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Klangschalen bei der Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen


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Im Gespräch mit Gabriele Esser

 

Bild Gabriele Esser

 

 

Hallo Frau Esser, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

Gabriele Esser Dipl.Sozialpädagogin, Entspannungspädagogin und Klangmassagepraktikerin nach Hess, selbständig mit einer Kollegin in Unna, Seminarleiterin Peter-Hess- Institut, langjährige Berufserfahrung in der ambulanten Psychiatrie mit Erwachsenen, Honorartätigkeit im Seniorenbereich seit 5 Jahren

 

 

Was ist Klangmassage?

Bei einer Klangmassage werden Klangschalen auf den bekleideten Körper sowie in dessen Umfeld aufgestellt und behutsam angetönt. Die sanften und harmonischen Klänge werden über Gehör und Körper aufgenommen und führen schnell in eine tiefe Entspannung. Die rhythmischen Klangschwingungen erzeugen eine feine Vibration, die oft wie eine“ Massage“ beschrieben wird. Eine Entspannung, die ein loslassen von Stress, Ängsten, Sorgen, Zweifel und ähnlichen Gefühlen, die sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken.

 

 

Wie wird die Klangmassage bei Menschen mit Demenz eingesetzt und was kann sie erreichen?

Die Klangmassage kann vielfältig für Menschen mit Demenz und bettlägerig Pflegebedürftigen als Form der Sinnesstimulation und in Palliativ Care angeboten werden. Einfache kreative Klangangebote mit viel Achtsamkeit und Wertschätzung führen zu einer Atmosphäre, in der Sicherheit und Geborgenheit entsteht, die einen Kontakt über die Sinne möglich macht.

 

 

Wie begegnen diese Menschen der Klangschale und wie ist die Reaktion auf die Klangmassage?

Die Reaktionen sind individuell und durch die fehlende Kommunikation oft sehr schwer einzuschätzen. Ein erster Kontakt sollte daher sehr einfühlsam geschehen und dann können die Menschen in ein Gefühl von Ruhe, Sicherheit und Geborgenheit hineingehen. Dies zeigt sich darin, dass die Betroffenen ruhiger werden, besser schlafen und die regelmäßigen Lagerungen im entspannten Zustand behutsamer erfolgen kann. Die Klänge und Schwingungen unterstützen den Zugang zu den Menschen mit Demenz, indem die Sinne als Brücke zu den Innenwelten genutzt werden. In den Innenwelten sind alle Erfahrungen gespeichert und daher auch wieder abrufbar und den Menschen zugänglich.

 

 

Warum hat der Klang eine so eindringliche Wirkung auf uns und unseren Körper?

Da Hören zu den ersten Sinneseindrücken gehört, ist die Hörerfahrung des Embryos verbunden mit der Wahrnehmung und dem Erleben in der pränatalen Zeit. Körpergeräusche der Mutter, wie Stimme und Herzschlag schaffen Ordnung und geben Vertrauen und Gewissheit. Diese Gefühle sind im Limbischen System gespeichert und hier knüpfen wir mit den sanften Klängen der Klangschalen wieder an. Ein regelmäßiger Anschlag vermittelt dem Menschen die Gewissheit der Anwesenden und der Begleitung- ähnlich dem Erleben des regelmäßigen Herzschlages der Mutter. Das entwickelte Urvertrauen im Mutterleib: getragen, gehalten und geborgen, geliebt und genährt zu sein kann wieder erlebt werden.

 

 

Am 20. und 21.Mai beginnen Sie bei uns in Dortmund mit dem ersten von drei Modulen der Ausbildung „Peter Hess- Klangexperte Demenz“.
Was erwartet die Teilnehmer in dieser Ausbildung?

Die Fortbildung ist sehr vielfältig und umfangreich und soll den Teilnehmern viel Wissen über den Klang, die Anwendung und Hintergründe der Klangmassage geben. Durch viele praktische Erfahrungen im Umgang mit den Klängen soll Sicherheit und Achtsamkeit gefördert werden, um gezielte Angebote anbieten zu können. Die eigene Erfahrung sollte im Vordergrund stehen, da nur eine Methode, die mir selbst gut tut an Andere effektiv weitergeben werden kann. Die Klangmassage wird als eine Methode erlernt, die die bisherigen Erfahrungen und Ausbildungen bereichern sollen und gerade im Seniorenbereich direkt eingesetzt werden kann.

 

 

Können Sie uns vielleicht eine kurze Geschichte oder Anekdote erzählen, die verdeutlicht, was Sie mit Ihrer Arbeit erreichen können?

Da gibt es viele Erlebnisse, die wir in der täglichen Arbeit erleben. Es sind die kleinen Augenblicke, wenn ein Blickkontakt entsteht, eine Verspannung nachlässt oder eine Seniorin bei einem Gruppenangebot wieder beteiligt ist. Für mich war eine Situation sehr berührend: Ich machte eine Klangmassage bei einer Seniorin, die im Rollstuhl sitzt und ich ihr die Klangschale auf die Hände stellte nahe im Brustbereich. Nach einigen Tönen spricht sie folgende Worte:“ Davon wird das Herz ganz warm“ und lächelt. Diese Erfahrung begleitet mich bei meiner Arbeit und ich bin dafür sehr dankbar.

 

 

Was wünschen Sie sich von der Zukunft?

Das Angebot mit Klangschalen für Menschen mit Demenz weiterzuentwickeln und in die Einrichtungen zu tragen, damit die wirklich entspannte und fördernde Wirkung vielen Senioren nützlich sein kann. Eine Entlastung für die Pflegekräfte sollte dadurch entstehen und eine stressfreiere Atmosphäre in den Einrichtungen zur Gesundheitsprävention beitragen kann.



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Herzlichen Dank, Frau Esser!!!

 

 

Zur Internetseite: www.klang-entspannung-esser.de

 







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Annika

© by Annika Schneider. Staatlich examinierte Ergotherapeutin.

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