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Wie nehmen Menschen mit fortschreitender Demenz Religion wahr?


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Heutzutage ist Religion für viele Menschen nur noch ein Randthema- wenn überhaupt. Ob jemand evangelische oder katholisch ist, spielt kaum eine Rolle. Viele Menschen, die heute demenziell erkrankt sind, haben das noch ganz anders erlebt. Sie sind als Kinder entweder zu einer evangelischen oder einer katholischen Schule gegangen und auch die Spielkameraden wurden häufig “selektiert” (wenn nicht durch die Kinder selbst, dann durch die Eltern). Ganz schwierig wurde es für die meisten, wenn der Partner der Wahl nicht der eigenen Konfession angehörte.

 

Doch wie wurde Religion wahrgenommen?

Religiosität ist und war schon immer ein sehr individuelles Thema. Und das ganz abgesehen von regionalen und konfessionellen Unterschieden. Wenn ich an Menschen mit Demenz denke, finde ich es allerdings auch immer wichtig zu berücksichtigen, dass es einige alte Menschen gibt für die Religion nicht nur Trost spendet, sondern auch Angst macht. Der übermächtige Gott, der alles sieht und bestraft oder der Pastor, dem jede Sünde gebeichtet werden muss, sind bei manchen Menschen mit Demenz als Bild verankert.

 

Wie nehmen Menschen mit schwerer Demenz Religion wahr?

Nach Depping (2008) verändert sich das religiöse Erleben im Verlauf einer demenziellen Erkrankung. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung sind die Menschen nicht mehr dazu in der Lage theologische Zusammenhänge zu begreifen oder reflektieren. Das Gefühl rückt in den Mittelpunkt. Nach Depping (2008) das Gefühl der Vertrautheit und Geborgenheit. Er vergleicht das Glaubenserleben von Menschen mit einer schweren Demenz mit dem von Kindern zwischen 0 und 2 Jahren.

 

Was bedeutet das für die Praxis?

Da bei fortschreitender Demenz mehr das “Gefühl” in den Mittelpunkt rückt ist es wichtig, dass man die religiöse Biografie des Menschen kennt. Wenn Religion und Glaube früher eine große Rolle für den Menschen gespielt hat so ist es wahrscheinlich, dass man mit religiösen Angeboten ein Gefühl der Vertrautheit und Geborgenheit wach rufen kann. Auf der anderen Seite ist wichtig, dass man die Menschen genau beobachtet, da religiöse Erinnerungen auch mit Ängsten im Zusammenhang stehen können.

 

 



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Quelle:
Depping, K.(2008). Altersverwirrte Menschen. 3. Hannover: LVH.

 

Hier finden Sie die richtigen Worte für Gebete:
*
Ins Gebet kommen: Gebete in Krankheit, Pflege und Alter*






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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften".

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