stellte sich neben meine Mutter. Ich werde die Gesichter der beiden glaube ich nie vergessen. Am lustigsten war jedoch, dass sie ihre Köpfe immer schräger hielten, bis – ja, bis wir einen lauten Knall hörten und der Baum quer auf dem Wohnzimmerfußboden lag. Und zwar nicht, weil Vati ihn nicht richtig befestigt hatte. Nein. Der Baum war einfach so schräg gewachsen, dass er sich im Ständer nicht selber halten konnte. Wir Kinder standen mit offenem Mund in der Stube und schauten abwechselnd zum Baum und zu meinen Eltern. Niemand rührte sich oder sagte auch nur ein Sterbenswörtchen. In den Augen meiner Mutter glaubte ich zu erkennen, dass sie nicht weit davon entfernt war, eine Träne zu verdrücken. Aber dann…
Auf einmal ging ein Ruck durch ihren Körper. Wir drei zuckten ebenfalls zusammen. „Jakob, hol mal bitte den Besen. Und wir beide stellen den Baum wieder auf!“, bat sie meinen Bruder und schaute Vati danach bestimmt an. Beide taten verblüfft, worum sie gebeten hatte. Das Beste kam aber noch – Mutti wollte den Besen nicht haben, um die Tannennadeln vom Boden zu entfernen. Nein, sie stütze damit den Stamm des Christbaumes ab. Von der Seite wohlgemerkt. Und natürlich ragte er schräg in den Raum hinein. Unten lehnte er in der Ecke der Wohnzimmerwand. Mutti band Besenstiel und Tannenbaum mit braunem Sisalband zusammen und hängte die Christbaumkugel an einen der Zweige. Dann ging sie ein Stück zurück und betrachtete ihr Werk. Immernoch sagte niemand etwas. Ich musste schmunzeln. Als meine Mutter das sah, wurde aus ihrer versteinerten Miene sofort wieder ein freundliches Gesicht. „So müsste es gehen, oder?“ fragte sie mit einem Augenzwinkern in die Runde. Noch ein wenig ungläubig schaute Vati drein, als er ihr vorsichtig zustimmte. Aber Mutti meinte es wirklich ernst.
Wir schmückten also den Baum – mit Kerzen, Strohsternen, Lametta, Holzfiguren und natürlich den roten Christbaumkugeln. Auch der Besenstiel bekam etwas von dem Baumbehang, schließlich sollte er nicht leer ausgehen…

Wenn ich heute daran denke, glaube ich, dass das letzte Jahr unser schönstes und unbekümmertes Weihnachtsfest war. Und ein bisschen hoffe ich, dass Vati und Jakob nachher wieder einen Baum mitbringen, der nicht ganz perfekt ist. Wir würden ihn auf jeden Fall bei uns willkommen heißen…



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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin. Autorin des Buchs Das große Spiele-Buch für Menschen mit Demenz*.

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