Nicht nach 12! Eine Kurzgeschichte für Senioren rund um die Weißwurst

Manche Gerichte sind mit festen Regeln verbunden. Die Weißwurst gehört ganz klar dazu. Viele Seniorinnen und Senioren kennen die Aussage: Nach zwölf Uhr darf man keine Weißwurst mehr essen.

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Diese Kurzgeschichte greift genau diesen Glaubenssatz auf. Die Geschichte eignet sich gut zum Vorlesen und bietet viele Gesprächsanlässe rund um Traditionen, regionale Küche und feste Gewohnheiten.

Nicht nach 12

Franz steht in der Küche.
Auf dem Herd steht der Topf mit heißem Wasser.
Die Weißwürste liegen bereit.

Anna kommt herein und schaut auf die Uhr.
„Es ist nach zwölf“, stellt sie fest.

Franz winkt ab.
„Na und“, meint er.
„Ich habe Hunger.“

Anna schüttelt den Kopf.
„Weißwurst isst man nur vormittags“, gibt sie zurück.
„Das weiß doch jeder.“

Franz legt die Weißwürste ins Wasser.
„Das ist doch nur eine alte Regel“, entgegnet er.

Anna verschränkt die Arme.
„So macht man das aber“, beharrt sie.

Franz zwinkert.
„Das kommt aus einer Zeit“, erklärt er,
„in der die Kühlketten noch nicht so gut waren.“

Es wird still.
Dann riecht es gut.

Franz deckt den Tisch.
Er legt die Brezeln dazu.
Der süße Senf steht bereit.

Anna setzt sich langsam.
„Eigentlich“, gibt sie zu,
„riecht das sehr gut.“

Franz lächelt.
„Probier doch“, schlägt er vor.

Anna nimmt einen kleinen Bissen.
Sie nickt.

„Nach zwölf schmeckt sie auch“, stellt sie fest.

Franz lacht.
„Siehst du“, sagt er.
„Manche Regeln darf man brechen.“

 

Diese Geschichte eignet sich gut für Gespräche über Essgewohnheiten, Regeln und regionale Besonderheiten.
Viele Seniorinnen und Senioren kennen ähnliche Aussagen und erzählen gern, was bei ihnen „immer so gemacht wurde“.
Das kann zu lebendigen Gesprächen und viel Schmunzeln führen.

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