Bettlägerige Menschen beschäftigen: Was gelingt auch ohne Aufstehen?

In diesem Artikel finden Sie Beschäftigungen für bettlägerige Menschen, die sich an die persönliche Verfassung anpassen lassen.

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Wer viel Zeit im Bett verbringt, braucht nicht automatisch ein umfangreiches Programm. Eine vertraute Stimme oder ein Gegenstand aus dem Alltag kann bereits eine passende Beschäftigung am Bett sein. Entscheidend ist, dass die begleitete Person beteiligt bleibt und das Angebot jederzeit beenden darf.

Wer die Begleitung systematisch vertiefen möchte, findet in der Online-Fortbildung „Lebensmittelpunkt Bett“ weitere Anregungen zur Teilhabe am Bett.

Bettlebig statt bettlägerig: Den Blickwinkel verändern

Wer bettlägerige Menschen beschäftigen möchte, sollte nicht nur die körperlichen Einschränkungen betrachten, sondern auch die Möglichkeiten, die das Leben im Bett bietet. In der Betreuung wird vereinzelt der Begriff „bettlebig“ statt „bettlägerig“ verwendet. Er lenkt den Blick darauf, dass auch im Bett Begegnungen, Beschäftigung und Teilhabe möglich sind. Entscheidend ist, Angebote zu finden, die zu den Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten des Menschen passen.

Vor der Beschäftigung am Bett kurz abstimmen

Klären Sie vor Beginn, ob der Zeitpunkt günstig ist. Die aktuelle Verfassung kann die Aufmerksamkeit begrenzen. Fragen Sie die Person, was ihr gerade angenehm erscheint, und achten Sie besonders darauf, ob sie sich abwendet.

Stimmen Sie Bewegungsangebote mit Pflegefachkräften oder therapeutischen Fachkräften ab. Prüfen Sie zuvor auch, ob Speisen oder Getränke sicher angeboten werden dürfen. Positionieren Sie benötigte Dinge so, dass die Person sie gut sehen kann. Ein Angebot sollte zunächst nur wenige Minuten dauern.

Vertraute Gegenstände gemeinsam betrachten

Bringen Sie einen Gegenstand mit, der zur Biografie oder zur Jahreszeit passt. Eine alte Postkarte oder eine Kastanie eignen sich beispielsweise gut. Legen Sie den Gegenstand nicht kommentarlos in die Hand. Zeigen Sie ihn zunächst und fragen Sie: „Woran erinnert Sie dieser Gegenstand?“

Ergibt sich ein Gespräch, folgen Sie dem Erzählweg der Person. Bleibt eine Antwort aus, können Sie den Gegenstand beschreiben oder eine eigene Beobachtung anbieten. Auch ein Blick oder eine kleine Handbewegung kann Beteiligung zeigen.

Mit Klängen und Musik aktivieren

Wählen Sie ein bekanntes Lied und spielen Sie zunächst nur einen kurzen Ausschnitt. Vielleicht deutet die Person mit einem Finger den Takt an. Fragen Sie anschließend nach einer Erinnerung, die mit dem Lied verbunden ist. Bei eingeschränktem Hörvermögen hilft es, störende Nebengeräusche zu reduzieren.

Auch Alltagsgeräusche können für eine kurze Aktivierung am Bett genutzt werden. Lassen Sie beispielsweise einen Schlüsselbund leise klingen und geben Sie genügend Zeit zum Erkennen. Ein Geräusch pro Runde reicht aus.

Kleine Bewegungen ermöglichen

Eine Aktivierung am Bett mit Bewegung muss nicht bedeuten, dass Arme oder Beine weit angehoben werden. Je nach Beweglichkeit kann die Person beispielsweise einen weichen Ball drücken.

Eine kleine Wahlmöglichkeit stärkt die Beteiligung. Fragen Sie etwa, ob ein roter oder ein blauer Ball verwendet werden soll. Geben Sie Zeit für eine Antwort und akzeptieren Sie auch ein Nein.

Den Tast- und Geruchssinn ansprechen

Ein Fühlangebot lässt sich mit einem vertrauten Material gestalten. Ein Stück Wolle kann vorsichtig angeboten werden. Fragen Sie offen: „Wie fühlt sich das für Sie an?“ Bei empfindlicher Haut oder eingeschränkter Wahrnehmung ist eine vorherige Absprache mit dem Pflegefachteam wichtig.

Für ein Geruchsangebot eignet sich ein einzelner vertrauter Duft, etwa frisch gemahlener Kaffee. Berücksichtigen Sie mögliche Allergien und Unverträglichkeiten. Halten Sie ausreichend Abstand und beobachten Sie die Reaktion. Der Duft wird sofort entfernt, wenn die Person Unbehagen zeigt.

Den Alltag ins Zimmer holen

Bettlägerige Menschen beschäftigen heißt auch, echte Teilhabe zu ermöglichen. Bitten Sie die Person beispielsweise, eine Serviette für den Kaffeetisch auszuwählen. So entsteht eine Verbindung zum Geschehen außerhalb des Zimmers.

 

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