Ännchen von Tharau. Volkslied und Heimatfilm

“Ännchen von Tharau” ist sowohl der Titel eines bekannten volkstümlichen Liedes von Simon Dach als auch der eines Heimatfilms aus dem Jahr 1954. Der Film unter der Regie von Wolgan Schleif erfreute sich damals großer Beliebtheit und war sehr erfolgreich. Vielen Senioren ist er auch heute noch gut bekannt. Er wurde nach seiner Premiere regelmäßig im deutschen Fernsehen gezeigt.
Der Film und das Lied eignen sich gut für die Biografiearbeit und kleine Aktivierungen, die die Senioren zum Erzählen anregen sollen. Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit, sich den Film mit einer kleinen Gruppe anzusehen. Schön zu singen ist das Lied allemal…

Die Handlung des Spielfilms

In dem Heimatfilm “Ännchen von Tharau” geht es um Anna, eine Frau, die nach ihrer Flucht aus Ostpreußen in ein Weindorf kommt. Anna findet sich schnell in ihrem neuen Zuhause zurecht, arbeitet dort als Kellnerin und erobert mit ihrem fröhlichen Gemüt die Herzen der hiesigen Bevölkerung.
Der reiche Weingutsbesitzer Rotenbach hat ein Auge auf Anna geworfen und möchte sie heiraten. Sie zögert allerdings. Einer ihrer Beweggründe ist ihr Pflegesohn Utz, den sie auf ihrer Flucht zu sich genommen hat. Kurze Zeit später erscheint der leibliche Vater des Jungen mit einer Schauspielgruppe in dem Dorf und es dauert eine Zeit, bis sich Vater und Sohn erkennen und Anna und er endlich ein Paar werden…

Die Schauspieler

Ilse Werner als Anna Wittkuhn
Klaus-Ulrich Krause als Utz Wittkuhn
Helmuth Schneider als Adrian Rotenbach
Heinz Engelmann als Ulrich Lessau
und andere…

Die Geschichte von Anna Neander, dem Ännchen von Tharau

Der Film “Ännchen von Tharau” basiert auf dem Liedtext von Simon Dach (1605-1659), hat aber inhaltlich nicht viel mit dem Volkslied gemein. Das Lied wurde, der Überlieferung nach, für Anna Neander anlässlich ihrer Hochzeit mit dem Pfarrer Johannes Portatius im Jahr 1636 geschrieben. 1642 wurde das Lied von Heinrich Albert, der die Musik dazu komponierte, erstmals vertont. 1878 wurde “Ännchen von Tharau” sogar im Stadttheater Hamburg als Oper aufgeführt.
Anna wurde 1615 in Tharau geboren, ihr Vater war evangelischer Pfarrer. 1929 verlor Anna ihre Eltern im Dreißigjährigen Krieg und zog daraufhin zu ihrem Onkel nach Stolzenberg.
1936 heiratete sie, wie schon erwähnt, den Pfarrer Johannes Portatius, der allerdings zehn Jahre später starb. Dessen Nachfolger wurde auch Annas Ehemann, er lebte aber auch nur weitere sechs Jahre. Nachdem auch ihr dritter Ehemann vor ihr verstarb, zog sie 1676 zu ihrem ältesten Sohn nach Interburg und bleib dort bis zu ihrem Tod im Jahr 1689.

Das Lied “Ännchen von Tharau”

Ännchen von Tharau ist’s, die mir gefällt,
Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.

Ännchen von Tharau hat wieder ihr Herz
Auf mich gerichtet in Lieb’ und in Schmerz.

Ännchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut,
Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!

Käm alles Wetter gleich auf uns zu schlahn,
Wir sind gesinnt, beieinander zu stahn.

Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und Pein
Soll unsrer Liebe Verknotigung sein.

Recht als ein Palmenbaum über sich steigt,
hat ihn erst Regen und Sturmwind gebeugt,

So wird die Lieb’ in uns mächtig und groß
Durch Kreuz, durch Leiden und traurigem Los.

Würdest du gleich einmal von mir getrennt,
Lebtest da, wo man die Sonne kaum kennt;

 
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Ich will dir folgen durch Wälder und Meer,
Eisen und Kerker und feindliches Heer.

Ännchen von Tharau, mein Licht, meine Sonn,
Mein Leben schließ’ ich um deines herum.

Was ich gebiete, wird von dir getan,
Was ich verbiete, das lässt du mir stahn.

Was hat die Liebe doch für ein Bestand,
Wo nicht ein Herz ist, ein Mund, eine Hand?

Wo man sich peiniget, zanket und schlägt,
Und gleich den Hunden und Katzen begeht.

Ännchen von Tharau, das wolln wir nicht tun;
Du bist mein Täubchen, mein Schäfchen, mein Huhn.

Was ich begehre, begehrest du auch,
Ich lass den Rock dir, du lässt mir den Brauch.

Dies ist dem Ännchen die süßeste Ruh’,
Ein Leib und Seele wird aus Ich und Du.

Dies macht das Leben zum himmlischen Reich,
Durch Zanken wird es der Hölle gleich.

Quelle: Wikipedia

 


Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin, Chefredakteurin von Mal-alt-werden.de. Bücher von Annika Schneider finden Sie hier.

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