Persönliche Lebensgeschichten entdecken: Ideen für die Biografiearbeit im Herbst

Für Ihre Biografiearbeit im Herbst finden Sie hier Fragen, Methoden und Praxisideen, mit denen persönliche Lebensgeschichten lebendig werden.

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Der Herbst bringt viele vertraute Anknüpfungspunkte mit. In der Seniorenarbeit können Herbstthemen Erinnerungen öffnen, Gespräche erleichtern und Menschen miteinander verbinden. Entscheidend ist, dass die Fragen offen bleiben und die Teilnehmenden selbst bestimmen, was sie erzählen möchten.

Wenn Sie das Thema fachlich vertiefen möchten, finden Sie in der Online-Fortbildung zur Biografiearbeit mit Senioren Grundlagen, Methoden und praktische Übungen für die Arbeit mit Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Demenz.

Mit Herbstgegenständen Erinnerungen wecken

Ein leichter Einstieg gelingt über Gegenstände. Legen Sie zum Beispiel Kastanien, ein Einmachglas, einen Apfel oder ein Wollknäuel in die Tischmitte. Die Teilnehmenden dürfen betrachten, fühlen, riechen und beschreiben. Danach stellen Sie erzählfördernde Fragen:

  • Welche Arbeiten gehörten früher für Sie zum Herbst dazu?
  • Welche Gerüche verbinden Sie mit dieser Jahreszeit?
  • Welche Kleidung wurde hervorgeholt, wenn es kühler wurde?
  • Welche Speisen standen im Herbst bei Ihnen auf dem Tisch?
  • Welche Aufgaben hatten Kinder in dieser Zeit?

In der Einzelbetreuung können Sie einen Gegenstand intensiver nutzen. Eine Kastanie führt vielleicht zu Erinnerungen an Schulwege, Spaziergänge oder Bastelarbeiten. Ein Einmachglas kann Gespräche über Vorratshaltung, Familienrezepte und Küchenarbeit anregen.

Kastanienmännchen als Türöffner für Lebensgeschichten

Ein besonders anschauliches Herbstmotiv sind Kastanienmännchen. Viele Menschen erinnern sich daran, wie sie Kastanien gesammelt, Löcher hineingebohrt und kleine Figuren gebaut haben. Das Thema eignet sich gut für Gruppen, in denen Erinnerungen an Kindheit und Familie im Mittelpunkt stehen.

Passend dazu kann die Exklusiv-Biografiekarte „Kastanienmännchen“ eingesetzt werden. Die Karte verbindet ein herbstliches Bildmotiv mit biografischen Fragen und eignet sich sowohl für Gesprächsrunden als auch für eine ruhige Eins-zu-eins-Situation.

Ergänzend können Sie eigene Fragen stellen: „Wo haben Sie früher Kastanien gesammelt?“, „Mit wem haben Sie gebastelt?“, „Welche Dinge wurden aus Naturmaterialien hergestellt?“ oder „Welche Herbstnachmittage sind Ihnen aus Ihrer Kindheit in Erinnerung geblieben?“ Solche Fragen laden zum Erzählen ein, ohne eine bestimmte Antwort zu erwarten.

Rituale, Feste und Alltag im Herbst

Neben Gegenständen bieten Rituale gute Gesprächsanlässe. Fragen Sie nach Erntedank, Kirmes oder Laternenzeit. Auch der Alltag kann wertvolle Erinnerungen wecken: Kartoffeln einkellern, Obst verarbeiten oder Holz holen.

Für eine Gruppenrunde können Sie wunderbar unsere 50 Aktivierungskarten für den Herbst aus dem Exklusiv-Bereich nutzen. Der “Plauderkasten” bietet Fragen zu vielen Themen aus der Jahreszeit. Die Fragen können an einzelne Personen oder an die Gruppe gestellt werden und laden zum gemeinsamen Erzählen und Erinnern ein. Wer nicht erzählen möchte, darf nur ein Wort nennen, das ihm dazu einfällt, oder auch einfach nur zuhören. So bleibt die Runde offen und respektvoll.

Eine kurze Übung: Ein Herbsttag aus meinem Leben

Lesen Sie die folgenden Satzanfänge langsam vor. Die Teilnehmenden können die Sätze still für sich ergänzen oder anschließend einzelne Erinnerungen teilen.

  • Wenn ich an einen Herbstmorgen von früher denke, sehe ich …
  • Auf dem Tisch stand …
  • Draußen roch es nach …
  • Ich trug damals …
  • Eine Arbeit, die erledigt werden musste, war …
  • Am Abend freute ich mich auf …

Diese Übung passt auch für Menschen mit Demenz, wenn sie langsam begleitet wird. Es geht nicht um vollständige Lebensberichte. Wertvoll ist schon ein einzelnes Wort, ein Lächeln oder eine kleine Erinnerung.

Praxistipps für eine behutsame Biografiearbeit im Herbst

Planen Sie für die Biografiearbeit im Herbst wenige Fragen und genug Zeit ein. Achten Sie auf Stimmung, Mimik und Müdigkeit. Wenn ein Thema belastet, wechseln Sie freundlich zu einem neutraleren Zugang, zum Beispiel zu Farbe, Duft oder Geschmack. Notieren Sie persönliche Aussagen nur mit Einverständnis. Kleine Erinnerungswörter, Lieblingsrezepte oder Zitate können später für eine Erinnerungsmappe genutzt werden.

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