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10 Tipps für die Biografiearbeit in der Altenpflege


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Biografiearbeit gehört zur Altenpflege wie das Amen zur Kirche. Im Alltag der Altenpflege ist es trotzdem nicht immer einfach die Biografiearbeit umzusetzen. Hektik, Personalmangel und fehlende oder falsche Informationen erschweren es Mitarbeitern der Altenpflege Biografiearbeit umzusetzen. Wir haben uns heute zusammen gesetzt und nach einem kurzen Brainstorming 10 Tipps für die Biografiearbeit zusammen getragen.

  1. Biografie aufnehmen. In den meisten Einrichtungen der Altenpflege wird für jeden Pflegebedürftigen ein Biografiebogen erstellt (auch wenn dieser leider teilweise ein Opfer der Entbürokratisierung wird). Wichtige Eckdaten der Biografie aufzunehmen, kann ein wichtiger Bestandteil der Biografiearbeit sein. Natürlich darf ein Biografiebogen um seinen Nutzen zu entfalten nicht einfach nur abgeheftet werden. Er muss auch leben, gelesen, genutzt, ergänzt und geändert werden.
  2. Biografische Informationen aufbereiten. Biografische Informationen können für die Arbeit in der Altenpflege sehr schön aufbereitet werden. Fotoalben mit Bildunterschriften, Pinnwände mit biografischen Informationen oder Lebenszeitungen können mit Pflegebedürftigen gemeinsam erstellt werden.
  3. Relevanz von Informationen prüfen. So wichtig biografische Informationen für die Arbeit in der Altenpflege sind, so wichtig ist es auch die eigentliche Relevanz dieser Informationen zu prüfen. Nicht jeder Fliesenleger beschäftigt sich bei einer fortgeschrittenen Demenz noch mit Fliesen und nicht jede begeisterte “Strickerin” befasst sich im Verlauf ihrer demenziellen Erkrankung noch mit Wolle.
  4. Vorlieben ändern sich. Ich habe Menschen kennen gelernt, die in ihrer Biografie nie gekegelt haben und im Altenheim zum “Kegelkönig” avancierten. Ein klassisches Beispiel dafür, dass Vorlieben sich ändern ist auch die ehemalige Hausfrau, die im Altenheim keine Lust mehr hat Kartoffeln zu schälen, weil sie das “ihr Leben lang gemacht hat” (vielleicht auch nie gerne?).
  5. Kleine Gespräche. Biografiebögen können meist nur Eckdaten erfassen. Die wertvollsten, biografisch relevanten Informationen, bekommt man meistens in “kleinen Gesprächen” zwischendurch. Das liegt auch daran, dass diese Informationen manchmal eher unbewusst sind.
  6. Informationen nutzen. Dass Informationen nicht nur gesammelt und abgeheftet werden, sondern auch genutzt werden müssen, sollte sich theoretisch von selbst verstehen. Die Praxis zeigt, dass das leider nicht immer so ist.
  7. Biografie lebt. Biografie hört bei  einem Einzug in eine Einrichtung der Altenpflege nicht einfach auf. Sie entwickelt sich weiter. Der Blickwinkel auf Vergangenes kann sich erweitern oder verändern.
  8. Angehörige mit einbeziehen. In Einrichtungen der Altenpflege sind Angehörige häufig die wichtigsten Informationsquellen für die Biografiearbeit mit Pflegebedürftigen. Konzepte für die Angehörigenarbeit können helfen den Einbezug von Angehörigen zu organisieren.
  9. Beobachten und zuhören. Wenn keine Angehörigen vorhanden sind oder die vorhandenen Angehörigen nur bedingt kooperieren, ist man bei der Erhebung biografischer Informationen auf das Zuhören und eigene Beobachtungen angewiesen. Mit dem Fortschreiten demenzieller Erkrankungen wird es schwieriger relevante Informationen zu sammeln.
  10. Der Hektik und dem Zeitmangel trotzen. Hektik und Zeitmangel sind in der Altenpflege allgegenwärtig. Für die Praxis kann es hilfreich sein sich zu vergegenwärtigen, dass die kleinen Momente oft wichtiger sind als die großen.


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Natali

© by Natali Mallek. Dipl. Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin, Gedächtnistraininerin (BVGT) und Master of Arts "Alternde Gesellschaften". Autorin der Bücher Das große Praxisbuch - Gedächtnistraining für Senioren* und Lücken-Geschichten in Reimen: Pfannkuchen und Muckefuck*.

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